Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Rapper aus Köln ist in der deutschen HipHop-Szene schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bereits 1997 glänzte Gianni im Titel "Aktionäre" auf
Spiel des Lebens, Spiel des Todes, dem ersten Album von Die Firma, mit ein paar exzellenten Reimen. In den zwölf Tracks seines ersten Solo-Longplayers, produziert von Daniel Sluga alias Fader Gladiator, besticht er mit einer extrem entspannten Mixtur aus relaxt dahingleitenden Beats, tief schürfenden Texten und jeder Menge ebenso geradliniger wie effektiver Grooves. Besonders in Stücken wie "Von Anfang An", der ersten Singleauskopplung, bei der Gianni von seinen Freunden Die Firma unterstützt wird, und dem nachdenklichen "Unter Geiern" überzeugt er mit Reimen, die sich nicht mit Allgemeinplätzen aufhalten. Gianni berichtet in Songs wie "Am Fenster" und dem zusammen mit Ventura eingespielten "Kinder Der Straße" ungeschminkt über seine Erfahrungen mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Deutschland. Die Geschichten, die er erzählt, hat er fast alle am eigenen Leib erlebt und sich nicht aus Büchern oder aus dem Fernsehen angeeignet. Entsprechend realitätsnah klingen Tracks wie das ungewohnt aggressive "Kasalla" oder das von sanften Piano- und Streicher-Sounds unterlegte "Kamasutra".
--Norbert Schiegl
INTRO
Soloalben haben Vor- und Nachteile. Hat man Pech, bekommt man einen schlechten Abklatsch von dem geboten, was der Soloartist sonst mit seiner Band so macht. Hat man Glück, erfährt man neue Geschichten, die im Rahmen der Gruppe so nicht erzählt werden konnten. Gianni ist hauptamtlich Rapper bei der Kölner Crew Die Firma, und bei ihm lohnt es sich hinzuhören. Im Gegensatz zu den meisten HipHop-Heads, für die Rap nur eine angesagte Form von Coolness ist, steht bei Gianni mehr auf dem Spiel. Er hat HipHop viel zu verdanken, und deshalb ist seine Album an den Stellen am spannendsten, an denen er versucht, seinen bisherigen Weg nachzuzeichnen. Kitsch und Pathos bleiben nicht aus, und manchmal ist es wirklich hart an der Grenze. Aber wie das so ist mit den Dingen, die einem wirklich am Herzen liegen: Man gerät ins Schwelgen und spart nicht an Deutlichkeiten. Warum Gianni sein Werk aber "Der Sizilianer" getauft hat, bleibt mir verborgen, denn die meisten Erinnerungen führen zurück nach (Köln-)Porz. Dort knüpfte er die wichtigsten Freundschaften, und dort begann seine Leidenschaft für HipHop, die ihn schließlich dazu brachte, Texte zu schreiben und zu rappen. Für Musik und Cuts zeichnet Firmateilhaber Fader Gladiator verantwortlich, der sich mit pompös-orchestralen Ausbrüchen auffällig zurückhält und sich auch sonst der größtenteils melancholisch-sanften Stimmung anpasst, die durch Giannis Lyrics vorgegeben wird.
Hannes Loh / Intro - Musik & so
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