Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Experiment in Terror, 25. August 2003
Fantomas - Antiheld der gleichnamigen französischen Romanreihe und krimineller Führer eines unerbittlichen Kampfes gegen die bürgerliche Gesellschaft, quasi der "Lord of Terror". Die ideale Ideenvorlage für Mike Pattons bisher radikalstes Kind und gleichzeitig mal wieder ein Allstar Projekt, denn mit Buzz Osborne (Melvins) an der Gitarre, Drummeister Dave Lombardo (Ex-Slayer) und Trevor Dunn (Mr. Bungle) als Schlächter der tiefen Seiten, sind einmal mehr genauso experimentierfreudige, wie versierte Mitstreiter an Bord.War das Debüt noch als Soundtrackartige Klangcollage - ohne echte Songs - anzusehen, wird nun aus dem Stil ein Konzept. Und so treffen alle bewährten Komponenten einmal mehr auf der Basis des musikalischen Wahnsinns zusammen, um sich an den Klassikern unter den Filmsoundtracks zu vergreifen. Dabei werden die 16 Songs bis auf ihr Skelett zerlegt, um anschließend wieder - mehr oder weniger wieder erkennbar - zusammen getackert zu werden. Natürlich ganz nach Bandinternen Vorstellungen und unter Zuhilfenahme allerlei musikalischer Genres, sowie noch einigen grotesken Stilmitteln mehr. Erstere sind dabei jedoch bestenfalls Mittel zum Zweck: Im Kochtopf der Band werden nicht nur Noise, Black-, Doom- und Death Metal zu einem bunten Gebräu verrührt, sondern auch allerlei undefinierbaren Geräuschen und bizarren Sounds verfeinert. Fertig! Den eigentlichen Geschmack erhält die Mischung dann natürlich durch das unvergleichliche Stimmwunder Mike Patton, der ob nun sonor erzählend, kreischend, grölend, heulend, grunzend oder meinetwegen auch rappend, immer Herr der Lage ist. Auffällig: Harmonieansätze und Melodien bleiben diesmal, nach 39 Minuten tonaler Zerstörung, kein Wunschtraum. Die Grundzüge der Vorlagen bleiben gewahrt und ergänzen sich perfekt zu einem Wechselbad der Gefühle. Experimentell und Unzugänglich? Nun ja, Patton vergewaltigt hier wohl die meisten bekannten musikalischen Konventionen. Nicht viele Künstler vermögen es Kindermelodien mit Black Metal und der Soundkulisse eines 30 Jahre alten B-Movies zu verarbeiten, um am Ende doch noch einen kruden Rap daraus zu stricken. Dabei jedoch auch noch auf irgendeine bizarre Weise authentisch zu wirken - das kann wohl nur der Meister selbst. Abgedroschene (Selbst-)Ironie und kompromisslose Brutalität. Trash und Innovation. Widersprüchlich, wie die Romanfigur und irgendwo weit abseits des erfassten musikalischen Kosmos. Brillant!
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Künstler auf seinem Zenith, 23. August 2002
. . Kennen Sie Mike Patton? Es ist schwer, eine einigermaßen individuelle Rezension über den „Director's Cut" zu schreiben, wenn man nicht weiß, wie der Leser auf die obige Frage antwortet... Wahrscheinlich aber ist, dass die Meisten, die auf diese Seite klicken um sich diverse Meinungen zu Fantomas' letztem Album anzusehen, mit „Ja" antworten würden. Hinzu kommt, das Vor-Rezensenten bereits alles Wissenswerte, was diese CD im Speziellen betrifft, beschrieben haben dürften. Trotzdem möchte ich versuchen, meine „Directors Cut"-Kritik für wirklich alle Leser hilfreich zu gestalten. Diese CD belegt in meiner persönlichen Favorites-Liste des Sängers den ersten Platz. Sie tut es vor „California", vor „Disco Volante", ja sogar vor der göttlichen „King for a day, fool for a lifetime". Der Grund ist einfach: Für mich ist "The Director's Cut" der bisherige Höhepunkt in Pattons Laufbahn. Aber nicht nur das. Das Album ist für mich auch Höhepunkt und Perfektion einer „Idee". Der Idee, Musik nicht als Sprachrohr für eigene Wünsche, Meinungen und Erfahrungen zu sehen, sondern als eine Konstruktion, ein Gebäude. Letzteres zu bauen, erfordert bekanntlich weniger das Träumen oder das Philosophieren, sondern vielmehr Arbeit und Kalkül. Beides personifiziert Patton für mich als Künstler. Diejenigen, die sich nun wundern, warum ich eine ganze Band auf eine Person verdichte, sollen eine Erklärung bekommen: Alle Bands, in denen dieser Mann bereits mitgewirkt hat, folgen einem gewissen „Dogma". Sei es „Mr. Bungle", „Faith No More", „Tomahawk", „Fantomas" oder