Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
20 Jahre und kein bißchen leise..., 28. Januar 2004
Die Neubauten geben sich endlich mal wieder die Ehre und zusammen mit der neuen CD gibt es dann auch gleich eine Mini-Tournee- endlich! Im Grunde genommen wurde die neue CD finanziert durch das Geld der Fans. Für einen geringen Obolus konnte man über die neue Homepage der Band die Aufnahmen miterleben, die Band virtuell mit Fragen nerven oder beim Spaghettiessen zugucken. Die daraus entstandene CD unterscheidet sich in geringem Maße von dieser hier und war nur der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Keine schlechte Idee, wenn mich auch der Hintergedanke lockte, daß man einfach mal sehen wollte, wieviele Fans die Band denn noch hat. Immerhin hatte man sich "Muftis" entledigt (dem innovativen Kopf), sich zum Jubiläum feiern lassen...na ja, Blixa hatte schlechte Laune. Eigentlich wirkt er aber immer so. :) Also, Bargeld macht kurzen Prozeß- trennt sich aus Langeweile von den "Bad Seeds" (denen daraufhin die "Blixa"- Rufe bei jedem Konzert nicht ohne Grund um die Ohren hallen), zieht nach San Francisco, der Liebe wegen, engagiert sich wieder mehr bei den Neubauten und am Theater und siehe da- eine neue CD, der man zwar nicht mehr den "alten erfinderischen" Sound von zB "Halber Mensch" oder "EndeNeu" anhört, aber allein der Bandname ist Programm. So findet sich auf der Scheibe ein Abschiedssong für einen verstorbenen Freund "Dead Friends", ein netter Song um Blixa und einen Kater...von gefühlvoll bis laut läßt Blixa seine Wortakrobatik spielen und dafür 4 Sterne! Das I- Tüpfelchen enthalte ich- 20 Jahre Neubauten geprägt vor, da die Herren doch langsam in die Jahre kommen und dem Sound doch ein bisserl das "Neue" fehlt. Früher hat man nach dem Hören auf Wohnungsdurchgang noch diverse Einrichtungsgegenstände auf Klangtauglichkeit untersucht- heute lehnt man sich zurück und genießt. :)
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Wein ist gereift...!, 7. April 2004
Es gibt eigentlich 2 Einstürzende Neubauten: die alten und die neuen, das dürften alle wissen. EndeNeu war der Wendepunk vom harten, punkigen, kompromisslosen Industrial hin zum soften Avantgarde. Sprach mancher damals noch von Verwässerung, würde ich sagen: Der Wein ist gereift! War EndeNeu noch etwas unausgegoren zwischen beiden Varianten, noch etwas "dazwischenstehend" und somit teilweise lauwarm, ist Perpetuum Mobile angekommen. Man hat das Gefühl das der neue Stil sich in diesem Album zur vollen Blüte entwickelt hat. Die Songs sind alle wunderbar sanft, melodisch und perfekt aufgebaut. Härtere Töne, die aus den alten Zeiten, werden immernoch, allerdings wohldosiert eingesetzt. Der Vogel hat Singen gelernt, Blixas Stimme klingt immer ausdrucksstark, perfekt eingesetzt und ziemlich melodisch. Sie ist immer voller kraft, die sensibel fortschreitet. Kein Ton ist dem Zufall überlassen, jedes Wort eine eigene Intonantion und Intention. Okay, ich finde bei "Paradiesseits" geht Blixa etwas zuweit, indem der Hawaii-Sounds mit einbaut...sonst bleibt es immernoch eher angenehm dunkel. Zum klingen gebracht werden diesmal überwiegend Plastikrohre, die einen wunderbaren, soften Percussion-Sound ergeben. Weiteres tragendes Element sind die warmklingenden Bassläufe. Man kann das Album wirklich viel und oft hören, was ich im moment auch tue. Es fordert nicht vollste Konzentration, allerdings sollte man ihm schon die gewisse Aufmerksamkeit schenken. Wer den weicheren Part der Neubauten mag, wird hier das richtige Album finden. Und wie gesagt, EndeNeu lässt es um Längen hintersich...
