Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ambitioniertes und keineswegs misslungenes Experiment, 15. Februar 2008
Regisseur Francois Ozon hat sich mit "8 Femmes" an ein künstlerisch anspruchsvolles Sujet gewagt, das in Frankreich ebenso viel Anklang gefunden hat, wie in Deutschland, wo diese Produktion 2001 sogar den Silbernen Bären bei der Berlinale gewinnen konnte. Die Hauptdarstellerinnen, insbesondere die vier Superstars des französischen Kinos Deneuve, Ardant, Huppert und Béart präsentieren sich als wundervolle Persiflagen ihrer ansonsten angestammten Rollenklischees. Um das beurteilen zu können, muss man natürlich ihr sonstiges Rollenfach kennen, denn nur dann wird der Mut dieser vier großen Grazien, der Mut zur Selbstironie hier durchaus deutlich.
Auch die Besetzung der Synchronstimmen scheint mir hier sehr passend gewählt, wenn Senta Berger der Deneuve ein wenig Münchner Schickimicki-Arroganz verpasst, Hannelore Elsner Fanny Ardants alterndem Flittchen die Stimme leiht, Katja Riemann als zickiger Klangkörper für die hysterischen Auftritte Isabelle Hupperts dienen darf und schließlich Emanuelle Béart, deren luderndes Hausmädchen Louise von Nina Hoss ins Deutsche transportiert wird.
Die Handlung gleicht einem Agatha Christie-Krimi, wenn die acht anwesenden Frauen unter sich die Mörderin des Hausherrn herauszufinden trachten. Durch widrige Umstände auf sich selbst zurück geworfen, treten bald die Abgründe jeder einzelnen der anwesenden Frauen zu Tage, so dass ein munteres Rätselraten mit abschließender Pointe entsteht, das allerdings nur den äußeren Rahmen für ein Feuerwerk szenischer Groteske und musikalischer Hommage bietet. Jede der acht Darstellerinnen gibt im Laufe des Films ein berühmtes französisches Chanson zum besten, jeweils auch ansprechend und zum Teil voller Anspielungen (wie bei Ardants Gesangseinlage, deren Choreographie eng an Rita Hayworths entsprechender Szene in "Gilda" angelehnt ist), was dem Film zusätzlich eine besonders eigentümlich artifizielle Stimmung verleiht, die auch sehr gut zur gewählten Zeit der Geschichte Anfang der 50er Jahre passt.
Die Extras sind eher mager, das "Making Of" zwar eine Stunde lang, gleicht aber eher einem etwas aufgemotzten "Behind the Scenes", bietet also sehr wenig Interviews und Hintergründe, was bei der illustren Besetzung etwas schade ist.
Fazit: Große Besetzung, große Intrigen, große Szenen. Gute Unterhaltung auf hohem Niveau von Könnerinnen ihres Fachs mit Mut zur Selbstironie dargeboten. Allein für die etwas auf der Strecke bleibende Lebendigkeit ziehe ich einen Stern ab. Bleiben vier Sterne für acht großartige Frauen in einer Geschichte, wie das Leben sie geschrieben haben könnte, wenn das nicht Robert Thomas in Form der Theatervorlage für diesen Film erledigt hätte.
|
|
|
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Es gibt keine glückliche Liebe!", 5. Oktober 2009
"8 Frauen" ist ein Film von Francois Ozon aus dem Jahr 2002. Dieser Film bedeutete für Ozon auf Grund seines Erfolges den internationalen Durchbruch. Er arbeitete hier mit der ersten Garde der französischen Darstellerinnen, die sich von ihm auch bereitwillig führen ließen und denen er sogar die Scheu vor den Gesangs- und Tanzeinlagen nehmen konnte.
Die Handlung spielt in einem verschneiten Landhaus in den fünfziger Jahren. Hier treffen wir auf acht Frauen, Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Isabelle Huppert, Ludivine Sagnier, Emmanuelle Béart, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux und Firmine Richard, und einen toten Hausherren mit einem Messer im Rücken. Das Telefonkabel wurde durchschnitten, die Kabel des Autos ebenfalls und wegen des starken Schneefalls ist kein Entkommen möglich. Es kann keine Polizei gerufen werden, also beginnen die Frauen, sich gegenseitig des Mordes zu verdächtigen und tatsächlich hat jede einzelne von ihnen ein paar Leichen im Keller, sozusagen. Es folgen zahlreiche Beschuldigungen und Verdächtigungen und immer neue Wendungen. Jede der Frauen hatte ein Motiv, den Mann zu töten, aber wer war es wirklich? Das Ende, so viel sei verraten, ist dann sehr überraschend. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass alle eigentlich unglücklich Liebende sind, jede auf ihre Art. Durchbrochen wird das ganze durch wunderbare Gesangsnummern, die zum Teil gewollt kitschig sind, andere wieder sehr zu Herzen gehend, und den Film dadurch auf eine besondere Ebene heben. Der Film ist sehr theaterhaft inszeniert, als würde er auf einer Bühne spielen, was ich persönlich sehr schön finde, aber sicher nicht Jedermanns Geschmack ist.
