Jazz thing (06/02)
Es gibt kaum ein musikalisches oder geografisches Terrain, auf dem Fred Frith nicht zu Hause wäre. Er braucht stets lange Anläufe, doch dann beglückt er uns oft gleich mit einem ganzen Bündel neuer Klangmeldungen. Auf "Maybe Monday" gibt er sich ein Stelldichein mit ROVA-Saxofonist Larry Ochs, Miya Masaoka an den Elec- tronics und der Ex-Kronos-Cellistin Joan Jeanrenaud. Die Übergänge zwischen Komponiertem, Programmiertem, Initiiertem und Improvisiertem sind fließend. Wo Taylor den Moment verabsolutiert, geht Frith ganz im Prozess auf. Die Stimmen seiner montäglichen Collage laufen ineinander wie Wasserfarben. Ein ständiges An- und Abschwellen, Verdichten, Intensivieren und Auflösen in Echtzeit. In ihrer stringenten Verwebung akustischer und elektronischer Elemente ist die Musik dieses Albums der aufregende Entwurf einer Kammermusik des neuen Jahrtausends.
© Jazz thing - Wolf Kampmann