Aus der Amazon.de-Redaktion
Klaus Doldinger, der Erfinder der Tatort-Musik, Komponist für
Das Boot und Gründer der legendären Crossoverband
Passport hat sein Material zur Bearbeitung freigegeben. Auf
Passport RMX geben sich zwölf Tonkonstrukteure die Klinke in die Hand und huldigen dem Output der ersten zehn Jahre der berühmten Jazzrock-Formation. Es sind die 70er, Aufbruchstimmung für Jazzrock und Weltmusik, mit
Weather Report und McLaughlins
Mahavishnu-Band und eben auch mit Doldingers leicht poppig angehauchtem Fusion-Projekt.
Zeitgemäß populär sollte es werden, und so fiel die Wahl auf Deutschlands Remixer-Szene. Soundprofis wie Roberto Di Gioia, De Phazz und Torch, aber auch Grenzgänger wie die Jazzkantine stürzten sich auf das umfangreiche Material. Leider mit sehr mäßigem Erfolg. Die Musik klingt, wie Remix eben klingt: treibend, atmosphärisch, relativ sparsam und ohne Hinhöreffekt. Nur ja keine Spannung erzeugen, und bitte auch keine eingängigen Phrasen und Motive, an die man sich klammern könnte. Unauffällig eben: ein Vorsatz, der zwar teilweise Sinn und Ästhetik von Filmmusik entspricht, aber das ist es ja nicht, hier geht es ja eben gerade um Doldingers andere Passion. Bei aller Liebe hilft da auch der muntere Einsatz von akustischen Instrumenten und ein sporadischer Anklang von 70er-Funk nicht weiter. Um es auf den Punkt zu bringen: Langweilig klingt dieses Konzeptalbum, klar definiert und doch richtungslos, und eines ist gewiss: Klaus Doldingers Vorlagen hätte es dafür nicht gebraucht. --Katharina Lohmann