Aus der Amazon.de-Redaktion
Jahre lang sind sich die Living-Colour-Musiker konsequent aus dem Weg gegangen, doch sind sie an der Reunion nicht vorbei gekommen. Allerdings stellt sich die Frage, ob eine so legendäre Band wirklich noch einmal an ihre alten Heldentaten anknüpfen kann.
Beim ersten Durchlauf von Collideoscope ist man geneigt, alle paar Sekunden an den Tonreglern der Stereoanlage herumzudrehen. Die Produktion ist selbst für Living-Colour-Verhältnisse extrem trocken, die Gitarren sind weit heruntergestimmt, und zwischendurch wird ohne Rücksicht auf Verluste herumgelärmt. Erst bei näherem und wiederholtem Hinhören kristallisieren sich die Pluspunkte der Scheibe heraus. Corey Glover verfügt nach wie vor über ein beeindruckendes Organ, Vernon Reid ist zwischen seinen Krach-Attacken immer wieder für ein Killer-Riff gut, und die Rhythmus-Abteilung Doug Wimbish/Will Calhoun groovt wie Hölle. Nur im Songwriting-Bereich hapert es manchmal ein wenig.
An Meilensteine wie Vivid oder Stain können Living Colour mit Collideoscope leider nicht anknüpfen, unterm Strich bleibt aber ein passables, streckenweise mitreißendes Comeback-Album, das Lust auf die nächste Tour der Funk-Metal-Altmeister macht. --Michael Rensen
Der Künstler über die CD
Tour Collideascope European Tour 2003 26.09.03 Tollhaus Karlsruhe 01.10.03 Jazzhouse Freiburg 05.10.03 Backstage München 06.10.03 E-Werk Köln 07.10.03 Fuernache Mannheim 08.10.03 Columbia Fritz Berlin 09.10.03 Fabrik Hamburg