Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterhaltsames Liebesdrama und Roadmovie!, 28. Juli 2005
Die Story ist so simpel und doch kompliziert: Der etwas biedere Mathematik-Referendar Daniel Banner (Moritz Bleibtreu) will die Sommerferien alleine in Hamburg verbringen. Auf einen Strassenmarkt biete die Verkäuferin Juli (Christiane Paul) im einen alten Maya-Ring mit einem Sonnensymbol an. Die Macht des Ringes soll Licht in sein Leben bringen und sie sagt ihm die grosse Liebe voraus mit dem Hinweis: "Folge der Sonne!". Sie lädt ihn zu einer Strassenparty ein. Daniel weiß nicht, dass Juli ihn schon seit längerem nachsieht und diese "Prophezeiung" zu ihren Gunsten zur Wahrheit werden lassen will. Dummerweise begegnet Daniel der jungen Türkin Melek, die ein Sonnen-Medallion um den Hals trägt. Juli sieht die beiden noch zusammen die Feier verlassen und resigniert. In dem festen Glauben, seine wahre Liebe getroffen zu haben, will Daniel Melek besser kennenlernen. Melek muß aber am nächsten Tag in die Türkei und so trennen sich ihre Wege wieder. Willens nicht aufzugeben will Daniel ihr nachfahren, um ihr seine Liebe zu gestehen. Juli ihrerseits glaubt, dass die Liebe auf dieser Welt verloren ist und will per Anhalter Hamburg verlassen. Das gerade Daniel anhält, um sie mitzunehmen, sieht sie als Zeichen, das ihr Wunsch doch noch in Erfüllung gehen könnte. So machen sie sich erneut auf den Weg in Richtung Sonne. Daniel denkt an Melek und Juli an Daniel...Zu Beginn wirkt der Plot, als ob er sehr einfach gestrickt sei und eine recht pomadige Liebesgeschichte erzählt. Aber mit längerer Spieldauer wird der Film immer komplexer durch die Abenteuer, die sie erleben. Die entstehenden Verwicklungen bei der Reise durch viel Länder Europas steigern den Spaß erheblich. Dabei kommt der Humor nicht unter die Räder, gut gesetzt gibt es immer wieder gute Lacher, die aber der Story nicht schaden. Auch die Dramatik der Story, dass beide Hauptakteure ihrer wahren Liebe nachjagen, entwickelt sich bis zu einem sehenswerten und rührenden Ende weiter (mehr darf hier nicht verraten werden). Fatih Akin (der Erfolgsregisseur von "Gegen die Wand") erzählt die Geschichte sehr einfühlsam, was er mit einer fast opulenten Farb- und Bildgestaltung zu unterstreichen scheint. Getragen von dem wunderbaren Schauspiel von Bleibtreu und Paul entsteht dabei eine rührende Liebesgeschichte, die aber nie zu überzogen wirkt. Vielmehr wird man auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen, in der man sich von der Naivität Daniels und der Unbekümmertheit Julis mitreissen lässt. Diese Kombination sorgt für einen unvergleichlichen Filmspaß. Mein Fazit: Der Film 'Im Juli' ist absolut sehenswert und sicher nicht nur für Päarchen geeignet. Tolle Bilder, tolle Schauspieler und eine mit Leichtigkeit erzählte Liebesgeschichte, die zwischenzeitlich zu einem Roadmovie wird. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme!
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Roadmovie mit Esprit und Unterhaltungswert, 17. Juli 2006
Beim Einlesen in die vorgängigen Rezensionen habe ich festgestellt, daß die Kritiken für diesen Film doch sehr durchwachsen sind. Da "Im Herz, im Bauch - im Juli" schon länger einer der guten Filme ist, welche ich auch immer wieder anschaue, möchte auch ich hier ein paar Worte loswerden...
Über den Inhalt des Films selbst wurde hier bereits ausführlich geschrieben.
Der Regisseur des Films, Fatih Akin, liefert hier einen guten unterhaltsamen Film ab. Die Filme von Akin sind gewöhnungsbedürftig, da allesamt sozialkritisch und problembehaftet. Sie haben einen ganz eigenen Charme, wie ich finde. Man mag sie entweder - oder eben gar nicht. Ich gehöre zu den Ersteren und auch Filme wie "Solino" und "Gegen die Wand" habe ich mir mit großem Interesse angeschaut. Obgleich sich alle diese Filme einer großen Anhängerschaft erfreuen, bleiben sie durch die Schwere und Melancholie, die jedem dieser Filme irgendwie inne ist, gewöhnungsbedürfig und sind alles andere als "leichte Kost". Und sowas muß der Zuschauer halt mögen.
