Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Legendäre, 2. Februar 2003
Diese Aufnahme ist Legende und gilt nicht zu Unrecht als zumindest eine der besten überhaupt:Die Tempi sind lebendig, ohne überhetzt zu wirken, der Orchesterklang ist süffig, kraftvoll. Giulini hatte das Ensemble fest im Griff, ohne das irgendetwas steif und akademisch wirken würde. Die Sänger sind reiner Luxus: Eberhard Wächter mit einer seiner besten Darstellungen: Damals noch mit einer runden, erotischen und vollen Bariton-Stimme, der vielleicht allenfalls etwas Baßfundament fehlt. Im Finale geht ihm anfangs etwas das Temperament durch, aber das tut einer mitreißenden Darstellung keinen Abbruch. Giuseppe Taddei ist als Leporello ein würdiger Partner, nicht nur komischer Diener. Auch er ist Bariton, nicht Baß-Bariton wie etwa der großartige Walter Berry. Trotzdem eine große Interpretation der Rolle. Die Schwarzkopf war über Jahrzehnte mit Recht die maßgebliche Sängerin der Donna Elvira und zeigt hier, warum: Anrührend, verzweifelt, mitreißend, musikalisch großartig. Dazu die wunderbare Graziella Sciutti als Susanna, Gottlob Frick als würdiger Komtur, der es sogar noch schafft, zwischen Vater (1. Akt) und Geist zu differenzieren. Warum also nur 4 Sterne? Weil Donna Anna und Don Ottavio m. E. nicht optimal besetzt sind: Joan Sutherland singt natürlich berückend schön und technisch sensationell, aber auch etwas distanziert und temperamentlos. Ihre Darstellung wirkt für mich etwas "gläsern" und ich ziehe die Verletzlichkeit und Sensibilität der wunderbaren Elisabeth Grümmer vor. Luigi Alvas Stimme ist mir persönlich zu larmoyant. Dazu kommt, dass auch er wie die Sutherland zwar technisch und stilistisch hervorragend singt, aber ebenfalls auf Kosten des Ausdrucks. Das mag man auch als Interpretationsmittel sehen, um den Schwächling Don Ottavio angemessen darzustellen. Ich ziehe allerdings die gefühlstiefe Darstellung des großen Anton Dermota vor. Alles in allem also eine großartige Aufnahme ohne Ausfälle, aber mit kleinen Temperamentseinbußen bei zwei Rollen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Man suche danach!, 23. April 2008
Ja, man suche auf einer unserer Opernbühnen nach einem solchen Giovanni! Natürlich mag der Karajan-Fan vermissen, nicht klangbesoffen gemacht zu werden, natürlich mag, wer mit der Böhmschen Dieskau-Aufnahme groß geworden ist, die Donna Anna immer "zu klein" besetzt fühlen (dort die Nilsson), aber diese Aufnahme hat schon was. Und mag der Dieskau auch perfekter gesungen haben (hat er natürlich!), mag der Siepi auch den erotischeren Baß gehabt haben, mag der Adam das non plus ultra an Ausdruck gewesen sein - der Wächter ist der einzige geblieben, der auch noch so aussah wie ein Giovanni. Na ja und ich reihe mich natürlich ein in die Schwarzkopf-Bewunderer. Was aber Giulini wirklich auszeichnet, gibt es seit spätestens den 80gern an keinem großen (nur noch an manchem kleinen!) Haus: die Ensembles klingen, als wäre hier ein Chor in Jahren zusammengewachsen. Davon hat leider keiner unserer Stardirigenten mehr eine Ahnung. Aber lassen wir die Welt ausruhen (wie Celibidache sagte).
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine der Referenzaufnahmen, hervorragend!, 15. Dezember 2006
Wenn man mir die Frage stellen würde, welche die ultimative Aufnahme des "Don Giovanni" wäre, könnte ich diese beim besten Willen nicht beantworten. Die Auswahl ist zu groß, an historischen wie modernen Aufnahmen, und es befinden sich so viele kostbare darunter, daß man unmöglich sagen kann, eine einzelne wäre die Beste.
Aber es gibt einige wenige, die wirklich zu den Superlativen gezählt werden müssen. und dazu gehört diese Einspielung unter Carlo Maria Giulini auf jeden Fall.
1959 hatte sich unter seiner Stabführung eine Besetzung zusammengefunden, die nahezu ideal war und ein Ensemble von einer Geschlossenheit und Klasse bildete, wie man es kaum ein zweites Mal wieder fand.
Eberhard Wächters Don Giovanni strotzte vor Männlichkeit, sinnlicher Energie und herrischem Temperament. Ein egoistischer Machtmensch, der sich nimmt, was er will und letztendlich zerbricht. Stimmlich in ausgezeichneter Form, als Bariton eher hell im Klang (im Gegensatz zu seinen Baßkollegen Pinza, Siepi etc.), gelang Wächter hier ein großartiges Portrait.
Giuseppe Taddei als Diener Leporello assistiert auf mindestens ebenso hohem Niveau, mit prächtiger Stimme und verschlagenem Witz.
Luigi Alvas don Ottavio ist stilistisch makellos und mit Eleganz gestaltet. Hervorragend gelingen ihm die Koloraturen der zweiten Arie.
Gottlob Frick und Piero Capuccilli in einer seiner ersten Aufnahmen als Masetto komplettieren die ausgezeichnete männliche Riege.
Bei den Damen brilliert Joan Sutherland in ihrer wahrscheinlich ersten Gesamtaufnahme als ideale Donna Anna. Empfindsame Lyrik und dramatische Ausbrüche werden aufs Schönste zum Ausdruck gebracht, die Stimme ist frisch und jugendlich, die Koloraturen und technischen Schwierigkeiten, von denen die Partie gespickt ist, meistert sie absolut mühelos. Auf jeden Fall die am besten gesungene Donna Anna auf Platte.
Elisabeth Schwarzkopf ist hier in ihrer legendären Interpretation als Donna Elvira verewigt. Und es dürfte bis heute kaum eine Sopranistin geben, die ihr in dieser Rolle das Wasser reichen kann. Schwarzkopf stattete die Partie mit einer Hysterie, Leidenschaft und - bei aller Manieriertheit, die sie oft an den Tag legt - einer solchen Menschlichkeit aus, daß man mit dieser Figur einfach mitfühlen muss. Eine zu recht legendäre Darstellung.
Als Zerlina ist Graziella Sciutti zu hören, und sie singt die Rolle niedlich und lieb (für meinen Geschmack allerdings auch mit ein wenig zu enger und scharfer Stimme).
Carlo Maria Giulini dirigiert das blendend aufspielende Philharmonia mit Tempo und Dramatik, mit genialem Gespür für musikalischen Puls und geschmackvolle Phrasierung. Auch klangtechnisch ist die Aufnahme hervorragend.
Eine der großen Mozart-Aufnahmen der Schallplattengeschichte, eine Sternstunde.
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