von Domingo
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von London Philharmonic Orchestra
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von Callas
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von Herbert Von Karajan
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von Muti
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Angela Gheorghiu muss sich für diese Partie aus ihrer Sopran- in die Mezzo-Lage begeben, wie dies vor ihr unter anderen schon Victoria de los Angeles, Leontyne Price oder Maria Callas getan haben. Die dabei zu erwartenden Register-Probleme halten sich sehr in Grenzen; es gelingt Gheorghiu, ihrer Stimme durchgehend eine dunklere Färbung zu verleihen, mit der sie der Partie sowohl technisch als auch hinsichtlich des Charakters gerecht wird. Ihre Carmen gehört im Vergleich zu den Aufnahmen der letzten Jahrzehnte ohne Zweifel zu den besten Verwirklichungen dieser Partie.
Ein besonderes Bonbon bietet sie übrigens in Form einer früheren Version der berühmten "Habanera", die als Alternative hinter die bekannte Antrittsarie gestellt wurde. Noch in anderer Hinsicht unterscheidet sich diese Aufnahme von der Carmen-Tradition der jüngeren Vergangenheit: Plasson zog die von Bizets Freund Guiraud nach dessen Tod komponierten Rezitative den gesprochenen Dialogen vor und knüpft damit wieder an eine ältere Aufführungspraxis vor der kritischen Ausgabe Fritz Oesers (1964) an.
Was aber haben die anderen Sänger zu bieten? Inva Mula als Micaela gibt sich mit ihrer im positiven Sinne reifen und vollblütigen Stimme etwas weniger mädchenhaft, als der Hörer von berühmten Vorgängerinnen gewohnt ist; durch stimmschöne und homogene Gestaltung kann sie sich jedoch überzeugend profilieren. Roberto Alagna hinterlässt insgesamt einen erstaunlich positiven Eindruck, obwohl er auch hier natürlich nicht auf die bekannten Rauheiten und harschen Akzentuierungen verzichten kann; allerdings scheint ihm die Partie des Don José prinzipiell gut zu liegen.
Große Konkurrenz hat er als Liebhaber Carmens jedenfalls nicht: Thomas Hampson verfügt nicht (mehr) über die stimmlichen Mittel, um den Stierkämpfer Escamillo als "Mann der Tat" mit überwältigender Ausstrahlung und entwaffnendem Sex-Appeal darzustellen. Vielmehr bekommt man eine Vorstellung davon, wie Dietrich Fischer-Dieskau vielleicht in dieser Partie geklungen hätte. Dafür gibt es aber ein Trostpflaster: Ludovic Tézier bezaubert in der kleinen Rolle des Moralès durch die Geschmeidigkeit und Fülle seines wundervollen Materials, und er bekommt aus dem Fundus der irgendwann gestrichenen Passagen auch im ersten Akt noch eine Szene dazu, was sehr zum Vorteil dieser Produktion ist. --Michael Wersin
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