An all den unzähligen Samplern, die im Lauf der letzten 40 Jahre mit Songs von Bob Dylan gefüllt wurden, war der Meister selbst nie beteiligt. Er kassierte nur die Tantiemen. Diesmal ist das anders. Der Sampler ist ein Soundtrack, und der (in den USA heftig verrissene) Film "Masked and anonymous" ein echtes Dylan-Vehikel: ER spielt die Hauptrolle, SEINE Songs werden gecovert - und ER hat dafür zwei neue Lieder geschrieben sowie zwei alte neu eingespielt. Anlass genug, um nicht "Diverse" in die Künstlerzeile zu schreiben, sondern SEINEN Namen. Zumal Dylan sein "Down in the Flood" mit erstaunlich jugendlicher Stimme durch ein Rhythm'n'Blues-Stoppelfeld knüppelt. Bei den Gästen erfreut die hochachtungsvolle Respektlosigkeit, mit der sie des Meisters Werk verarbeiten. Die Magokoro Brothers etwa inszenieren "My back Pages" so flockig latinpoppig, dass die Getragenheit des Originals sich glatt in die Sierra Nevada verflüchtigt. Und die geheimnisvolle Schwedin Sophie Zelmani singt "Most of the Time" auf beklemmende Weise tonlos. Wenn es stimmt, was sie in den USA über den Film sagen, dann ist dieser Soundtrack besser. Viel besser. (mw)