der „Dillinger Escape Plan" (nur neue CD): Wenn ich Patton zuhöre (und ich sage bewusst ZU-hören) werden Erinnerungen an die Kunstwelt der 20er und 30er Jahre in mir wach. An die Bauhaus-Ära, an den Kubismus. Expression als genau kalkuliertes Werk. Wer Pattons Musik - vernachlässigen wir eben kurz den Respekt für das hohe technische Niveau der anderen Musiker, die mit ihm arbeiten - schon einmal live erleben oder hören durfte, entdeckt die beinahe mathematische Genauigkeit in den Kompositionen, die „Ordnung im Chaos". Denn vieles auf dieser CD hört sich für den Durchschnittszuhörer zuerst an, als würden Dun, Lombardo, Osbourne und Patton primär jazz-like improvisieren, oder schlicht und einfach durchdrehen. Zu oft wird das Tempo gewechselt, zu viel disharmonisches Kreischen, Brüllen und Singen, zu viel scheint einfach unausgeglichen zu sein.. Doch wenn man dann die Songs live erlebt und bemerkt, das jede einzelne Note tatsächlich (!) 1 zu 1 wiedergegeben wird, öffnen sich einem die Augen. Man entdeckt Patton. Man entdeckt „die Idee". Der „Directors Cut" letztendlich ist für mich - wie schon angeführt - die Perfektion dieser Idee. Nach Vergleichen mit anderen Patton-Werken bietet diese CD meiner Meinung nach das höchste Maß an allem, für das dieser Musiker steht. Es ist hierbei nicht einmal nötig, die ganzen Film-Originalkompositionen von Herman, Mancini, Goldsmith und Co. zu kennen, die Fantomas hier interpretieren, um diese Perfektion genießen zu können. Man muss lediglich den Hintergrund verstehen. Viele werden natürlich mit dem „Kind", das uns das Ehepaar Patton/Musik schenkt, nichts anfangen können. Sie werden es vermutlich sogar hassen. Deshalb empfehle ich JEDEM der die obige Frage mit „Nein" beantworten würde, aber nun - oder bereits vorher - interessiert war und ist, den Einstieg in die „Patton-Show" durch ein „kleineres Gebäude" (z. B. Faith No More) zu wagen. Schließlich betritt man ein Schloss immer durch einen Vorraum, bevor man in den Thronsaal gelangt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das ist DEEEEER soundtrack of my LIFE!, 25. März 2003
Ja, ich steh voll drauf... auf ALLES, was dieses Album zu bieten hat. Denn einerseits stehen in meinem Videoschrank (unter anderem...) einige Horror-filme und SciFi-B-Movies, andererseits sind meine CD-Gestelle (unter anderem...) mit Filmsoundtracks überhäuft. Bei vielen dieser Original-Scheiben kriecht der einstige Horror immer wieder durch meine Glieder... ich seh den kleinen niedlichen Damien mit seinen dämonischen Schattenaugen... spür den Drang, um jeden Preis dem versteinerten Blick des Henry auszuweichen... kann die verzerrte Visage der Rosmary vor Augen führen und muss immer wieder über die ernsthaft aber unfreiwillig komisch in Szene gesetzte MarsInvasion schmunzeln... Durch die Soundtracks kann ich die intensivsten Szenen immer wieder durchleben...Höre ich aber THE DIRECTOR's CUT, werden diese Bilder selbst ohne Kenntnisse über die betroffenen Filmschocker ausgelöst. Ich möcht fast sagen SO müssten die Themes heute gespielt werden. Den wahrsten Schrecken, die schmerzlichste Liebe, die bitterste Erkenntnis... dies alles vermögen die Fantômasse meisterhaft zu kreieren, denn die Jungs um Mr. Patton treiben's dermassen auf die Spitze, ziehen alle Register und die Zuhörer konsequent durch alle möglichen Wechselbäder der Gefühle, wie es auch diese "schrecklichen Filme" von damals taten und sich - im Gegensatz zu den meisten Neuproduktionen - nicht nur auf Horrorelemente reduzierten, nämlich (!), sondern sich auch herzzerreissenden Elementen bedienten, welche die Zuschauer Liebes- Jugend- Freiheits- aber auch Verlust- und Tragik-feelings durchleben liessen, bis im nächsten Moment wieder der Schrecken kaaaaahhahaha haaa ha HAA HA HAA!! Der Schönheit Schreckens - oder der Schrecken Schönheit, eine Prise schwarzer (ja schwarzer!) Humor und ein Quartett genialster Musiker... HEULENDE HÖLLENHUNDE was will man mehr? Das ist Musik, die gehört werden muss. Vor allem - und das finde ich seit dem ersten und viieel heftiger verdaubaren Album - Live on stage...!!!
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