Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Skurril, bizarr, verwirrend - ein echter Lynch mit Platz für Interpretationen, 18. November 2008
Nach einem Autounfall auf dem Mullholland Drive taumelt die einzige Überlebende, eine benommene Schwarzhaarige (Laura Harring) durch Los Angeles und findet schließlich Unterschlupf in einem Appartment, in das bereits am nächsten Tag die herzensgute Betty (Naomi Watts), eine junge Frau die in Hollywood Karriere als Schauspielerin machen möchte einzieht. Gemeinsam versuchen sie die Indentität der geheimnisvollen Schwarzhaarigen, die sich seit ihrem Unfall an nichts mehr erinnern kann, herauszufinden.
Regisseur David Lynch ist dafür bekannt, den Zuschauer unweigerlich in ein anderes Universum zu katapultieren. In eine bizarre, skurrile Welt die in Lynchs Gedanken wohl irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Horror und Erotik, zwischen Gesellschaftskritk und Absurditäten wandelt. David Lynchs Filme kann man nicht einfach nur so konsumieren, meistens muss man sie deuten und interpretieren, seine Filme enthalten vielmehr das Gefühl oder einen Zustand, als eine wirkliche Geschichte. Sie verlangen dem Zuschauer mehr ab und geben ihm mehr, als ihnen meistens lieb ist. So wundert es nicht, wenn mancher Zuschauer bei "Mullholland Drive" überfordert war. Auch ich musste bei dem Film eine kleine Gradwanderung vollziehen. Ich hatte zunächst und ohne Vorwarnung den Eindruck gewonnen, hier handelt es sich um eine Form quentinscher Erzählkunst, viele Handlungsstränge irgendwann zusammenzuführen. Gewiss, sie wurden auch zusammengeführt, nur das Wie hat mich schon überrascht. David Lynch ist es gelungen bis zur letzten Filmminute die Spannung immer höher zu schrauben und dem Zuschauer kaum eine Chance dabei gelassen, dass Ende des Films vorab zu erahnen.
Kein Wunder ist es Lynch doch wunderbar gelungen zahlreiche Bilder zu schaffen, die alle ihre eigene Interpretation bedurfen, sei es ein wundersamer Schlüssel, ein angewiderter Expressotrinker, ein grinsendes älteres Ehepaar oder ein wundersamer Cowboy. Witzig und skurril, manchmal düster sind die Szenen und von denen gibt es massenhaft in diesem Film. Dazu kommt eine Naomi Watts die absolut brilliant und glaubwürdig spielt. Gekonnt verkörpert sie die naive, weltoffene Jung-Schauspielerin und endet als... sehen Sie sich es am besten selbst an. Der Film bietet einfach so viel bizarres, skurriles und verwirrendes, dass es sich gewiss lohnt in mehrmals anzusehen ;o) Diesmal ist es mir nahezu Unmöglich etwas über den Inhalt bekannt zu geben, nein nicht wegen dem bösen, bösen Spoiler-Verbot hier, sondern weil ich wahrscheinlich die Szenen gleich in einem Atemzug interpretieren würde. Aber möchte sich an dieser Stelle doch jeder selbst ein Bild machen - als Vorgekautes zu lesen und wohlmöglich noch zu glauben... ;o) Nur zwei Sachen sind definitv nach diesem Film: 1. Er ist nichts für Jedermann oder dem allseitsbeliebten Popcornfilm-Freund; 2. Was David Lynch hier geschaffen hat, ist zweifelsohne ein kleines Meisterwerk deren Interpretation jeder wunderbar für sich selbst finden kann... - volle 5 Sterne.
