Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Außergewöhnlich, 20. März 2005
Was man aus den vorangegangenen Bewertungen - ob nun positiv oder negativ - entnehmen kann, ist ein großes Fragezeichen in Bezug auf die Aussage und das Genre des Films.
Die Antwort ist wie ich finde ganz einfach: Der Film ist in keine Schublade zu stecken. Am Anfang wird herzlich gelacht und man wähnt sich in einem äußerst kultigen, britischen Schwarzhumorstreifen, doch dann nimmt der Film eine überraschende Wendung. Protagonist Gal von seiner Vergangenheit eingeholt. Der alternde "Gangster im Ruhestand" wird vom psychopathischen Mittelsmann Logan zu einem weiteren Job genötigt. Nach und nach entwickelt die Story Elemente eines Psychothrillers. Besonders gelungen ist dabei der fließende Übergang, perfekt hervorgerufen durch die Rolle des Logan. Am Anfang muss man lachen über die von Ben Kingsley phantastisch gespielte kauzige Art des Mannes, dann wird aus Spaß langsam ernst, bis die angespannte Atmosphäre und die gewalttätige Unberechenbarkeit Logans einem die Kehle zuschnürt.
Das Gewissen von Gal wird von einer grotesken Phantasiegestalt dargestellt, einem mannshohen, entstellten Hasenmenschen. Auch hier spielt das Drehbuch mit dem Zuschauer. Ist die Gestalt ein Gag zum Lachen, oder sind die Phantasie-Sequenzen bedrohliche Psychoschocker?! Die meisten Zuschauer dürften zurecht letzteres empfinden. Auch der Job, den Gal schließlich doch annimmt, ist ein Trip durchs Ungewisse, sowohl für den Protagonisten, als auch für den Zuschauer. Befindet man sich immernoch in einer Komödie, oder in einem zum Zerreissen gespannten Thriller, bei dem man nicht weiß, ob Gal lebend herauskommt?
Der Story ist deshalb - für mich im positiven Sinne - außergewöhnlich und herausragend. Der Film selbst ist auf seine handwerklichen Künste bezogen, wie etwa Ton, Kamera, Schnitt etc, ganz großer Sport. Er trägt die Handschrift des Werbe-Filmers Jonathan Glazer, der mit dem Streifen sein vieldekoriertes Filmdebut feierte. Hervorragend auch, wie schon erwähnt, die Schauspieler, allen voran Ben Kingsley. Fazit: Unbedingt ansehen!
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Entschuldigung Kumpel, hast du gerade, 9. Januar 2005
Ich bin auf "Sexy Beast" eher zufällig aufmerksam geworden: Ich ging die damalige Nebendarstellernomminierungen für die Oscars durch und traf auf Ben Kingsley und "Sexy Beast". Merken!, dachte ich und stolperte wenige Wochen später in der Videothek über die DVD. Zu meiner Freude entnahm ich dem DVD-Cover, dass Ray Winston (zuletzt u.a. als Mitstreiter von "King Arthur" zu sehen) ebenfalls mit von der Partie war und "Sexy Beast" bereits einige namenhafte europäische Festivalpreise eingeheimst hatte, also zugegriffen! Und siehe da, mein anfängliches Gefühl hatte mich nicht getäuscht. Schon die Anfangssequenz, in der Ex-Gangster Gal Dove (Winston) frisch eingeölt am Pool seiner Finca im spanischen Ruheständlerexil still in der Sonne vor sich herbrät, ist von Regieneuling Jonathan Glazer dermaßen perfekt visualisiert und minutiös in Szene gesetzt worden, dass man das Gefühl nicht los wird, dass dies keine angenehme Hitze sein kann. Und tatsächlich dauert es auch nicht lange, bis der sonnig-süße Frieden an der Costa del Sol empfindlich gestört wird. Unruhe macht sich bei Dove und seiner Frau breit, als sie erfahren, dass die Londoner Unterwelt Dove für einen letzten großen Coup rekrutieren will und dafür ihren besten "Überredungskünstler", Don Logan (Kingsley), in