|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
The Bad Boy Saga Continues..., 23. Oktober 2008
Seit dem letzten Album hatte sich bei Puff Daddy viel getan. Zum Einen die berühmte Schießerei, bei der er und J.Lo mit einem blauen Auge davon kamen, dafür aber Shyne in den Knast durfte, zum Anderen weil sich die Bad Boy Crew doch stark gewandelt hatte. Um neu anzufangen nannte er sich ab hier P. Diddy, ein Nickname, den er von Biggie bekam. Hört sich zwar bescheuert an, aber jedem das seine. Wie auch "No Way Out" ist "The Saga Continues..." kein Solo-Album, sondern eines der Bad Boy Family. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass zahlreiche Gäste mit von der Partie sind, u.a. Loon, G. Dep, Black Rob, Mark Curry, Mario Winans, Faith Evans, Carl Thomas, Cheri Dennis, usw. Produziert wurde von Megahertz, The Neptunes, Yogi, Robert Ross und natürlich den Hitmen.
Der Opener "The Saga Continues" beinhaltet altbekannte Gitarrensamples von "Sirius", ein Song der gern als Einlaufhymne beim Boxen verwendet wird. Gut ausgedacht von Diddy, der auch noch von G. Dep, Black Rob und Loon unterstützt wird. Als nächstes folgt mit "Bad Boy For Life" (ft. Black Rob & Mark Curry) die erste Single des Albums. Trommelnde Bässe und E-Gitarren rocken schon recht gut, allerdings haftet dem Track eine doch sehr chartmäßige Note an, daher nicht für jeden das Richtige. "That's Crazy" hingegen gefällt mir durchweg gut. Sehr chillig, sehr melodisch, einfach nice. Neben Diddy rappen hier auch G. Dep und Black Rob, wobei mir Dep am Besten gefällt. "Diddy" stammt aus den Händen der Neptunes und hat ihren unverkennbaren Sound. Alles in Allem ein ganz ordentlicher Club-Track, der jedoch irgendwann zu nerven anfängt, was besonders Pharrell's Refrain zu verdanken ist. "Blast Off" dagegen ist die reinste Bombe. Hämmernde Bässe, aggressive Synthesizer-Melodien, Power ohne Ende, großartiges Instrumental. Passend dazu ist Diddy nicht mit dabei, sondern überlässt G. Dep, Mark Curry und Loon das Mic, welche mit motivierten Raps einen der Höhepunkte der Platte daraus machen. Zu diesen lässt sich auch "Roll With Me" von Eightball & MJG zusammen mit Diddy und Faith Evans zählen. Entspannte Südstaaten-Grooves, die die Sonne aus dem Speaker scheinen lassen und genau dazu taugen, was der Song aussagt: Cruisen! Ball & G legen wie immer eine super Performance hin, Faith Evans' Refrain ist eine echte Wucht, nur P. Diddy stört ein wenig, macht den song jedoch nicht kaputt. "Where's Sean?" ist eher mit Humor zu nehmen. Auf einem sehr freshen 70er Jahre Style Instrumental, bei dem es flott zur Sache geht, fragen sich Big Azz, Ko, black Rob, Kain, Loon, Mark Curry und Bristal wo ihr Chef Diddy abgeblieben ist und überzeugen dabei mit guten Flows. Um den damals noch nicht so populären G. Dep etwas mehr ins Rampenlicht zu rücken, wurde ein Solo-Track von ihm mit auf dieses Album gepackt. "Child Of The Ghetto" donnert gnadenlos hart und penetrant, bekommt durch Streicher noch weitere Schärfe. Was Dep hier am Mikro abliefert ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern und wohl insgesamt auch das Highlight der Platte. Auch Cheri Dennis darf sich alleine beweisen. Auf einem ruhigen, jedoch auch mit funky Bass ausgestatteten Stück, zeigt sie mit "So Complete", wie begabt sie als Sängerin ist. Etwas West Coast Style bringt "Lonely" mit sich. Synthetische Beats, die gut drücken begleiten Diddy, der seinen simplen Rapstyle cool einzusetzen weiß, genau wie Kain und Mark Curry, die Diddy locker übertrumpfen. Perfekt abgerundet wird der Song von Veteran Kokane mit seiner kratzigen Stimme, der den Hook performt. "I Need A Girl" kennt man eher von dem Remix Album aus 2002, hier gibt es die Originalversion, ebenfalls ein kommerzieller Weichspühler, dennoch die beste der drei Versionen. "If You Want This Money" bietet mit den Hoodfellaz und G. Dep zwar sehr interessante Rapper, doch da das Instrumental eher misslungen ist, kann man sich das Lied leider nicht all zu lange antun. Generell ist der letzte Teil von "The Saga Continues..." sehr schwach, einzig das schnelle, sehr melodische und latino mäßige "Back For Good Now" von Diddy, Black Rob, Loon und Cheri Dennis geht einem sofort in Mark und Bein über und macht richtig viel Spaß. Der Rest ist wie gesagt sehr bescheiden, was sich besonders in "The Last Song" widerspiegelt, ein Track, komplett missraten.
Trotz einiger echter Highlights überzeugt dieses Album nicht wirklich. Dafür sind einfach zu viele Interludes und schwache Songs dabei, die den Hörgenuss behindern und einen doch manchmal vor die Zerreisprobe stellen. Da man jedoch auch einiges an tollen Liedern findet, kann man Diddy auch hier die Rolle als gutem Talentscout nicht absprechen. Jedem, dem "Bad Boy For Life" gefallen hat, dürfte auch das gesamte Album liegen, aber auch andere können an den sehr abwechslungsreichen Tracks sicher irgendwo Gefallen finden.
|