Es ist eine Freude, eine Kompilation wie diese in Händen halten zu dürfen:
Andromeda-Box 2. Staffel. Wer hätte zu Beginn der Serie gedacht, dass eine Kritik eines Tages mit diesen Worten beginnen würde?
Gene Roddenberry hat diese Serie einst entwickelt. In seinen persönlichen Unterlagen befand sich ein Konzept, dessen Realisierung er jedoch nicht mehr persönlich erleben sollte. Fast zehn Jahre nach seinen Tod fiel im Jahr 2000 die erste Klappe zur Serie. Nach ihrem Start waren die Reaktionen gespalten. Mit Mission: Erde lief bereits parallel eine zweite Serie, die auf Unterlagen des erfolgreichen TV-Produzenten basierte. Nach einem sehr viel versprechenden Start war diese Serie jedoch gewaltig ins Straucheln geraten, und abgesehen von einer kleinen Fangemeinde hatte das große Publikum das Interesse an ihr schnell verloren. In dieser Situation startete nun eine zweite Roddenberry-Serie -- und erntete vor allem eines: vernichtende Kritiken.
Zu Recht? Die erste Staffel ist besser als ihr Ruf. Es gibt einige durchaus interessante Episoden und Entwicklungen. Doch Andromeda konnte nicht in Gänze überzeugen, da sie oft viel zu zahm daher kam, zu nett -- und damit letztendlich zu langweilig.
Die Grundidee der Serie sieht vor, dass der letzte Überlebende eines gigantischen Sternenreiches, dem Commonwealth, Captain Dylan Hunt (Kevin Sorbo), nachdem er 300 Jahre im Ereignishorizont eines schwarzen Loches festgesteckt hat, sich daran begibt, das inzwischen untergegangene Commonwealth neu zu formieren. Mit einer Hand voll Söldner und Halbkrimineller, die in seinem Vorhaben einen neuen Lebenssinn finden, macht er sich daran, diesen Traum zu verwirklichen.
In der zweiten Staffel, die in dieser Box vorliegt, ist nun vor allem das Tempo angezogen worden. Action, Action und nochmals Action lautet das Motto. Doch nicht nur das: Die Figuren haben endlich Konturen bekommen. Vor allem Dylan Hunt ist nicht mehr nur der Ritter in glänzender Rüstung. Hunt hat einen Traum -- und um diesen Traum zu verwirklichen, geht er in dieser zweiten Staffel auch schon einmal über Leichen, wenn es sein muss. Vernunft ist zwar nach wie vor sein treuester Begleiter, doch leider gibt es in einer weitest gehend gesetzlosen Galaxie zu viele Diktatoren und andere Herrscher, die hin und wieder zur Vernunft gezwungen werden müssen.
Die Effekte sind auf allerhöchstem Fernsehniveau, die Action kann manch einen Kinofilm in den Schatten stellen. Natürlich bietet auch die zweite Staffel ein oder zwei schwächere Episoden. Welche Serie aber kann von sich behaupten, ausschließlich Meisterstücke zu produzieren? Es überwiegt der positive Eindruck, und nach dem Anschauen dieser zweiten Staffel bekommt man Lust auf mehr. Andromeda ist großes Action-Fernsehen! --Christian Lukas