Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Poesie des Vergessens..., 25. März 2003
Man braucht Ruhe und Geduld für diesen Film. Sehr viel sogar. Vielleicht sogar ein wenig ZU viel. Hier geht es sehr schwer und ernsthaft zu. Was beileibe nichts schlechtes sein muß - wenn man mit der richtigen Erwartung an den Film herangeht.Vergeßt alle Bezüge zu GHOST IN THE SHELL, und deshalb auch zu MATRIX, was die filmischen Mittel und den Stil des Films angeht. Inhaltlich, sicher, geht es um etwas sehr ähnliches: um das, was hinter der öden Fassade des Alltags steckt oder stecken KANN; darum, was man selbst aus seiner Realität machen kann; darum, daß "Realität" als solches vielleicht nur eine Floskel ohne universal bindende Bedeutung ist; und darum, daß die allgemein akzeptierte Realität für den einzelnen nicht die wirklich entscheidende Grundlage des Erlebens sein muß. Ja. Sehr ernsthafte philosophische Themen. Und im Gegensatz zu MATRIX und anderen Popcornfilmen auch entsprechend ernsthaft abgehandelt. Obwohl es hier vordergründig um ein illegales Computerspiel geht, um das Erleben des Spiels, um die Suche nach einem geheimen Level innerhalb des Spiels (und sich auch ca. zwei Drittel des Films in diesem Spiel, Avalon, abspielen) - erwartet bloß keine nennenswerten CGI-Effekte (oder überhaupt Spezialeffekte). Was AVALON bietet, sind fast ausschließlich monochrom-braunstichige Bilder, die Tristesse, Ödnis, Melancholie, Elegie heraufbeschwören. Ich fühlte mich des öfteren an die letzte Verfilmung von Orwells 1984 erinnert, und auch an THE SLEEPWALKER (Argentinien, Fantasy FilmFest 2000). Ein toller Soundtrack ist auch vorhanden - allerdings darf man wohl keine unüberwindbaren Antipathien gegenüber Opern hegen, um den Film genießen zu können... Während wir erleben, wie die erfolgreiche Avalon-Spielerin Ash sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Geheimlevel begibt - um auch die letzten Geheimnisse des Spiels zu ergründen, und um eine alte Schuld auszugleichen -, tauchen wir tief in grundlgende Fragen des menschlichen Erlebens ein, die sich schon in einem Götter-Mythos, der im Film zitiert wird, formuliert finden: Nachdem Odin Schiffbruch erlitten hatte, wurde er von der Fee Morgan Le Fay sicher auf die Insel Avalon gebracht. Hier erholte er sich, fand zu alter Stärke zurück, und lebte fortan glücklich und zufrieden in diesem seinem Reich. Was er jedoch nicht merkte, war, daß Morgan ihm eine Krone aufgesetzt hatte - die Krone des Vergessens... und er vergaß, daß es noch eine "echte" Welt dort draußen gab, daß er eine Heimat hatte, daß er eigentlich ein anderes Leben hatte... Die Analogien zur Geschichte von Ash (und vielleicht von uns allen...) sind überdeutlich. So weit, so gut. Mir persönlich leider ein wenig zu zäh bis ermüdend, um ein wirklicher Hit zu sein. Voller tiefschürfender Überlegungen, intelligent inszeniert, atmosphärich: sicherlich. Jedoch für meinen Geschmack ein wenig ZU trübe und bewegungslos (was man nach der furiosen Anfangs-Viertelstunde nicht unbedingt erwarten würde). Wahrscheinlich insgesamt ein "wichtiger" Film. Und bestimmt nicht schlecht. Aber eben... zähflüssig. Und sehr sehr schwer.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Avalon nicht gleich Matrix!, 24. Dezember 2002
