Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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45 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein sehr vielversprechendes Debüt!, 17. Oktober 2005
Die junge Russin Anna Netrebko wurde in St. Petersburg von Valery Gergiev entdeckt und gefördert. Seitdem hat sie auf der Bühne viele Partien dargestellt und interpretiert. Es gelingt Anna Netrebko durch ihre Natürlichkeit und ihr ausdrucksstarkes Spiel zu überzeugen. Sie identifiziert sich sehr stark mit ihren Rollen, so dass der jeweilige Charakter scheinbar immer auch viel von ihr selbst erhält. Sie besticht durch ihren großartigen und dunkelgefärbten Sopran. Sie kann mit ihrer unverkennbar und ansprechenden timbrierten Stimme wunderbare Dinge machen, sie kann locken, liebkosen, schmeicheln und schwelgen. Ihre Intonation ist lupenrein, die Phrasierungen sind fließend und betörend. Die Höhen besitzen ungeheure Leichtigkeit, gepaart mit starken Gefühlsausbrüchen, so dass jede ihrer Interpretationen zu einem Erlebnis wird. Allerdings ist noch nicht alle Gold was glänzt: Viele Spitzentöne fallen ihr nicht wirklich leicht, in bewegteren Passagen verhakt sie sich immer wieder einmal. Aber daran kann und wird sie noch arbeiten und die noch vorhandenen Schwächen ausmerzen.Mit ihrem Debüt-Recital präsentiert sie eine vielfältige Mischung von Arien, die von Mozart bis zu Puccini reichen. Bei den meisten Werken auf dieser CD vermag Netrebko durchaus zu überzeugen und gefallen. Allerdings treten bei der ein oder anderen Partie auch Schwächen auf. Ihre Manon kann aus gesangstechnischen Gründen nicht so kokett sein wie einst etwa die von Victoria de los Angeles, und weil diese Koketterie nicht überzeugt, fehlt auch die Dimension der ausgekochten Durchtriebenheit. Die Probleme treten deutlicher bei „Quand j'aurai votre age" von Berlioz auf, und auch mit „Regnava nel silenzio" aus Donizettis Lucia di Lammermoor kann der Hörer nicht zufrieden sein. Hier fehlt noch einiges zu den phantastischen Interpretationen dieser Rolle, wie etwa von Joan Sutherland und Maria Callas. Die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Gianandrea Noseda unterstützen die junge Sopranistin fabelhaft und runden den guten Gesamteindruck ab. Anna Netrebko besitzt das Potenzial eines ungeschliffenen Diamanten. Wenn dieses Potenzial richtig bearbeitet wird, besteht kaum ein Zweifel daran, dass dieser CD noch viele weitere Folgen werden und Netrebko zu einem neuen Stern am Opernhimmel aufsteigen wird.
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120 von 147 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Viel Geschäft, wenig Kunst!!, 8. August 2004
Die bislang vorliegenden Kritiken zum Debut-Album von Anna Netrebko schwanken zwischen hymnischem Lob und krasser Ablehnung. Leider sind die Argumente beider Parteien nicht immer sachlich begründet. Ich möchte deshalb versuchen, die CD möglichst nüchtern zu beurteilen: Zunächst zur Stimme von Netrebko: Verkaufsfördernde Vergleiche mit Maria Callas verbieten sich eigentlich von vorneherein, denn die Callas war eine dramatische (Koloratur-)Sopranistin mit einem metallischen Stimmkern, während Anna Netrebko eine lyrische, weichere Stimme besitzt, mit durchaus ansprechendem Timbre. Die Stimme Netrebkos ist technisch nicht so weit ausgebildet, wie es für eine lange Karriere und v.a. für das Repertoire, das sie gewählt hat, notwendig wäre. Ihre Atemtechnik, Grundlage für ein ausdrucksvolles Legato und für mühelose Koloraturen ist mangelhaft. Die Koloraturen und Spitzentöne sind stets etwas verkrampft. Vielen Kritikern fällt das nicht auf, weil die Erinnerungen an die großen Virtuosinnen des 20. Jahrhunderts schon verblasst sind: Wer einen wirklich mühelosen Koloraturgesang hören will, sollte besser zu den Aufnahmen von Joan Sutherland oder der jungen Maria Callas (z.B. das Recital Koloraturarien, 1954) greifen. Die vorliegende CD ist ein typisches Beispiel für eine gnadenlose Vermarktungsstrategie: Eine junge, gut aussehende Sopranistin wird über die Medien zum Glamour-Girl stilisiert, um das breite Publikum dahingehend in die Irre zu führen, dass Oper ja eigentlich gar nicht so ernst und schwer sei. Anschließend wird von dieser Sängerin eine CD nachgereicht, in der eine Reihe eingängiger Melodien zusammengestellt sind. Da die meisten die großen sängerischen Leistungen der Vergangenheit ohnehin nicht kennen und deshalb Mittelmaß von großen Aufnahmen nicht unterscheiden können, läuft der Verkauf prächtig. Diese großen Leistungen der Vergangenheit sind leicht zu erklären: Früher mussten junge Sänger erst durch jahrelange Bühnen- und Podiumserfahrung reifen, bevor sie sich auf Schallplatte verewigen durften. Diese Sänger konnten in ihren Lehrjahren Phrasierungen und Klangfarben für eine Rolle entwickeln, so dass schließlich ein schlüssiges Rollenportrait entstanden ist, nicht nur eine Abfolge mehr oder weniger schön gesungener Noten. Dem Gesang von Anna Netrebko fehlt genau diese Phrasierungskunst. Die Figuren, die sie darstellt, bleiben blass. Wo expressives Singen notwendig ist, bleibt eine glänzende, schöne Oberfläche, ohne Gehalt. Fazit: Es wäre Anna Netrebko zu wünschen, dass ihr die Zeit des Reifens zur Verfügung gestanden hätte. So aber bleibt jedem, der sich für Belcanto-Kunst wirklich interessiert, anzuraten, die großen Aufnahmen der Vergangenheit zu studieren.
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Brav..., 17. Juli 2003
Ich habe diese CD mit Spannung erwartet, nachdem Frau Netrebko allerorten so hoch gelobt worden ist. Vorweg: Sie hat eine schöne Stimme, die mit viel Wärme und schönen Koloraturen zu berücken weiß. Allein, es fehlt der Stimme an Eindringlichkeit und Profil. So gelingt es ihr zum Beispiel nicht, die Zerrissenheit einer Donna Anna darzustellen, oder die Lebenslust schäumen zu lassen in der "Juwelenarie". Sie singt vom Blatt - das reicht nicht, das hat noch nie gereicht, um zu begeistern. Das „Lied an den Mond" singt sie comme il faut und deswegen bekomme ich keine Gänsehaut, weil sie die hohen Töne eben nicht den Bruchteil einer Sekunde länger hält, den es braucht, um die zehrende Sehnsucht der Rusalka so zu vermitteln, dass es einem den Atem verschlägt und zu allem Überfluß trifft sie am Ende der Arie den hohen Ton nicht richtig.. An die Interpretation von Renée Fleming kann sie hier jedenfalls nicht auch nur tippen... Und so legt Anna Netrebko meiner Meinung nach eine Debut-CD vor, die den oft zitierten Zauber ihrer Stimme nicht unbedingt erkennen läßt.
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