Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das Beste daraus gemacht..., 12. Mai 2007
Eines vorweg: der (perversen) Faszination bzw. dem (faszinierenden) Ekel, die man beim Lesen des Buches verspürt, wird der Film nicht gerecht. Das liegt zum Großteil daran, dass die sexuellen Ausschweifungen und sadistischen Gewaltorgien des Pat Bateman einfach nicht darstellbar sind und auch nicht dargestellt werden sollten. Lässt man diese aber weg, bleibt nicht mehr viel vom Buch über. Dieses lebt davon, dass Bateman seine Orgien mit der gleichen Detailversessenheit beschreibt, wie sein tägliches Schönheitsprogramm, die jeweilige Garderobe oder sein 300$ Lunch. Für ihn sind seine (fiktiven?) Morde nichts anderes als Alltag, die ihn selbst in ihrer Exzessivität nicht mehr beeindrucken, sie werden zur Nebensächlichkeit.
Soweit hier also gerügt wird, die Story sei dämlich, da die Motivation der Morde nicht deutlich wird, so geht das völlig am Kern vorbei: die Morde sind sinnlos, Bateman braucht gerade keine Motivation! sie sind nichts anderes als der tägliche Gang ins Fitnessstudio (dessen 5000$ Jahresbeiträg ihn mehr berührt, als der abgeschlagene Kopf im Wandschrank).
Allerdings schafft der Film es nur begrenzt, dieses Hauptelement des Buches, die völlige seelische Leere von Bateman, zu vermitteln, so dass die Handlung wirklich zum Teil recht eintönig wird.
Das Beste ist sicherlich die starke Leistung von Christian Bale, der den gelangweilten Psychopathen perfekt spielt. Der gelangweiligte Gesichtsausdruck gehört zum Charakter des Pat Bateman, er ist keinesfalls Anzeichen einer lieblosen Schauspielerleistung!
Insgesamt ist der Film sicher kein Meilenstein, jedoch auch kein Desaster. Und zarte Gemüter sollten lieber den Film sehen, anstatt das ungleich brutalere Buch zu lesen.
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39 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Auf der Suche nach dem Sinn, 28. April 2002
Es war nicht anders zu erwarten: wenn die Buchvorlage eines Films schon heftigst umstritten ist, kann es bei der Verfilmung nicht anders werden; auch wenn sich die Diskussionen bei "American Psycho" nicht um die Darstellung der Gewaltexzesse drehen, sondern um die Qualität der Verfilmung. Und diese ist bei "American Psycho“ - mit Einschränkungen - überdurchschnittlich gut. Denn einige Aspekte der Buchvorlage sind im Film sehr gut übernommen worden, andere weniger oder wurden fast ersatzlos gestrichen. Besonders eines der Hauptmotive im Buch, die Darstellung der High Societey in den 80er Jahren und deren ganzen Dekadenz wird durch die Visitenkarten-Sequenz (die im Buch nicht in dieser Form und Schärfe vorkommt) geradezu grandios in Szene gesetzt; ein sinnentleerter, psychisch zermürbender Konkurrenzkampf um Status und Ansehen, bei dem auch über Leichen gegangen wird, was uns zu einem weiteren Höhepunkt des Films bringt: Patrick Batemans Mord an seinem Kollegen mit der schöneren Visitenkarte Paul Owen. Diese Sequenz wurde ebenfalls aus dem Buch übernommen, jedoch weitaus spektakulärer und witziger verfilmt – man denke nur an das hohle Gerede Batemans über Musik und seinen flotten Moonwalk. Jedoch ist es Christian Bale, der den Film wirklich sehenswert macht. Er mimt als „American Psycho“ mit fast schon beängstigender Itensität den Patrick Bateman und liefert das hervorragendeste Stück Schauspielkunst seit Anthony Hopkins in „Das Schweigen der Lämmer“. Kein anderer Schauspieler seiner Generation versteht es, den sarkastischen, bodenlosen Zynismus Batemans auf eine witzige Art darzustellen, ohne dabei lächerlich oder unglaubhaft zu wirken. Jedoch birgt diese einseitige Art der Darstellung Patrick Batemans gleichzeitig die größte Schwäche des Films. Denn trotz des gelungenen und intensiven Spiels Bales vernachlässigt das Drehbuch den überhaupt wichtigsten Aspekt des Buches: Die Psyche Patrick Batemans, die sein brutales Verhalten (in Bezug auf das Psychische und Physische seiner Gegenüber) erklärt: Seine