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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verdiente Ehrung einer großen Künstlerin!, 27. Mai 2004
Einen ganz großen Dank an Deutsche Grammophon für diese schöne Zusammenstellung, pünktlich zum 75. Geburtstag der großen Beverly Sills! Diese CD, wie bereits der Vorgänger „The Art of Beverly Sills", gibt einen sehr guten Einblick in das umfangreiche Repertoire und die vor allem in Deutschland ein wenig unterschätzten Fähigkeiten der charmanten und sympathischen amerikanischen Sopranistin. Von Bellini (erstmals eine Arie aus „Norma" auf CD!) über Donizetti, Rossini und Verdi (ein sehr gutes Beispiel hier das Ende des 1. Akts von „La Traviata", der laut Jürgen Kesting in der Mai Ausgabe von Fono Forum ein Beispiel für Sills' unphonogene Stimme sei!) eine sehr gute Auswahl des italienischen Repertoire, die wunderschöne St. Sulpice Szene aus „Manon" und die ergreifende Antonia Szene aus „Hoffmann", sowie das herrliche „Robert, toi que j'aime" stellvertretend für das französische, und die ergreifende Schlussszene aus „The Ballad of Baby Doe" für das englische Repertoire. Vor allem 2 meiner Lieblingstitel - Mozarts „Vorrei spiegarvi, oh Dio" und „Wien, Wien, nur du allein" - werden von Sills in einer so einfühlsamen Weise dargeboten, wie ich es sonst von niemandem auch nur ansatzweise kenne. (Ebenso „Breit über mein Haupt dein schwarzes Haar" von Richard Strauss und „Glück das mir verlieb" aus Korngolds toter Stadt aus der Vorgänger CD „The Art of Beverly Sills".) Nur der Einstieg in die CD - „Son vergin vezzosa" aus „I Puritani" - beginnt ebenso abrupt, wie er beginnt. Diesen Titel hätte man vielleicht an 2. oder 3. Stelle nehmen sollen. Ansonsten liefert die CD, wie gesagt, ein sehr schönes Bild und umfaßt fast die gesamte „Studiokarriere" von Sills, angefangen von ihrer allerersten Aufnahme („The Ballad of Baby Doe" von 1959) bis zu einer ihrer letzten („Il Barbiere di Siviglia" von 1975). Was an Beverly Sills so fasziniert ist die rare Kombination von Stimme, Schauspiel und Menschlichkeit. Sie verfügte über eine hervorragende Stimme mit exzellenter Technik: klar und facettenreich wie ein Diamant in den Höhnen, flüssiges Gold in der Mittel- und pures Drama in der unteren Stimmlage. Von Natur aus lyrischer Koloratursopran mit silbrig heller Stimme, verzauberte sie nicht nur mit ihrem zarten fil di voce, sondern sie konnte aufgrund ihrer Dynamik auch mühelos ins lirico spinto wechseln. Die für manchen zunächst leicht erscheinende Stimme entfaltete aufgrund von Sills' stupender Technik schnell ihr volles Potential. Sowohl im Italienischen und Französischen, aber auch in nicht so oft von ihr gebrauchten Sprachen wie dem Deutschen hatte sie eine wunderbar deutliche Aussprache. Jedes Wort wußte sie immer genau richtig zu betonen, auch emotional, ohne dass sie dabei jemals an die Grenze des Kitsch gekommen wäre. Plácido Domingo nennt sie in seiner Biographie nicht umsonst die beste Sängerdarstellerin, mit der er je zusammen gearbeitet hat. Auch die Neuerscheinung der Manon-Einspielung von 1970 durch Deutsche Grammophon zum 75. war sehr zu begrüßen! Bleibt zu hoffen, dass die noch nie auf CD erschienene „Norma" und „I Capuleti e i Montecchi" (mit einer wunderbaren Janet Baker) nun auch noch ihren Weg in die CD Regale finden. Auch die derzeit nicht erhältlichen Gesamtaufnahmen von „La Traviata" (1971), „L'Assedio di Corinto" (1974) und „Il Barbiere de Siviglia" (1975) hätten eine Neuauflage verdient, ebenso wie die 9 wunderschönen Alben, die Beverly Sills zwischen 1968 und 1978 aufgenommen hat.
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