Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Free Willy macht ernst, 8. November 2008
"Seine Frau und sein Kind fielen einem brutalen Mordanschlag zum Opfer. Der Täter kam ungeschoren davon. Nun macht er Jagd auf den Mann, der sein Leben zerstört hat; seine Familie ist zerrissen, er hat nichts mehr zu verlieren; sein einziger Wunsch: RACHE!"
Klingt doch ganz nach dem typischen Selbstjustizfilm mit Stallone, Bruce Willis oder Charles Bronson in der Hauptrolle, oder? Wer hätte aber je gedacht, dass sich diese Filmschablone auch auf Meeressäugetiere ausweiten lässt, denn im Grunde ist "Orca" nicht vielmehr als ein Rachefilm, der sich größtenteils in Wassernähe abspielt.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein Schiffskapitän, der eigentlich eine Studie über die Tiere durchführen wollte, harpuniert versehentlich ein trächtige Mörderwalweibchen. Fortan ist ihm der verwitwete Bulle dicht auf den Fersen, und macht vor nichts und niemandem Halt. Erst ist es nur Sachschaden, aber schon bald sind die ersten Todesopfer zu beklagen. Die Situation eskaliert und schließlich kommt es zu seinem stimmungsvollen Showdown der beiden im Eismeer.
"Orca" ist ein B-Movie reinsten Wassers, aber er hat mehr Potential und originelle Ideen, als so manche moderne Computerproduktion. Eine an der Schwanzflosse aufgehängte harpunierte Walkuh, die im Todeskampf noch eine Fehlgeburt erleidet, so dass der schleimige Embryo in Zeitlupe auf die Schiffsplanken plumpst und mit einem Wasserschlauch über Bord gespült wird, halte ich für eine Sternstunde der Geschichte des Tierhorrorfilms. Und obwohl sich der Film mit Moralpredigten über Walfang und den Menschen als "größtes Raubtier der Natur" nicht zurückhält, ist auch der Antagonist keinesfalls ein Sympathieträger das einzige was wir von dem Wal sehen sind seine kalten blauen Augen, er schreckt nicht davor zurück, die Boote Unbeteiligter zu Kleinholz zu verarbeiten, zum Schluss brennt er noch eine ganze Hafenstadt nieder, und in einer Schlüsselszene vollführt er einen eleganten Sprung aus dem Wasser um Bo Dereks Bein abzubeißen.
Der Film fiel seinerzeit bei den Kritikern weitgehend durch, da man in ihm einen bloßen Abklatsch des "Weißen Hai"-Drehbuchs sah. Das mag zwar zutreffen, aber gerade der Haifilm-Markt ist ja 30 Jahren nach Spielbergs Film weitgehend gesättigt (siehe "Shark Attack" / "Haialarm of Mallorca", "Deep Blue Sea" etc.); der nach alternativen hungernde Raubfisch-Connaisseur sollte sich in jedem Fall einen Ruck geben, und dem fleischfressenden Meeresäuger der Gattung Orca Orcinus eine Chance geben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wal gegen Mann - Showdown wie im Western, 29. Juni 2005
„Orca, der Killerwal" ist die gelungene Nachverfilmung von „Jaws", nur das hier nicht ein Hai für Aufruhr sorgt, sondern ein so genannter Killerwal. Die Story um den alternden Walfänger Nolan (ein grandioser Richard Harris) wird allerdings sehr viel gefühlvoller in Szene gesetzt und hat in vielen Passagen mehr von einem Drama als von einem Horrorfilm. Nolan will eigentlich das große Geld mit dem Fangen eines Orcas machen, harpuniert aber versehentlich ein trächtiges Walweibchen und tötet es und sein ungeborenes Kalb. Von dort startet das Männchen einen Rachefeldzug gegen Nolan und seine Besatzung. Nach diversen Zwischenfällen stellt sich Nolan dem Männchen in einem packenden Finale auf hoher See. Man mag denken, das die Story ja eigentlich nur ein billiger Abklatsch ist. Aber weit gefehlt. Mit wirklich sehr guter Leistung der Schauspieler und für die Zeit der Entstehung des Films auch sehr guten Effekten wird dieser Film dem Stoff nicht nur gerecht, er übertrifft ihn in vielen Fällen um Längen. Die an sich wirklich traurige Story wird mit gutem Spannungsaufbau und einem einzigartig schönen Musikscore von Ennio Morricone präsentiert und fesselt den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute. Das es sich unter dem Strich um einen Horrorfilm handelt, gibt es natürlich teilweise sehr unglaubliche Entwicklungen, die aber nicht den Schritt zum völlig übertriebenen Nonsens überschreiten und somit nur untergeordnet ins gewicht fallen. Wer solche kleinen Logikfehler und Storylücken aber verschmerzen kann, wird in dem Film wirklich gut unterhalten. Im Bereich Tierhorror ohne Schwachsinnsgeschichte ist der Film so gut wie unerreicht. Die DVD von Kinowelt kann ich nur empfehlen, sie wird dem Film dem Alter entsprechend durchaus gerecht. Nur der Ton hätte ruhig überarbeitet werden können, hier hätte eine räumliche Abmischung gut getan. Gerade auch der Musikscore (wirklich ein klarer Morricone) hätte etwas mehr „Pepp" vertragen können. Die Extras sind aber sehr dünn, hier gibt es nur den Trailer. Ein separater Musikscore oder auch ein paar Interviews hätten die DVD merklich aufgewertet. Der Kauf rechtfertigt sich aber durch den Film allein, außerdem sollte man das gute Stück recht günstig bekommen.
