Aus der Amazon.de-Redaktion
Arto Tunçboyaciyan nennt seine Musik "Avant Garde Folk". Der in der Türkei geborene Komponist, Perkussionist und Sänger ist seit den 80er-Jahren in der internationalen Jazz-Szene aktiv und hat von Arthur Blythe über Al Di Meola bis zu Joe Zawinul zahlreiche Größen mit seiner Gastarbeit bedient. Seine armenischen Roots teilte er sich in der Zusammenarbeit mit Ara Dinkjan, mit dem er die Band Night Ark formierte und 1997 das Album
In Wonderland veröffentlichte. Seine beiden Kompositionen dafür sind nun auch auf dem Debüt seiner Armenian Navy Band zu hören. Das Ensemble besteht aus zwölf Musikern, die traditionelle Blasinstrumente, Langhalsfiedel (Kemençe) und Kanun (Zither) mit Keyboard, Schlagzeug, Trompete, Saxofonen, Posaune und Bass kreuzen.
"They Love Me From 15 Feet Away", der Opener des Albums und bereits auf dem Night Ark-Werk zu hören, schlägt eine neue Richtung ein. Fast getragen beginnt die Kemençe mit einem klagenden Melodiebogen, die Musik entfaltet folkloristisches Ambiente, bis abrupt das fröhlich wirkende Leitmotiv erklingt, um dann das Keyboard mit der kompletten Band in jazzige Läufe einsteigen zu lassen. Dann folgt ein vitaler Funk, später fischt Artos Band in osteuropäischen Gefilden und eine Ballade kommt mit gregorianischem Touch. "Can Money Buy Royalty?" erinnert an Zappas "Grand Wazoo". Auch in den ruhigen Moment reißt das Repertoire den Hörer mit. Und am furiosen Finale könnten auch Ska-Fans ihren Heidenspaß haben. Avant Garde Folk entpuppt sich als filigraner Jazz mit Respekt vor den Roots und großem kompositorischen Können. --Uli Lemke