Aus der Amazon.de-Redaktion
Darf man von einer Institution, wie es Die Prinzen mittlerweile in Pop-Deutschland sind, wirklich Neues erwarten?
Monarchie in Germany, das neue Album der Leipziger, lässt den Hörer etwas zwiespältig zurück: Souverän -- ja, innovativ -- jein. Das nennt man wohl Qualitätssicherung.
Es wäre allerdings ungerecht Monarchie in Germany das Stigma des "künstlerischen Stillstands" zu verpassen. Nein, ein besser arrangiertes und produziertes Album hat es von den Prinzen nie gegeben. Melodien und gesangliche Darbietung bewegen sich auf ungewöhnlich hohem Niveau, und: Hits hat dieses Album auch mal wieder en masse zu bieten (Anspieltipp: "Chronisch pleite", ein augenzwinkernder Abgesang auf den Wohlstandsgeldbeutel -- zum Mitsingen, versteht sich!). Dass dabei ein wenig die Frische auf der Strecke bleibt, liegt wohl in der Natur der Sache, und ist hier wie zum Beispiel bei Westernhagen dasselbe: Die Band hat ein Erfolgskonzept. Und das ist so leistungsfähig, dass es nur in Nuancen geändert zu werden braucht. Diese Nuancen, die diesen Longplayer von früheren Werken der Leipziger Vokalgenies unterscheidet, sind: Es mischt sich ein wenig Punkrock unter die gewohnt witzig-provokativen Songs ("Tiere"), und auch sonst wurden die Scheuklappen an der Studiogarderobe abgegeben. Sogar ein halb gerappter Song ist auf Monarchie in Germany vertreten ("Entschuldigung").
Darüber hinaus sollten auch wunderschöne Balladen wie "Regen" oder "Ich schenk dir die Welt" nicht vergessen werden, die immer gefühlvoll, aber nie kitschig sind. Und, last but not least: Die perfekte, sehr zeitgemäße Produktion dürfte so manchem US-amerikanischem R&B Act die Tränen in die Augen treiben. Es bleibt dennoch festzuhalten: Der König von Pop-Deutschland heißt weiter Grönemeyer, Die Prinzen müssen sich eventuell erst selbst neu erfinden, um dann nach der Krone greifen zu dürfen. --Sigi Perner
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