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bonusstern für den Kultfaktor, 28. Juli 2004
Es fällt schwer, bei EN nach der Einfachheit der Dinge zu forschen. Aber die in schrägen Essays formatierten, leicht abgehackt wirkenden Erzählungen könnten auch ganz banale Beschreibungen des Alltäglichen sein. So ist "Selbstporträt mit Kater" nicht die Beschreibung eines Fotos mit geliebtem Haustier, sondern beschäftigt sich mit der morgendlichen Beschreibung eines Spiegelbildes nach durchzechter Nacht. Etwas, was sich wie ein roter Faden durch die über zwei Jahrzehnte dauernde Karriere der Berliner zieht. "Was willst du machen beim zitternden Erwachen", darauf gibt auch dieser Song keine Antwort.Blixa war Klassensprecher, Hausbesetzer - gleichsam Führer und Verlierer. Wird er im Endeffekt zu ernst genommen, die Eigenironie zur Staffage einer Pop Generation, die jeglicher Kunstform beraubt scheint? Der Schrottplatz, auf dem sich die Band in früheren Zeiten besser auskannte als dessen Besitzer, ist einer fast poppig eingängigen Melodie gewichen. Die wirklich guten, noch mit einer dezenten Innovation behafteten Stücke klingen wie ein Aufguß, der von alternden Rebellen in den neuen Zeitgeist transportiert wird. Dazwischen immer wieder balladeske, fast romantisch verspielte Stücke, in denen der Gesang fast epische Formen annimmt. Ein geniales Album, sicherlich, aber darf es bei den Einstürzenden Neubauten nicht auch mal etwas mehr sein? Überraschungen Fehlanzeige, man setzt da an, wo man bei "Silence is Sexy" aufgehört hat. Perfekt durchgestylt, perfekt produziert und leider vollkommen krachlos. "Hören mit Schmerzen" eine Floskel aus alter Zeit. Der 14 minütige Titeltrack ist sicher ein Meisterwerk und dürfte irgendwo bei "Yü Gung" und "die Interimsliebenden" sein zu Hause finden. Apropos zu Hause, der Song präzisiert die Stationen des Unterwegs seins. Sehr theatralisch, mit balladeskem Background erscheint "ein leichtes leises Säuseln". Das Säuseln wird im Verlaufe zu alptraumhaftem Flüstern und die Keys strahlen sakral in eine andere Welt. Und zum Schluß wird deutlich, dass ein Rio Reiser nicht weit ist. "Boreos" wirkt mit seiner Piano Begleitung etwas kitschig, wird aber durch die Vokalakrobatik in ein schräges Fundament gestürzt. "Ein seltener Vogel" besitzt eines dieser endlos langgezogenen Intros, die auch schon auf "Silence is Sexy" herrschten. Entwickelt sich dann aber sehr eingängig, wenn man mal vom Text absieht, darin fliegt dieser seltene Vogel zum größten Berg der Türkei und das ohne prähistorische Begleitung, die gibt es nicht mehr. War Noah nun ein Vogel, warum hatte der Ararat keinen Leuchtturm? Ein großes Fragezeichen bleibt, und das ist gut so, denn dieses gehört zu den Neubauten dazu. Behaftet mit einem Trauerflor kommt das düstere "Dead friends (around the Corner)" daher. Der Opener "ich geh jetzt" ist ein Sammelsurium einsilbiger Worte, die als Grundlage für den Song dienten. Aus der Kombination zunächst disperater Begriffe entstehen nach und nach neue Sinnzusammenhänge, die am Ende schließlich das Thema formen und seine vielen Aspekte einkreisen (letzter Satz aus dem Info übernommen). Neubauten Fans sind ihrer Band gegenüber äußerst kritiklos und werden das Album lieben. Eine fast 25 Jährige Bandgeschichte hat aber Alben hervorgebracht, die wesentlich besser sind.
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