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34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tschüss Mainstream!, 14. Dezember 2002
Typisch für David Lynch: Alltägliche Szenen arten urplötzlich zu einem Horror aus, den man sich als Zuschauer kaum erklären kann. Atmosphärisch dicht erzählte Geschichte um ein Mädchen vom Lande das nach Hollywood zog um berühmt zu werden - und dann im Sumpf versank. Die Geschichte ist im Grunde recht simpel - durch einen kleinen aber fiesen Trick jedoch führt Lynch den Zuschauer an der Nase herum: Dieser erwartet zu Beginn die übliche, geradlinige Geschichte, bekommt aber ohne das er es bemerkt zuerst einen Traum vorgesetzt (das ist MEINE Erklärung des Films - andere Leute möchten anderes behaupten) der sich bis weit über die Hälfte des Filmes erstreckt. (Vorsicht SPOILER voraus!) Erst als der "Cowboy" an die Appartmenttür klopft und 'Aufwachen!' ruft wechselt der Film in die Realität. Und auch hier wendet Lynch einen Trick an: Entsprechend des Gefühlszustandes der Protagonistin ist die Erzählweise ab diesem Zeitpunkt chaotisch und durcheinander (schließlich hat sie ja einen Auftragsmord veranlasst).Der Film hat mich noch eine Weile nach dem Anschauen beschäftigt - die obige Erklärung ist mir erst Stunden nach Ende des Films gekommen. Das haben bisher nicht viele Filme geschafft! Für einen 'anspruchsvollen' Film ist er zudem noch recht unterhaltsam (die Szene mit dem 'besten Espresso' ist der Brüller).
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Film-Kunst in der Stadt der Lichter, 23. August 2006
Mulholland Drive ist ein typischer Film, der die Geister scheidet. Wer sich im filmischen Mainstream beheimatet fühlt und gewohnt ist, Filme mit einfachen üblichen Strukturen bezüglich des Plots und insbesondere des Endes zu konsumieren, sollte von diesem Film besser die Finger lassen. Hasstiraden gegen den Regisseur D. Lynch, der angeblich seinen Film selbst nicht verstünde, sind Resultat eines solchen Fehlgriffs.
Freunde gehobener Filmkunst, die unabhängige individuell geprägte Produktionen mögen und auch surrealen Bildern gegenüber nicht abgeneigt sind, sollten hingegen nicht zögern, sich 'Mulholland Drive' anzusehen.
Denn wie nur wenige andere Filme der jüngsten Zeit dokumentiert er, dass der 'Film' tatsächlich unter den Oberbegriff der 'Kunst' fällt.
Dem Zuschauer werden technisch hochwertige, kaskadenartige Bildkompositionen geboten, die mit sehr unterschiedlicher Beleuchtung und einer atmosphärischen Musik unterlegt sind, welche zum Teil Sogwirkung entfalten kann.
Dazu kommt eine exzellente Leistung der Schauspieler. Wie sehr diese für die Qualität eines Films entscheidend sein kann, auch dafür ist 'Mulholland Drive' ein Beispiel. Nicht umsonst standen Naomi Watts nach ihrer sensationellen Leistung alle Wege offen, was einen schon deswegen zum schmunzeln bringt, da sie auch im Film selbst eine aufstrebende, talentierte Schauspielerin mimt. Aber auch der Rest der Besetzung weist gehobene Darstellerleistungen auf.
Hinzuzufügen ist ebenfalls die äußerst detaillierte Ausgestaltung der einzelnen Szenen und Sets, von denen jedes den Zuschauer in eine andere Stimmungslage zu bringen vermag, ihn zu anderen Gedanken anregt. Dies verbindet sich mit einer durchdachten Anlegung der Storyelemente. Alles in allem eine Komposition, der sich der geneigte Zuschauer besonders nach mehrmaligem Ansehen des Films kaum noch entziehen kann.
Schlußendlich ist zu sagen, dass die harscheste Kritik das Faktum betrifft, dass der Film sich nicht selbst erkläre. Dies trifft zu. Hier gibt es kein Happy End, bei dem sich etwa J. Roberts und H. Grant nach 2-3 Krisen dann doch umarmen. 'Mulholland Drive' nimmt vielmehr Kontakt zur Gedankenwelt des Zuschauers auf, regt ihn an; gibt hier Hinweise, fordert dort Aufmerksamkeit. Genau darin liegt seine Stärke. Die gängige Struktur des Hollywoodkinos, die ein klar erklärtes (happy-) End beinahe vorraussetzt, würde mit einer solchen Produktion nie harmonieren, die angesprochenen Besonderheiten relativieren.
D. Lynch setzt hier also starken Tobak vor, das gilt besonders für das erstmalige Ansehen. Insbesondere ein zweites Mal bringt den Zuschauer dann zu hohem Filmgenuss. Wer dagegen von den in der Rezension genannten Besonderheiten abgeschreckt wird, sollte andere Kost gegenüber 'Mulholland Drive' vorziehen.
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