Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Berührend und bewegend, 12. August 2005
Völlig anders (als der unten abgedruckte) ist MEIN Eindruck von diesen Werken: dass beide unbestreitbar Meisterwerke der Kammermusik des 20. Jahrhunderts sind, dessen ist man sich nach kurzem Einhören bewusst. Dass die Künstler die Schärfen, die Kanten, Ecken und Wunden dieser Musik nicht noch betonen, ist hörbar - aber nicht verboten, sondern eine in meinen Augen gültige, eigenständige Sicht dieser tief traurigen, aberNICHT unbedingt kämpferischen Musik - beide Werke haben immer wieder erstaunliche, überraschende, aber tief berührende Episoden stiller Schönheit und Trauer - und zumindest auf dieser CD auch von Resignation, von Aufgeben des Kampfes. Dies scheint mir zumindest für Shostakovichs Spätwerk - es ist sein letztes von 15 Streichquartetten - eine angemessene Deutung, passend zur Stimmung der letzten Kammermusikwerke (Hörempfehlung: seine Violin - und vor allem seine "im Sterben" vollendet Violasonate!). Die Aufnahmetechnik empfinde ich als herausragend GUT (!!): die Instrumente klingen voll, warm, "beseelt" im positiven Sinn - tatsächlich weit entfernt von kratzenden, beißenden Kämpfen früherer Quartette - und älterer Aufnahmetechnik! Keinesfalls gibt es Brei oder Sauce - das Hörbild erscheint mir klar, die Instrumente gut getrennt voneinender, der Raum zwar "atmosphärisch", aber ich habe KEINEN übermäßigen Hall entdeckt (gegen den ich ebenso allergisch bin wie mein Vorkritiker und der wirklich Aufnahmen zerstören kann). Ich kann nur empfehlen, in diese Aufnahme hineinzuhören. Zu ECMs Gestaltung kann man so oder so stehen - MUSIKALISCH haben mich beide Werke NOCH IN KEINER AUFNAHME SO BERÜHRT wie in der vorliegenden, und es wäre schade, wenn potentielle Interessenten sich von dieser bewegenden Erfahrung abbringen ließen durch eine negative Kritik. Shostakovich übrigens soll offenbar - für seine Umgebung schon fast erschütternd - regelmäßig mit fast jeder Aufführung seiner Werke zufrieden gewesen sein - da bleibt schon Platz für eigenständige Deutungen! Empfehlung: am Ende eines langen Tages im Dunkeln hören mit viel Zeit und viel Aufmerksamkeit... P.S: Wieso amazon das Ganze "Quartette" (!!) nennt, wird wohl eines der ewig ungelösten Rätsel seltsamer Namensgebungen bleiben...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Lento-Soße an Bedeutungskitsch, 15. Februar 2005
Die Interpretation der beiden hier eingespielten Werke ist ein bisschen wie das Cover-Artwork der CD: unscharf, aber irgendwie bedeutungsschwanger. „Lento" heißt die CD, und auch das klingt schwer nach Kunst mit hohem Anspruchsfaktor. Lento meint hier: Geheimnis, Stille, Tod und Unsagbares. Musik der Andacht und Besinnung. Der Rest ist Schweigen. Doch das Zuviel schlägt um - in Kunstgewerbe und Bedeutungskitsch. Das alles wäre nicht weiter tragisch, ließe sich nicht auch noch das Keller-Quartett vom Corporate Design des Anspruchs-Labels ECM „infizieren". Was bei Schnittkes Klavierquintett aber noch hingehen mag, wird spätestens bei Schostakowitsch zur Qual: zerdehnte Tempi, unscharfe Phrasierung, raunende Beschwörung - Lento-Soße ohne Pepp. Das Ganze ist eingebettet in einen weichen, wattigen Raumklang, der auch den letzten Rest von Schärfe aus der Musik herausweichspült. Auf der Strecke bleibt der raue, trockene, kratzige, stechende, widerborstige und atheistische Schostakowitsch, herauskommt der geglättete, fromme, verschwiemelte und letzte Worte raunende „ECM-Schostakowitsch" ohne Biss und Ironie. Fazit: Auf den alten „sozialistischen" Melodiya-Vinylschallplatten sind die Streichquartette von Dimitri Schostakowitsch viel adäquater und authentischer aufgehoben als auf der silbernen Designerscheibe „made by ECM".
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