Aus der Amazon.de-Redaktion
Stimmungsvolle Klangbilder, kontrastreich, exotisch, originell, frisch und ungeheuer spannend. Nur wenige Musikwerke haben so prägnant und treffend den eigenartigen visuellen Charakter von Gemälden eingefangen wie Mussorgskys berühmteste Komposition,
Bilder einer Ausstellung! Es war eine Ausstellung (1874 in St. Petersburg) mit zum großen Teil heute verschollenen Gemälden des Malers Viktor Hartmann, die Mussorgskys Fantasie beflügelte. Seine Miniaturen sprengen die Konventionen der Programmmusik und verschmelzen zu einem organischen Zyklus, der einem sehr intensiven und höchst persönlichen Rundgang durch die Ausstellung gleichkommt. Ein einmaliges Phänomen beweist die große Wirkung dieser Musik: nicht nur in der Originalversion für Klavier haben die
Bilder einer Ausstellung die Welt erobert, sondern auch in der ursprünglich als Ballett konzipierten, fantasievollen Orchesterversion von Maurice Ravel.
Mal schwärmerisch, mal explosiv, melancholisch oder aggressiv, mal mit feinen Legati, mal mit protzigen Akzenten: Valery Gergiev entlockt den Wiener Philharmonikern ein nuancenreiches, expressionistisches Klangbild. Vom samtweichen, aber energischen Eröffnungsthema der "Promenade" bis zu den majestätisch frohen Fanfaren von "La grande Porte de Kiev" -- Gergiev verbindet weise das traditionelle, romantische Phrasierungsmuster mit seiner traditionsbewussten Sensibilität für die Musik Russlands und einer modernen Interpretation, die rhythmische Klarheit und transparente Strukturen erschafft. Ähnlich wie auf der preisgekrönten Aufnahme Gergievs von Strawinskys Sacre du Printemps wirken Mussorgskys populäre Themen dadurch erstaunlich modern und neu. Auch die weiteren Werke dieser Einspielung ("Prelude to Khovanshchina", "Night On The Bare Mountain" und "Gopak From Orochintsy Fair") gewinnen dadurch eine unglaubliche Frische. Kurz: eine rundum gelungene und erfrischende Version der russischen Ohrwürmer. --Kleopatra Sofroniou-von Tavel
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