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Wal sieht rot - Orca auf Rachefeldzug, 22. September 2009
So ein Orca kann einem den ganzen Abend verderben, damit meine ich den Wal und den Film. "Orca" lautete der Name jenes Kutters, mit dem Roy Scheider und Kollegen in Steven Spielbergs Welterfolg "Jaws" Jagd auf den weißen Hai machten, da lag es für den italienischen Produzenten Dino De Laurentiis nahe, seinen Abklatsch von 1977 gleich so zu benennen.
ORCA erzählt vom Fischer Richard Harris, der Orcas unschuldige Gemahlin abschlachtet und gleichzeitig noch deren ungeborenen Fötus vernichtet, was den hinterbliebenen Killerwal nicht ruhen lässt, ehe er Harris und dessen Crew bedingungslos in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Der Urkampf Mensch gegen Naturgewalt ist eröffnet...
Schon nach dem Vorspann verdirbt Regisseur Michael Anderson dem Zuschauer jeden Spaß am kommenden Abenteuer-Thriller, indem er in einer ausgedehnten Sequenz die Schönheit und Poesie der Wale in ihrem natürlichen Lebensraum vorführt. Danach - und besonders nach der grausamen Tötung der Tiere - liegen alle Sympathien bei dem rachsüchtigen Killerwal. Ennio Morricones Musik ist wundervoll komponiert, verstärkt aber noch den deprimierenden Ton des Films. Spaß oder Spannung kommen leider an keiner Stelle auf, weil die ersten 20 Minuten ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend hinterlassen, bei mir zumindest. Fotografiert ist ORCA übrigens exzellent.
Richard Harris ist als rauer Seebär gut besetzt, Charlotte Rampling, die sogar im Packeis berückend aussieht, muss als sensible Walforscherin gleich zu Beginn einen so himmelschreiend dämlichen Vortrag über Wale halten, welcher vor fundiertem Unsinn nur so strotzt, dass der Film umgehend jede Glaubwürdigkeit verliert ("Wenn ein Orca gequält wird, wird er sich garantiert rächen!"). Will Sampson hingegen wird genötigt, nach seinem furiosen Auftritt in dem ungleich besseren "Einer flog übers Kuckucksnest" ebenso dummes Zeug über seine indianischen Vorfahren zu schwafeln ("Sie weiß es von der Universität, ich weiß es von meinen Vorfahren...") wie Jahre später in dem ähnlich unsäglichen "Poltergeist II". Schade, dass dieser großartige Darsteller so oft für billigen Pathos verramscht wurde.
Der Killerwal Orca aber ist und bleibt der eigentliche Star des Films. Ob er majestätisch durch die Meere zieht, mit Richard Harris Basketball zwischen Eisschollen spielt oder Bo Dereks Gipsbein als Zahnstocher benutzt, man freut sich über jedes Menschenleben, das er auslöscht. Wenn Michael Anderson einen spannenden Reißer inszenieren wollte, ist er gründlich gescheitert, weil sein Film jede gute Stimmung auf den Nullpunkt katapultiert. Wenn er Mitleid und Empathie für gequälte Geschöpfe erwecken und die Menschheit nicht als Krone, sondern als Abschaum der Schöpfung darstellen wollte, ist ihm das hervorragend gelungen. Es gibt Filme, die weniger schaffen, ich bin nur nicht sicher, ob das wirklich beabsichtigt war. Falls doch, ziehe ich meinen Hut.
Die DVD bietet den Film in guter Qualität (Cinemascope, Deutsch/Englsich/Spanisch, Untertitel sind vorhanden), als Extra gibt es den sehr spannenden Trailer, der alle traurigen Aspekte geschickt verheimlicht.
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