Ein toter Mann, acht verdächtige Frauen und mittendrin der großartige Regisseur Francois Ozon, ein Mann, der die Frauen versteht und seine Diven hier in fantastische Kostüme steckt und sie wundervoll präsentiert. Die Kämpfe dieser Frauen werden mit Worten geführt und das kann schlimmer sein als jede Waffe. Ich muss gestehen, eine große Schwäche für Francois Ozon und seine Filme zu haben, weswegen ich hier ganz schwärmerisch volle fünf Sterne vergebe für einen Film, der sich so schön von vielen anderen abhebt und einfach ganz außergewöhnlich ist. Absolut empfehlenswert.
|
|
|
28 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vergnüglicher, abwechselungsreicher Genremix, 20. Dezember 2006
Leise rieselt der Schnee. Eine Schneelandschaft wie gemalt. Ein einsames Landhaus. Ein Reh sucht auf der Terrasse nach Nahrung. Eine scheinbar gemütliche, friedliche Idylle. Aber nur scheinbar, denn der Herr des Hauses liegt mit einem Messer ermordet in seinem Bett. Schnell wird klar, dass nur eine der sich im Haus aufhaltenden Frauen als Täterin in Frage kommt.
Acht Frauen, die zu der Verwandtschaft und Dienerschaft des Ermordeten gehören. Jede von ihnen hätte ein Motiv für den Mord. Wer war es? Vielleicht die kühle, fremdgehende Ehefrau? (Catherine Deneuve)? Oder die verstoßende, laszive Schwester (Fanny Ardannt)? Welches Spiel treiben die altjüngferliche, schrullige Schwägerin (Isabelle Huppert) und ihre angebliche gehbehinderte Mutter (Danielle Darrieux)? Sind die jungendlichen Töchter (Ludivine Sagnier und Virgine Ledoyen tatsächlich so harmlos wie sie aussehnen? Und dann gibt die Dienstboten, die charmante Haushälterin (Firmine Richard) und das hübsche wie freche Dienstmädchen (Emamanelle Béart). Beide nicht gerade ein Beispiel für ehrlche Dienerschaft.
Pikanterweise befinden sich die acht Tatverdächtigen in einem Agatha Christie-Szenario. Abgeschnitten von der Außenwelt können sie weder Hilfe von Außen holen, noch den Ort der Tat verlassen. Es folgen gegenseitige Verdächtigungen, nach und nach werden die seelischen Abgründe eines jeden der Anwesenden offengelegt und dunkle Geheimnisse kommen ans Tageslicht, den jede von ihnen hat etwas zu verbergen. So weit so gut.
Der Regisseur Francois Ozon denkt aber gar nicht daran einen gradlinigen Kriminalfilm zu inszenieren, sondern lockert das kammerspielartige Kriminalstück zum Amüsement der Zuschauer mit Komik und Gesang und Tanzeinlagen auf. Der Krimi wird zur Komödie, die Komödie zum Musical und das Musical wieder zum Krimi. Ein äußerst gelungener Genremix. Alles ist möglich. Und so ist nicht einmal die Frage am spannendsten, was nun hinter dieser Mordtat steckt, als vielmehr was Ozon als nächstes seinen acht exzellenten Darstellerinnen abverlangt. Hinreißend Isabell Huppert, die als weiblicher Louis de Funès einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit beweist. Der Film ist reich an göttlichen Dialogen. Es ist ein Mordsspaß, die acht Frauen beim Hassen und Singen zuzusehen. Jede der Schauspielerinnen erhält ihre eigene Gesangseinlage, allesamt wunderschön, kitschige Chansons, die die unterschiedlichen Frauen noch einmal zusätzlich charakterisieren.
Neben den Gesangseinlagen und den überdrehten Charakteren, tragen auch die satten Farben zu einer irrealen Atmosphäre bei. Der Film wirkt äußerlich im besten Sinne wie ein Film aus den fünfziger Jahren. Auch bei dem Agieren der Schauspielerinnen glaubt man dauernd Déjà vus mit Szenen aus Filmen aus Hollywoodfilmen vergangener Epochen zu haben.
"8 Frauen" ist bestes Unterhaltungskino. Es ist eine Freunde den acht Darstellerinnen zuzusehen und man bedauert am Ende, dass der Film schon vorüber ist. Ein Film, der zu wiederholten Sichtungen einlädt.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|