Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Produzent Aaron Levinson hatte eine feine Idee: Warum nicht die Jazzszene einer Metropole darüber neu einfangen, dass man Musiker, die dort ansässig oder geboren sind, ins Studio holt und Ideen ausklügeln lässt? Das
Philadelphia Experiment kam denn auch gut an. Levinsons zweiter Streich gilt der Motorcity Detroit, die bekanntlich neben Jazz auch in Sachen Soul, HipHop und Mixmaniacs einiges bieten kann. Mit Carl Craig suchte Levinson nach Legenden und fand Leute wie Marcus Belgrave, Regina Carter, Bennie Maupin, Geri Allen. Junge Wilde gesellten sich hinzu: Amp Fiddler, Jeremy Ellis, die forsche Invincible oder Roots-Produzent Kariem Higgins.
Im Ergebnis flirten Funk und Jazz schwer miteinander, die Geschichte des Detroit-Sounds erfindet sich neu, HipHop kniet einmal wieder nieder vor den Klassikern, aber diesmal ganz souverän. Und die Alten, die mit Miles Davis oder Herbie Hancock bereits elektronischen Experimenten gegenüber nicht abgeneigt waren, lassen sich von housigen Beats nicht einengen, auch wenn die am Ende des Albums dominieren -- aber erst dann. Denn die spacigen Nummern wie "Space Odyssey" oder "Think Twice" entschädigen für die wenigen Tracks, die im Disko-Funk der Seventies stecken. Doch selbst deren Rhythmen liefern den Solisten den richtigen Teppich zum coolen Gegenpart. Detroit motorisiert sich mit heruntergetretenem Gaspedal. --Uli Lemke