Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mut zur Abstraktion - eine surreale Liebesgeschichte, 27. August 2003
Während Paul Thomas Anderson 1999 mit "magnolia" dem ersten vollständigen Film-Jahrhundert mit einem unfassbaren Meisterwerk einen würdigen Abschluss setzte, hat er nun mit seinem vierten Streifen "Punch-Drunk Love" den ersten ganz großen filmischen Geniestreich des der 21. Dekade gelandet."Punch-Drunk Love" ist eine Ode an das Leben. Denn Leben besteht aus Liebe und Hass - aus Zuneigung und Gewalt. Barry Egan (Adam Sandler) ist somit der Prototyp eines Menschen, der zwischen diesen Extremen hin und her gerissen ist. Seiner romantischen, lieben und vor allem liebesbedürftigen Seite, seinem wahren Kern, steht ein durch eine schlimme Vergangenheit bedingter Hang zu plötzlichen, unkontrollierten Gewaltausbrüchen gegenüber. Eigentlich ist er in diesem fundamentalen Kampf der Leidenschaften ausichtslos gefangen. Doch es gibt Hoffnung in dieser Welt. Das Schicksal gibt Barry eine Chance. Es stellt ihm Lena Leonard (Emily Watson) an die Seite; eine Frau, deren Herkunft und Vergangenheit völlig ungeklärt ist, die nur ein Ziel, eine Berechtigung, einen Grund zu haben scheint: Ihr Dasein ist die Hoffnung auf Rettung für Barry. Nur gemeinsam können die beiden es schaffen, nur ihre Liebe kann die Kette von Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit in dieser komischen und schlechten Welt durchbrechen. Adam Sandler verleiht Barry Egan eine unbestimmbare und dennoch stets fühlbare universelle Ambivalenz, die den Zuschauer in jedem Moment mitreißt. Für Sandler ist diese Rolle eine Sensation, es ist die erste und denkbar beste Möglichkeit, endlich sein ganzes Können aufbieten zu dürfen. Emily Watson bildet dafür den perfekten Gegenpart. Auf der einen Seite könnten sie und ihre Figur kaum verschiedener als Barry sein, doch die verborgenden Gemeinsamkeiten spiegeln sich unumstößlich zwischen jeder Zeile (bzw. Bild). Watson stattet Lena mit einer geheimnisvollen Aura aus, die den wahren Zauber dieser Figur ausmacht. In großartigen Nebenrollen sind zudem die aus früheren Filmen Andersons bekannten Mimen Luis Guzmán und Philip Seymour Hoffman zu sehen, wobei insbesondere letzterer einmal mehr über sich hinauswächst. Hervorzuheben ist überdies wieder einmal die phantastische Kamera Robert Elswits, der zum vierten Mal die Bilder für Anderson kreierte. Seine Photographie löst sich weiterhin von allen Fesseln konventioneller Schemata und ist in ihrer bekennenden Künstlichkeit und kunstvollen Schönheit über alle Zweifel erhaben. Und über allem die abermals formidable Regie Paul Thomas Andersons, der seinen wahrhaft bewundernswerten Mut zur Abstraktion nochmals überbietet. Bereits das Drehbuch ist von einer wunderbar zweideutigen Sprache und frischen Originalität, die nur von Andersons eigner filmischen Inszenierung übertroffen werden kann. Die unkonventionelle Montage, die geniale Farbgebung, die unerreichte Kombination von handwerklich ausgereiftem storytelling und gleichzeitiger Kreation eines surrealen Subtextes - all dies macht "Punch-Drunk Love" zu einem unvergesslichen Filmerlebnis.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sägt an den Nerven - gut so! , 29. März 2007
Punch-Drunk Love ist ein Film, der tatsächlich durchgängig auf einem sehr hohen Level boxt. Musik, Farben, Dialoge, Einstellungen untermalen hervorragend den ständigen Adrenalinausstoß unseres Helden Barry, der in einer feindlichen alltäglichen Umwelt zurechtkommen muss. Hochgradig neurotisch und konfus wirkt er, als hätte er zusätzlich noch mindestens eine große Kanne starken Bohnenkaffee intus. Das überträgt sich auch auf den Zuschauer, allerdings wird hier sehr gut der Bogen zur Komödie und Satire geschlagen, der Film hält nämlich auch unglaublich treffende Gesellschaftsbeobachtung und gelungene Gags bereit. Musik, Einblendungen von psychedelischen aber vorwiegend ätzenden Farbspielen sowie die fiesen Schwestern sägen an den Nerven, allerdings im Positiven Sinne, da das hier sehr gut hereinpasst. Adam Sandler spielt im übrigen sehr überzeugend, die Figur des Barry wirkt keineswegs lächerlich. Der Film hat mir sehr gut gefallen, zum Entspannen oder Abschalten ist er nicht so sehr geeignet. Den Kurzfilm Blossoms and Blood, der auch noch auf der DVD ist, fand ich allerdings überflüssig, mehr so eine Art Kurzfassung des Films, naja.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
was man noch nie gesehen hat, 13. August 2004
"Punch Drunk Love" ist ein Film, bei dem man das Kino (bzw. DVD) ganz neu entdecken kann. Denn er ist wie kein Film zuvor war oder nach ihm sein wird. Selbst wenn man auf alles gefasst ist, schafft es "Punch Drunk Love" mühelos, den Zuschauer völlig unvorbereitet zu erwischen. Wer auf den Namen Adam Sandler hereinfällt und eine Teenie-Komödie mit Fäkalhumor erwartet, der wird unglaublich verärgert sein. Alle, die sich von dem Namen Sandler abschrecken lassen, verpassen einen schlicht wunderbaren Film, der so einzigartig ist, dass sogar Adam Sandler ihm nichts anhaben kann. Im Gegenteil - P.T. Anderson ("Magnolia") scheint der einzige Regisseur zu sein, der das gewalttätige, unberechenbare Potential des Schauspielers erkannt hat und zu nutzen weiß ("Die Wutprobe" hat es später ähnlich gemacht) für seine schräge Geschichte. Und wer hätte geglaubt, dass der amerikanische Tumb-Star und die wundervolle englische Emily Watson ein hinreißendes Liebespaar sein könnten, das den Zuschauer zum Staunen und Weinen bringt? Eben. "Punch Drunk Love" ist Komödie, Liebesfilm, Psychogramm, Horrorfilm, Drama und Charles Chaplin-Film, mit Momenten der Irritation, des Unverstehens, der absoluten Kino-Magie. Ein Wahnsinn.
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