Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, 20. Januar 2007
Eisenstein hätte keine Freude damit - brutal beschnittenes Format, gekürzte Version (Original ca. 75 Minuten, es fehlen also rund 15%!), beliebige, wenige Texttafeln, das Beste daran ist noch die Musik, aber leider weder die grandiose Originalmusik von Edmund Meisel (1925 - der hat danach kaum mehr vergleichbar Gutes zusammengebracht) noch wenigstens die Version von Schostakowitsch (1942).
Als Bonus ein sonderbares Stück in VHS-Qualität, weitgehend über die (eben nicht vorhandene) Musik von Meisel, in dem kaum mehr zu sehen ist, als ein Musikprofessor, der seinen Kommentar vom Blatt liest.
Dass das Cover (für so einen Film) letztklassig ist, ist dann schon wieder passend.
Von diesem Label kaufe ich nie wieder!
|
|
|
67 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Übel mitgespielt, 1. April 2005
Ich kenne den Film aus einer Kinoaufführung aus den späten 70er Jahren. Er ist unbestritten ein Meisterwerk der frühen Filmkunst. Nur was hat das mit dem Produkt auf dieser DVD zu tun? NICHTS! Der Film ist bereits nach wenigen Minuten Laufzeit durch die DDR-Propaganda zerstört. Eine schlechte Tonspur und übermäßiger, nicht sachgemäßer Eingriff in Format und Schnitt bestätigen den ersten Eindruck .
Es läßt sich nicht leugnen, daß es den Machern der DVD ("ICESTORM")nicht um das Kunstwerk gegangen ist, sondern lediglich darum einen "Klassiker" in deren Repertoir aufzunehmen. Dem Kunstwerk "Film" generell wird mit dererlei Produktionen nicht gedient, und alle Cineasten verlieren dabei ihre Glaubwürdigkeit wenn die Qualität des Film und die der DVD derart voneinander abweichen. Diese Kopie eines ansonsten hervorragenden Films kann keiner ernsthaft weiterempfehlen.
|
|
|
38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stummfilmklassiker mit sehr hohem Anspruch., 2. Juli 2004
Panzerkreuzer Potemkin, UdSSR 1925
DVD-Fassung 2004, zum 45. Jahrestag des Ereignisses von 1905
Dieser Film wird allgemein als der beste europäische Film aller Zeiten gelobt, wenngleich ein Werk, wie z.B. Metropolis, mindestens im gleichen Atemzug genannt werden muss. Der Film, der den russischen Matrosenaufstand von 1905 beschreibt, wurde von Eisenstein 1925 anlässlich des 20. Jahrestages inszeniert und 1926 uraufgeführt.
Mit Panzerkreuzer Potemkin ist Sergej M. Eisenstein eine theatralische Inszenierung und Filmmontage so professionell gelungen, dass die filmisch umgesetzte Tragödie von den wahren Begebenheiten zu dieser Zeit bis heute nichts an ihrer atemberaubenden Wirkung verloren hat.
Der Film erzählt in dramatischen Bildern eindrucksvoll den Matrosenaufstand von 1905, sowie die nach der Niederlage des russisch-japanischen Krieges entstehenden sozialen und politischen Konflikte im Zarenreich.
Die Matrosen des Panzerkreuzers "Fürst Potemkin", der zu diesem Zeitpunkt vor der Stadt Odessa lag, weigerten sich, der dauerhaften schlechten Behandlung durch die Offiziere des Schiffes nachzugeben.
Der Anführer der Matrosen Wakulintschuk erreichte durch seinen Tod solch eine gewaltige Anteilnahme und Aufmerksamkeit durch die Menschen der Stadt Odessa, dass diese sich an der monumentalen Hafentreppe versammelten, bei der es dann zur berühmten "Treppenszene von Odessa" kam. Die wohl dramatischste Szene des ganzen Films ist dabei die Szene der Mutter mit ihrem Kind auf dieser Treppe. Im letzten Akt spielt die Potemkin eine Schlüsselrolle im Gegenschlag gegen die ankommenden Admiralsgeschwader und wird somit zur ersten wichtigen historischen Begebenheit in der damit beginnenden russischen Revolution.
Diese DVD-Fassung zeigt leider eine von 1949 gekürzte Fassung des Moskauer Filmstudios aus dem Staatsarchiv der Deutschen Demokratischen Republik. Die Fassung wurde umgeschnitten, die Schrifttafeln zu den Akten unverständlicherweise ersatzlos entfernt, sowie Tötungsszenen entschärft. Die Akt-Tafeln sind eigentlich wichtig, da sie den Spannungsbogen des Films beschreiben.
Das Fehlen der Akttafeln erschwert den Überblick über die Handlungsabschnitte. Leider sind nicht nur die originalen Schrifttafeln verschwunden, die ein wichtiges Stilmittel für den Film waren, sondern es sind auch die Texte verändert und an DDR-Zensur angepasst worden.
Zensiert wurde der Film auch schon direkt nach seiner Veröffentlichung, sowie in den 20er Jahren, aber auch in der Zeit des Dritten Reiches und gehört damit zu den berühmten Zensurbeispielen seiner Geschichte.
Der Film verliert nicht nur fast 12 Minuten Laufzeit (hier: 63 Minuten-Fassung), sondern auch wesentliche dramatische Elemente, die die erschütternden Szenen von damals beschreiben.
Äußerst bedauerlich ist in dieser Fassung auch die neu dazu gemischte Filmmusik von Nikolai Krujukow, die zwar die wichtigsten Szenen wesentlich dramatischer unterstreichen, aber eben nicht mehr, wie von Eisenstein gewollt, die Originalkompositionen beinhaltet.
Positiv zu bewerten ist die nicht mehr vorhandene sehr kitschige rote Einfärbung der Russischen Flagge am Ende des Films.
Technisch gesehen ist das Blow-up auf 4:3-TV-Format zu groß geraten, so dass nicht mehr das vollständige Originalbild zu sehe ist.
Eine Geschmacksfrage ist auch die an manchen Stellen, wenn auch sehr moderat gemachte, Geräuschunterlegung einzelner Szenen (Eisenbahnfahrgeräusche, Jubel der Matrosen), verändert sie doch die Einfachheit und Echtheit der damaligen Fassung.
Die vorliegende Fassung wurde auch für DDR-Zwecke am Anfang und Ende mit einem "sozialistischen Kommentar" ausgestattet, das die heroischen Erfolge der Revolution von damals unterstreicht. Alle Änderungen sind nicht auf der DVD-Verpackung vermerkt und werden somit quasi zu einer Mogelpackung.
Man sollte also beim Betrachten dieser Fassung durchaus ein kritischer Zuschauer bleiben.
Nichts desto Trotz ist das erste Betrachten des Films, auch mit dieser Fassung, ein wahres Erlebnis und ich garantiere absolute atemlose Spannung und bewegende (Mit-)Gefühle über die komplette Filmlänge.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|