Aus der Amazon.de-Redaktion
Die vorliegende Doppel-CD bietet einen Querschnitt durch das breit gefächerte Repertoire der 1918 in Västra Karups in Schweden geborenen Sopranistin Birgit Nilsson. Ihre Stimme belebt auf der ersten CD berühmte Opernarien von Verdi, Puccini, Wagner und R. Strauss. Wagner vollzieht auf der zweiten CD den Wechsel von der Oper zum Lied (von "Mild und leise" aus
Tristan und Isolde zu den
Wesendonkliedern). Sibelius-, Grieg-, und Rangström-Lieder folgen, bevor die Aufnahme mit einer von der Sängerin geschätzten Zugabe, "I could have danced all night" aus
My fair Lady, einen eingängigen Abschluss findet. Birgit Nilsson lässt auf dieser Doppel-CD keine Sekunde an ihrer einzigartigen Stellung in der Welt des Gesangs zweifeln. Mit strahlendem Timbre, unforcierter Power und durch eine geradezu unheimliche Präsenz trumpft die Diva auf. Jede Gefühlslage wird ausgelotet, die einzelnen Phrasen werden stimmlich klug aufgebaut. Die Spitzentöne schleudert sie wie Leuchtraketen, die Mischung zwischen Natürlichkeit und Pathos gelingt ihr optimal.
Verdis heroisches "Ritorna vincitor" aus Aida lässt Birgit Nilsson bereits zu Beginn in ihrem Element erscheinen. Ein Höhepunkt folgt nun dem anderen: Alle aufzuzählen, würde zu weit führen. Puccinis "Vissi d'arte" aus Tosca erschüttert durch schöne Melancholie, Wagners "Einsam in trüben Tagen" aus Lohengrin und "Starke Scheite schichtet mir dort" aus der Götterdämmerung durch klug vorgetragenen Pathos. Und in der Titelrolle in R. Strauss' Salome ist Nilsson unübertroffen. In den fünf Wesendonkliedern von Wagner stockt dem Hörer der Atem: Nilsson lässt die feinsten Nuancen aufblitzen, durchmisst die für sie schier endlosen Möglichkeiten an künstlerischer Gestaltung, singt textverständlich und ausgeglichen. Dasselbe gilt natürlich auch für die in ihrer Muttersprache vorgetragenen Lieder von Jean Sibelius, Edvard Grieg und Ture Rangström (1884-1947).
Begleitet wird die berühmte Sängerin von namhaften Orchestern, u. a. dem Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden unter John Pritchard, den Wiener Philharmonikern unter Sir Georg Solti und Hans Knappertsbusch oder dem London Symphony Orchestra unter Sir Collin Davis. --Rudolf Kamm