Viele enttäuschte Rezensenten von Avalon sind offenbar auf die (leider) sehr verwirrende Beschreibung des Filmes in der Werbung und/oder auf der Verpackung hereingefallen. Ich denke, dass man Avalon NICHT mit Matrix vergleichen kann (oder wenn dann nur sehr, sehr oberflächlich!), dass Avalon KEIN Actionfilm ist und er für den Matrix-Fan auch wenig geeignet ist. Matrix wird oft als einer der philosophischsten amerikanischen Actionfilme der letzten Jahre genannt. Das ist kein Wunder: In dem typischen Ami-Actionfilm kämpft der Gute gegen viele böse Leute, verliebt sich in eine Frau (oder umgekehrt) und gewinnt am Schluss. In Matrix kämpft der Gute gegen viele böse Computerprogramme(!), verliebt sich in eine Frau (oder umgekehrt) und gewinnt am Schluss. ;-) Das soll hier keine Kritik sein und auch kein Angriff auf die Matrix-Fans, ich will nur verdeutlichen, wie sehr man sich an manche Stereotypen gewöhnt hat und wie schwer es offensichtlich manchen fällt, ohne sie zu leben. :-) Ich bin auf Avalon gestossen, da ich ein großer Fan von Mamoru Oshii, dem Regisseur bin - wer 'Jin Roh' oder 'Ghost in the Shell' gesehen hat, der mag das nachvollziehen. Die große Stärke Oshii's liegt in der unwahrscheinlich lebensechten Darstellung der Charaktere, der glaubhaften Vermittlung der Story und vor allem der sehr subtilen Spannung und Atmosphäre. An diesem Punkt scheiden sich offenbar die Geister: Gerade dadurch, dass NICHT 120 Minuten lang Action ist wird der Film doch erst glaubwürdig!! Dadurch, dass man auch mal sieht, wie Ash ihrem Hund was zu essen macht, durch die bewusst wiederholte Darstellung des Alltags, der Trostlosigkeit der Umgebung, erst dadurch ergibt sich diese einmalige Atmosphäre, erst dadurch kann man sich in den Charakter Ash hineindenken! Die wundervoll sphärische Musik von Kenji Kawai tut hier (wie auch schon in anderen Oshii Filmen) ihr übriges. Die Special-Effects sind sehr gut, stehen allerdings nicht im Mittelpunkt des Filmes. Insgesamt lehnt sich der Film vom Stil her sehr an japanische Filme an. Und ohne den Schluss vorwegzunehmen: gerade auch die gelbstichige Darstellung gibt einem am Ende Rätsel auf. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich beim einmaligen Anschauen des Filmes noch zu keiner Erklärung, was die Story angeht, gekommen bin. Auch darin unterscheidet er sich von Matrix, wo im Grunde nach 30 Minuten alle Geheimnisse gelöst sind. Avalon erklärt nichts, sondern stellt Fragen - die scheinbar durchaus mehrere Interpretationen zulassen. Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, und ich werde ihn mir garantiert noch mehrere Male anschauen! :-) Ich empfehle jedem dazu, sich diesen Film anzuschauen, dem auch die folgenden Filme gut gefallen haben: Sixth Sense, 2001: a Space Odyssee, PI, Jin Roh, Ghost in the Shell, Millennium (Serie)
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bildgewaltiges Meisterwerk zum Nachdenken, 12. Oktober 2006
Die Story wurde ja schon lang und breit abgehandelt. Und es gibt positive und negative Meinungen zu diesem Film. Was also fasziniert daran, das es so viele Meinungen gibt?
Die Action:
Die Actionsequenzen sind mit sehr coolen Kamerafahrten gespickt und auch wirklich schön anzusehen.
Sowohl Computergeneriertes Kriegsgerät, als auch echtes (mit bestem Dank an das polnische Militär) werden hier teilweise gezeigt und lassen so manchen Militaria angehauchten mit einem breiten Grinsen vor dem Fernseher sitzen. Und es ist einer der wenigen Filme, in denen es einen Hind gibt.
Ja, richtig gelesen, dieser achsoschöne Helikopter, der in einigen Szenen
vorkommt und sogar wunderschön vor der Kamera herumfliegt, ist sicher ein dicker Pluspunkt, da es nicht viele Filme mit solcher Bestückung gibt.
Ballermäßig gibts auch was zu sehen, die Schießereien sind gut in Szene gesetzt und gut vertont, es gibt nur nicht so viele. Getroffene lösen
sich in Pixelfluten auf und verschwinden einfach.
Hier gibt es ebenfalls dank dem polnischen Militär ordentlich russisches Handfeuerwaffengerät zu sehen, mal abgesehen von einer deutschen Mauser C96 Pistole. Anfangs könnte man damit rechnen, das es ein Endshootout oder eine größere Massenschlacht am Ende gibt. NEIN, gibt es nicht. Die Action findet in den ersten 70% bis 80% des Films statt, eben in den gelegentlichen Ausflügen nach Avalon. Sie sind Beiwerk und nicht Haupteil des Films.
