Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beziehungskomödie, 3. Februar 2005
Die Feuilletons haben kein gutes Haar gelassen an dieser Inszenierung: zu oberflächlich soll sie sein, zu schrill, von musikalischer Unkenntnis der Regisseurin geprägt. Fest steht jedenfalls, daß die Aufführung ein echter Publikumsliebling und Kassenknüller geworden ist - zu Recht, wie ich finde:Doris Dörrie verlegt die Handlung in die Zeit des Flower Power. Kleinbürgerliche Spießigkeit trifft auf freie Liebe. Sicherlich gehen viele Publikumslacher auf das Konto des oberflächlichen optischen Eindrucks: veraltete Mode ist immer einen Kalauer wert. Aber Dörrie geht durchaus tiefer und zeigt den Strudel der Emotionen, in den sich Fiordiligi und Dorabella begeben. Schon im Opernhaus fand ich dabei Dörries Liebe zu den Details bemerkenswert. Durch die Nahaufnahmen auf dieser DVD hat man nun Gelegenheit, auch viele schöne Ausstattungsdetails zu entdecken, die einem als Zuschauer im 2. Rang schon gar nicht mehr aufallen. Dies dürfte nicht zuletzt Dörries Erfahrung als Filmregisseurin zu verdanken sein, wie diese DVD sich überhaupt durch eine ausgezeichnete Bildregie aus der Masse der Opern-DVDs abhebt. Die Sänger sind natürlich Geschmackssache. Wer eine Elisabeth Schwarzkopf oder Lisa della Casa für die Rolle der Fiordiligi erwartet, wird von Dorothea Röschmann enttäuscht sein. Was aber nicht bedeutet, daß die Röschmann schlechter singt. Sie hat einfach eine schlankere Stimme, die m.E. sehr geeignet für Mozarts Musik ist und liefert zudem ein eindringliches Rollenportrait. Roman Trekel gibt einen besonders zynischen Don Alfonso, der gerade durch seine unterkühlte Schmierigkeit eine besondere Komik erzeugt. Überhaupt ist allen Beteiligten eine große Lust am Spiel anzusehen. Einziges Manko dieser Aufnahme ist das Dirigat Daniel Barenboims, der schon ab den ersten Takten der Ouvertüre sehr breite Tempi wählt und einen nahezu romantischen Mischklang modelliert. Dies paßt weder zu den jugendlichen Stimmen der Sänger, noch zu der Spritzigkeit und zum Tempo der Inszenierung. Mit kleiner Einschränkung wegen des Dirgats also insgesamt eine sehr empfehlenswerte DVD-Einspielung, die auch technisch sehr gut produziert ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Cosi fan tutte Eben nicht alle machen es so, 26. Februar 2006
Cosi ist wohl die Oper von Mozart, die von Anbeginn die meisten Widersprüche hervorgerufen hat, trotz der Schönheit der Musik. Was musste diese Oper nicht alles über sich ergehen lassen, weil sie sich nicht einordnen ließ in Gut und Böse. Umdeutung, Verfälschungen, Neuübersetzungen - um bloß nicht die Originalfassung ertragen zu müssen. Doch bislang ohne ernsthafte Folgen. Die Musik ist so quicklebendig und aktuell, wie das Bäumchen-Bäumchen-wechsel-dich-Spiel auch. Genau das hat Doris Dörries als ‚Nicht-Opern-Fachfrau' wohl instinktiv gespürt und ihre knackige Version auf die Bühne gebracht. Erst durch die Verlegung ins Berlin der 70er Jahre wird die Sprengkraft des Stoffes, sein toller Witz, aber auch seine schwarze Bosheit, begreiflich und spürbar: keusche Treue gegen lustvolles Tändeln. Guglielmo verführt nicht nur stimmlich, sondern auch in Unterhose. Mozart damit zu demontieren, brauchte Doris Dörries nicht zu befürchten. Dass Mozart nicht nur der apollinische Jüngling, sondern auch der Zotenreißer war, wissen wir spätestens seit dem Film ‚Amadeus'. Der Kontrast des biederen Vorstadtmilieus mit genormter Einbauküche, belegtem Pausenbrot, gebügeltem Hemd und manikürter Gartenhecke gegen die einbrechende Welt der Buntheit, Ungezwungenheit und Verführung verwirrt nicht nur die beiden Schwestern, sondern auch die Zuschauer. Wenn Guglielmo mit seiner Stablampe ins Publikum leuchtet, trifft er nur auf erschreckte Gesichter, wo doch heitere Gesichter zu erwarten waren! Aber das ist Berlin im Jahre 2001. Durch diese Inszenierung ohne historischen Ballast bekommt ‚Cosi fan tutte' das zurück, was Mozart und da Ponte wohl von Anfang an wollten: Uns einen Spiegel der eigenen Unzulänglichkeit und Verführbarkeit vorzuhalten. Ein köstlicher Spaß, wenn man auch über sich selber lachen kann!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Bunt, vor allem bunt, 21. Januar 2005
Doris Dörrie baut eine Bürowelt gegen eine Hippiewelt auf. Viele Bilder, man muss sich schon ein wenig zwingen, noch auf die Musik zu achten. Sie ist durch ihre Filme sicher prädestiniert, ein Beziehungsstück zu inscenieren und man findet viele kleinere Scenen, die die Aspekte des Beziehungskampfes herausarbeiten. Barenboim unterstützt durch teilweise gedehnte Tempi, vor allem im Finale,das Quälende dieses nur scheinhar heiteren Stücks. Trotz eines C-Dur Schlusses macht Dörrie deutlich, dies ist kein happy end. Die Sänger sind alle auf Hauptstadtniveau, aber nicht mehr. Wegen der Sänger sollte man diese Aufnahme keinesfalls kaufen. Eine Dorothea Röschmann, die am Schluß ein wenig gefeiert wird, ist mit einer Schwarzkopf oder della Casa oder te Kanawa nicht zu vergleichen. Auch die anderen Sänger,ob Güra oder Trekel singen nicht überragend. Fazit: Wer es bei der Cosi bunt mag, soll zu dieser Aufnahme greifen, sonst ist eher unter den aktuellen Aufnahmen Harnoncourts Version aus Zürich zu empfehlen, Inscenierung Jürgen Flimm
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