Aus der Amazon.de-Redaktion
Alessandro (1660-1725) und Domenico Scarlatti (1685-1757), Vater und Sohn -- unterschiedlicher hätten beide nicht sein können. Der Ältere schnell aufbrausend, keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gehend, hat es seinem undiplomatischem Wesen zu verdanken, dass seine Laufbahn nicht seiner hohen Begabung entsprechend verlief. Der Jüngere hat von den Fehlern des Vaters gelernt. Umgänglicher im Ton, wenngleich nicht weniger eigenwillig, galt Domenico Scarlatti zu Lebzeiten als einer der besten italienischen Cembalisten; seine Klavierwerke sind es, die seinen Nachruhm begründen.
Eher unbekannte Werke sowohl des Vaters als auch des Sohnes hat sich Fabio Biondi vorgenommen. Etliche Concerti grossi des Vaters stehen neben drei Sinfonien des Sohnes, womit ein stilistischer Vergleich nahe liegt. Wie der Vater, dessen Konzerte wenig konzertant wirken, eher auf die originellen wie verwirrenden Elemente des Musiktheaters zurückgriff, manchmal sogar eine strenge Fuge vorschrieb, so weigerte sich auch der Sohn, seine Musik in feste Formen zu pressen. Für diese Art der Musik muss ein Intepret größte Flexibilität und höchste musikalische Biegsamkeit aufbringen. Für Fabio Biondi und sein Ensemble Europa Galante ist dies kein Problem. Ganz im Gegenteil, es ist, als ob diese Musik mit ihrem Esprit und Geist den der Interpreten geradezu beflügeln würde. Doch wie Biondi es schafft, dass alles so vital und spontan wirkt, so plastisch und in einem kontinuierlichem Fluss, kas kann man besser hören und fühlen als beschreiben. Ich höre nur und denke an die Worte eines zeitgenössischen Komponisten, Györgi Ligeti: "Man kann sehr schön über Musik reden, aber hinter ihre Idee kommt man damit nicht. Sie ist non verbal." --Teresa Pieschacón Raphael