Mein Rat: Nur Geballer und Actionfans sollten sich diesen Film nicht anschauen, eher ausleihen oder Anime und Eastern-Interessierten empfehlen.
Inszenierung:
Der Film wechselt sich ab mit den kurzen Besuchen in der digitalen Weld Avalon, die fast immer mit einer kurzen Maploadingsequenz
gestartet werden, was mich sehr angesprochen hat und dem Leben der Ash in der realen Welt des Films. Diese beiden Welten sind in einem sehr
merwürdigen Grauton gehalten, was die Atmospähre sehr bedrückend macht.
Die Realweltszenen bestehen teilweise aus Alltagsszenen, wie zum Beispiel
der Fahrt in der S-Bahn, wo die Kamera für mehrere Sekunden einfach nur aus Ashs Perspektive in den Fahrraum schaut, das Kochen von Ash, ein Treffen mit einem anderen Spieler, dem beim Essen mit den Fingern zugeschaut wird, die einzig wirklich nervige Szene für mich im ganzen Film und anderen ruhigen, wortlosen Momenten. Diese Momente sind nicht für jeden geeignet, weil sie zur Langeweile neigen. Leute aber, die zb. Jin-Roh, ein absolutes Meisterwerk von Mamoru Oshii kennen, die kennen auch solche Momente. Vor allem die S-Bahn Sequenzen sind fast identisch.
Wer also sich mit japanischen Vorlieben für solche Chillszenen anfreunden kann, bzw. sie mag, der muß diesen Fim sehen. Den die Bilder, die der Film zeigt, sind einfach extrem ansprechend. Stets weiß die Kamera genau was sie filmen soll, damit man sich nur innerlich sagt: "Wow, das sieht fett aus!" Und das kommt nicht nur einmal vor...
Soundtrack:
Für den Soundtrack hat man zwei polnische Chöre verflichtet, die ihre Arbeit verdammt gut machen und vor allem das Avalon Theme Song geht wirklich unter die Haut. Hier werden ebenfalls nur Leute von klassischen Töhnen, die man ja von Jin-Roh her kennt, auf ihre Kosten kommen. Diese aber haben sogar mich begeistert und es ist wohl eine Subkategorie von Musik, in die man den Avalon Soundtrack einreihen muss. Fans von großen Rollenspielen, mit ähnlichen klassischen Musikthemen werden mit dem Soundtrack zufrieden sein.
Das letzte Bisschen:
Damit ist das letzte Stück Film gemeint, was die letzten 30% Prozent des Films ausfüllt. In diesen Dreißig Prozent muss sich der Zuschauer von dem gerade gewöhnten Grau-Look an eine ganz normale Kamera gewöhnen. Ohne jegliche Filter oder Nachberarbeitung wird hier in Farbe das letzte Stück des Films abgehandelt, was ja das sogenannte Special Level A ist. Das ist anfangs mehr als gewöhnungsbedürftig und auch einfach nur seltsam angesichts der Bilder, die man sieht. Mehr wird nicht verraten, außer das der Film dann mit einem sehr merkwürdigen Ende, das absolut zum Nachdenken da ist, dann endet. Dieses verwirrt einen und endet absolut abrupt und lässt einen Zuschauer mit einem: "Häh, wars das?" zurück.
Hier sind also die Leute gefragt, die Filme gerne zerpflücken und sich über ihren Tiefgang unterhalten wollen. Den der Film hat einfach eine Botschaft, die er mit dem Ende erzählen will. Und diese rauszufinden, ist sicherlich nicht jedermanns Sache.
Fazit:
Dieser Film lohnt sich für Leute, die gerne nachgrübbeln und japanische Filme mögen. Lohnt sich für Leute, die sich mit dem Thema Videospiele gerne beschäftigen, vor allem, da ja momentan World of Warcraft schon zu einem ähnlichem Suchtphänomen geworden ist. Lohnt sich für Leute, die auf bildgewaltige Filme stehen und orchestrallen Soundtrack mögen.
Und für so manchen Militaria angehauchten, auch wenn die nicht wunschlos glücklich werden.
Abraten würde ich Leuten, die einen Popcorn Actioner sehen wollen und zum
X-ten Mal, der Film hat nichts mit Matrix gemein. Also alle, die deswegen
den Film sehen wollen, Pfoten weg.
Trotzdem ein verdammt guter Film, aber eben nur für Fans.
Ein Mündungsfeuer-Review
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