Klar bei "Im Herz, im Bauch, im Juli" ist, daß es sich hierbei vorallem um einen Roadmovie handelt. Wer einen anderen Anspruch an diesen Film hat, wird sicherlich auch entsprechend enttäuscht sein. Mit Tempo erzählt, voller Situationskomik aber auch der nötigen Leichtigkeit, die ein solcher Film braucht. Insgesamt ein gut gelungener, "leichterer" Unterhaltungsfilm von Akin, will man denn hier Vergleiche zu anderen Werken von ihm ziehen.
Was einem zunächst als etwas überzogene Handlungsweise im Film auffallen mag ist bei genauerer Betrachtung eigentlich doch relativ realistisch, wenn man die Andersartigkeit der verschiedenen Kulturen berücksichtigt. Mit Witz und Humor erzählt, bietet dieser Film einen großen Unterhaltungswert.Eine gelungene Mischung. Erfrischend und glaubhaft die Darsteller, im besonderen ein leichtfüßiger Freigeist, gespielt von Christiane Paul und Moritz Bleibtreu, der vom braven, sehr deutschen Spießbürger zur Selbstfindung wider Willen mehr oder weniger gezwungen wird und während des Films eine wahre Metarmophose durchlebt. Dieser Film macht einfach Spaß und verliert hierbei aber keineswegs an Wert. Sehr empfehlenswert.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich bin der Sonne gefolgt..., 1. Juli 2003
Ich habe irgendwo etwas über den Regisseur, und dann noch eine Kurzbeschreibung dieses Films gelesen. Beides hat mich schon so sehr interessiert, dass ich diesen Film spontan kaufte. Und ich muss sagen: meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern noch bei weitem übertroffen.Die Darsteller sind durchwegs interessante und eigenwillige Charaktere. Aber vor allem Moritz Bleibtreu (als Daniel) ist wirklich ein sagenhaft guter Schauspieler. Der Wandel, den seine Rolle durchmacht, wird von ihm nicht nur absolut glaubhaft dargestellt, sondern auch sehr expressiv und mit toller Mimik dem Zuschauer näher gebracht. Er schafft es hervorragend, den Zuschauer in seinen Gefühlen richtig hin und her pendeln zu lassen (wobei sich der Fokus allerdings im Lauf des Films verschiebt). Manchmal möchte man ihn am liebsten watschen, weil er so dumm, naiv und uneinsichtig ist, dass man sich innerlich nur von ihm distanzieren kann. Und dann zeigt er aber immer mehr die Züge, die ihn so richtig sympatisch machen, und wo man, angesichts seiner misslichen Lage, echtes Mitgefühl für ihn entwickelt. So ungewöhnlich wie der Schauplatz für einen deutschen Film ist (nach Istanbul auf dem Landweg, und nicht im Urlaubsflieger), so ungewöhnlich und auch wirklich interessant ist der Handlungsablauf. Auch wenn die Erlebnisse für die Realität ein bisschen übertrieben wirken, so stört das nicht im geringsten. Der Zuschauer ist mit in der Geschichte gefangen, und wird in seinem Sessel ebenso wie Daniel von dessen Erlebnissen hin und her gebeutelt. Für den nötigen Ausgleich (um nicht in einen Psycho- oder Katastrofenfilm auszuarten) sorgt aber bei allem eine gewaltige Portion Humor. Dieser hängt sehr stark mit den irren schrägen Vögeln zusammen, die Daniel (und dem Zuschauer) auf seiner Odyssee begegnen. Bei ihnen musste ich manchmal unwillkürlich an die echt coolen Gestalten aus "Schwarze Katze, Weißer Kater" denken. Und so wie es Daniel ergeht erlebt es auch der Zuschauer: auf dem Balkan ist nicht alles harmlos, was auf den ersten Blick so aussieht, aber auch der Killer mit der Leiche im Kofferraum offenbart nicht nur eine unerwartet menschliche Seite... Der Film bringt also auch ein bisschen das wohlgeordnete deutsche Weltbild ins Wanken, das manchmal schon fast bürokratisch-akribisch die Welt in schwarz und weiß und die Menschen in gut und böse einordnet. Die DVD enthält ausführliches Bonusmaterial, zum Teil auch speziell für den PC aufbereitet (allerdings leider nur unter MS Windows ablauffähig). Die verpatzten und heraus geschnittenen Szenen sind sehenswert. Dabei hat mir auch die Option gefallen, alle automatisch abspielen zu lassen, und nicht jede dieser Szenen einzeln über das Menü aufrufen zu müssen (was aber trotzdem möglich ist). Fazit: auch wenn es ein wirklich gelungener Unterhaltungsfilm ist, eine Lehre kann man vielleicht doch daraus ziehen: Der Balken (das gilt aber genauso für Russland und andere Teile der Welt) lässt sich nicht mit einer deutschen kleinbürgerlichen Weltanschauung begreifen.
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