Spanien einfliegen läßt. Logan entpuppt sich dabei als echter Psychopath. Bereits auf dem Weg vom Flughafen zur Finca herrscht im Auto eisige Stille zwischen den Protagonisten, denn jeder scheint im Prinzip schon zu wisen, was da auf ihn/sie zukommt. Einmal an der Finca angekommen, läßt Logan dann auch sämtliche Begrüßungsrituale links liegen, um sich mit ausführlichem und ausgesprochen niederträchtigem Vokabular seinen Gastgebern zu widmen. Dabei verzieht sich gelegentlich jeder noch so kleine Muskel in seinem Gesicht und einige Schweißperlen bahnen sich ihren Weg von seinem kahlgeschorenen Schädel. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommen wird! In den folgenden 2 Tagen seines Aufenthalts kommen nicht nur Gal und seine Frau, sondern auch deren befreundetes Ehepaar in den Genuß von Logans penetrant-perfider, bößartiger und vokabelreicher Überzeugungsarbeit, die Dove schließlich doch noch in den "Dienst" nach London zurückfinden läßt. Aber wo ist Logan abgeblieben? Gal muß sich etliche kritische Fragen zum Verbleib von Logan gefallen lassen und beim anstehenden Raubzug heftigst taktieren, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ob ihm dies gelingt? Man siehe selbst. Ben Kingsley gibt eine wahrlich beeindruckende Vorstellung als "Logan" ab und Ray Winston steht ihm in seiner Rolle des Ex-Gangster "Gal Dove" in nichts nach. Beide ergänzen sich hervorragend und werden von Regie-Neuling Jonathan Glazer und der Kamera glänzend in Szene gesetzt. Man begegnet darüber hinaus auch noch einigen skurrilen Figuren der Londoner Untergrundwelt, an denen man als Zuschauer ebenfalls seine helle Freude haben wird. Die deutschen Synchronisation ist sehr gut gelungen, doch ist die englische Originalspur hier einfach nicht zu toppen! Kingsleys agressiver Akzent passt zu seinem Charakter wie die Faust aufs Auge! Fazit: Viel schwarzer Humor und nichts für Freunde der gepflegten Wortwahl ;o)! Allein schon wegen Ben Kingsleys Darstellung sehenswert!
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schmuckstückchen des Independent Kinos, 7. Juni 2005
Wow, was war das....ein Gangsterfilm in Lynch Manier. Jonathan Glazer hat mit Sexy Beast wirklich einen interessanten Film geschaffen. Zum Inhalt: Gal ehemaliger Gangster hat sich mit seiner Frau in Spanien zu Ruhe gesetzt. Doch die Ruhe soll nicht lange anhalten. Denn man will Gal zurück in London wissen, wo er bei einem letzten großen Coup mitmachen soll. Der psychopatische Gangster Don Logan soll Gal zurück nach London bringen, doch Gal will nicht und es beginnt ein nervenaufreibender Kleinkrieg zwischen den beiden.... Nun mag die Story an sich nicht sonderlich interessant klingen und wurde sie so bestimmt auch schon in Dutzend anderen Gangsterfilmen verwertet, so hat Glazer hier doch was ganz Eigenes geschaffen. Vor allem das Spiel mit der Kamera und die ungewöhnliche Optik ziehen den Zuschauer schnell in ihren Bann. Visuell kann man sogar Parallelen zu D. Lynch ziehen. Aber auch die herausragende schauspielerische Leistung von Ben Kingsley, der eine Oscar Nominierung für diese Rolle erhalten hat, macht einen großen Teil dieses Films aus. Er verkörpert den Psychopathen Don Logan so gut, dass man als Zuschauer Angst bekommen kann. Auf jeden Fall ein Gangsterfilm der etwas anderen Art, der zwar wahrscheinlich fürs Mainstream - Publikum ungeeignet ist, für die Independent Fangemeinde aber ein außerordentliches Schmückstückchen ist.
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