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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erfrischend unprofessionell..., 3. August 2004
...und eben deshalb wird der Kreis der Zuhörerschaft für Julie Delpys Album sicherlich nur begrenzt bleiben können. Mein Interesse an dieser CD wurde durch die beiden Filme „Before Sunrise" und „Before Sunset" geweckt, und Julies Lyrics lassen sich auch unmittelbar zur Handlung der Filme in Bezug bringen. In den Liedern ist eine große Sehnsucht bis hin zur Melancholie zu spüren. Stilistisch erinnert es weitgehend an Folk, und sogar ein wenig an die Zeit, als die Rockmusik in Deutschland gelernt hat, auf eigenen Beinen zu gehen. Die von Julie selbstgeschriebenen Stücke sind weitgehend in englischer Sprache gesungen, wer zufällig hineinhört, nimmt nicht unbedingt an, dass es sich hier um das Album einer französischen Schauspielerin handelt. Julie hat eine angenehme, frische und liebenswerte Stimme, sie entspricht ganz und gar der Leinwandpräsenz des Filmstars. Allerdings hört man auch recht bald heraus, das sie gesanglich weitgehend ungeschult geblieben ist. Bei dem momentan zum Teil recht hohen Standard der Vokalartistik in der Pop- und Rockmusik lässt sich dies nicht verbergen. Ich denke eben, stellvertretend für viele andere exzellente Sängerinnen, an eine Gwen Stefanie (No Doubt), oder an auch an AnNa R.(Rosenstolz). Im Vergleich zu heute gängigen Produktionen erinnert das Album schon eher an vergangene Tage, was aber auch seinen ganz speziellen Reiz hat. So wurde auch darauf verzichtet, durch all zu viele Studiotricks einen doppelten Boden zu erzeugen, und diese Ehrlichkeit schätze ich. Julies Singen hat ein angenehmes Vibrato, und etwas, das ich ein „Lächeln in der Stimme" nennen möchte. Manchmal ist es sogar ein bittersüßes Lächeln. Die Stimme eines musikalischen Naturkindes, einer guten Freundin, die Dir eben einmal ein paar Songs vorsingt und auf der Gitarre begleitet.Im Song „An Ocean Apart" fliegt schon wieder jemand davon, und man verspricht sich, den Kontakt nicht zu verlieren. (O weh, wie viele Jahre werden Jesse und Celine denn nach der Begegnung in Paris brauchen, bis sie sich wieder begegnen dürfen?) Höhepunkt ist sicherlich das Stück „A Waltz For A Night", das wir ja bereits aus dem Film „Before Sunset" kennen. Ein Album mit einem feinen Zauber, der durch Störungen allzu leicht hinweggefegt werden könnte, eher geeignet zum alleine hören und zum träumen, vielleicht an einem beschaulichen Vormittag, oder auch an einem einsam-schönem Abend, dann vielleicht mit einem guten Glas Wein. Wer die beiden oben erwähnten Filme mag, und wer in Julie Delpy eine der schönsten, ausdrucksstärksten und liebenswertesten Frauen des derzeitigen Kinos wahrnehmen kann, wird auch an diesem Album gefallen finden.
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