grenzenlose Verzweiflung über sein monotones, im wahrsten Sinne des Wortes zum Verrücktwerden langweiliges Leben, seine Oberflächlichkeit, die Menschen nur über ihre Klamotten zu beurteilen und seine zutiefst infantilen Züge – welcher normale Mensch bekommt denn Panikanfälle, weil seine Frisur womöglich nicht richtig sitzt? Der Film zeigt diese Seiten Patrick Batemans nur ansatzweise, was dazu führt, dass der Film (fast) einen der größtmöglichen Fehler macht, der bei der Verfilmung von „American Psycho“ passieren kann: Patrick Bateman wird zur Sympathiefigur und fast möchte man gegen Ende des Films Mitleid für ihn empfinden. Diese Abschwächung der Persönlichkeitsmerkmale lassen es einem schwerfallen, Batemans Nachtaktionen nachzuvollziehen. Darüber hinaus wird sein im Buch beschriebener Tagesablauf, der nur aus Essengehen, Fitnessstudio, unspektakulärem Sex und Drogen besteht, im Film allenfalls nur angerissen - ein weiterer wesentlicher Faktor, der im Film vergessen wurde, um Batemans Gemütszustand zu symbolsieren: Sein unbezähmbares Verlangen, einem nutzlosen Leben entfliehen, das keine Überraschungen, keine Freuden und keinen Sinn mehr beinhaltet. Neben den schon genannten Schwächen kommt noch hinzu, dass die im Buch zahlreichen, inhaltlich und intelektuell hohlen Dialoge zwischen den Protagonisten viel zu kurz kommen. Doch gerade diese platten Dialoge über Mineralwasser, Szenerestaurants, Obdachlose und „Hardbodies“ wären nötig gewesen, um dem Zuschauer Einblick in die aseptische, oberflächliche und arrogante Welt der Yuppies zu verleihen. Dennoch bleibt der Film „American Psycho“ ein ernstzunehmender und – mit Einschränkungen – gelungener Film, der mit reichlich Zynisums auf drohende Sinn- und Lebenskrisen hinweist, mit denen vor allem gut betuchte Mitmenschen zu kämpfen haben. Ganz nach dem Motto: Geld allein macht nicht glücklich. Und das beweißt uns Patrick Bateman mit jedem Tag aufs Neue...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr gut - aber (stümperhaft) gekürzt!, 17. April 2007
Das Buch habe ich nicht gelesen - das habe ich noch vor mir, ich kann also nur den Film für sich allein beurteilen.
Und: ich halte ihn für ein kleines Meisterwerk. Es wird sehr gut die Stimmung in den 80er-Jahren eingefangen, in der Yuppiewelt, bei den Möchtegerns und neureichen Jung (-möchtegern)managern.....Es wird in steril kalten (aber gut gefilmten) Bildern die Sinnleere, die Gefühlsarmut, die Einsamkeit und die Suche nach den "neuen Kicks" dieser Yuppies gezeigt - und der Schauspieler Christian Bale spielt die Rolle vorzüglich.
Der Gesichtsausdruck von Bale passt zu jeder Szene und es ist schon ein merkwürdiger Zufall, dass Bale hier den Rollennamen "Bateman" hat und 6 Jahre später dann -ebenso perfekt- den aktuellen "Batman" spielt.
Man sollte sich den Film 2, 3x ansehen und auf Kleinigkeiten/Doppeldeutigkeiten achten (z.B. wie sich Bale zu Anfang die Gesichtsmaske herunterreisst...). Der Filmschluss ist weniger nach meinem Geschmack und lässt alle Fragen offen - war alles nur eine Fiktion eines schizophrenen Menschen?
Der Film wurde vor kurzem im TV-Nachtprogramm gezeigt und ich bin mir sicher, dass er dort ungekürzt war. Hier fehlen etwa 5 (wichtige) Minuten, worauf nirgends hingewiesen wird. In einer Schlüsselszene (mit 2 Frauen im Bett) deutet Bateman an, dass es nun zu Misshandlungen kommen wird. Hier wird nun der Film geschnitten und fünf Minuten später steht eine Frau mit Nasenbluten an der Tür - so abrupt, dass man erst vermutet, die DVD sei fehlerhaft, da auch der Musikanschluss nicht mehr stimmt. So eine stümperhafte Schnittleistung ist einfach nur traurig und verstümmelt den Film ganz gehörig.
Hier müsste man eigentlich 3 Sterne abziehen, das wäre aber gegenüber der schauspielerischen Leistung von Bale unfair.....
Falls jemand weiss, ob und wo man die ungeküzte FSK18-Version in deutscher Sprache erwerben kann, freu ich mich über eine Nachricht.
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