von Philippe Jaroussky
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von András Schiff
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Für den erstgenannten Zyklus kommen zum Vergleich vor allem die bekannte Version von Janet Baker (1967) und die derzeit nur etwas versteckt veröffentlichte Einspielung von Victoria de los Angeles (1955) in Betracht. Unbeschadet der jeweils etwas unterschiedlichen Transpositionen, die jede der Sängerinnen verwendet (Gens hält sich durchweg an die hohe Sopranfassung) stellt die Neuaufnahme von Véronique Gens eine echte Alternative zu den genannten älteren Einspielungen dar: Dank ihrer gut im Körper verankerten, auch zu dunkleren Tönen fähigen Stimme trägt Gens einiges von der Intensität und Wärme der Aufnahme Janet Bakers in die Sopranlage, wobei sie jugendlicher und leichter klingt als die Engländerin. Gegenüber Victoria de los Angeles bedient sich Véronique Gens eines instrumentaleren, glatteren Ansatzes, für den ihr das hervorragend begleitende "Orchestre de l'Opéra National de Lyon" unter Louis Langrée eine tragfähige und voluminöse instrumentale Grundlage gibt.
Faszinierend sind die Schönheit und der Farbenreichtum von Gens' Stimmmaterial -- zwei Aspekte, die auch in der ebenfalls enthaltenen Kantate La mort de Cléopâtre eindrucksvoll zum Tragen kommen. Auch von diesem Stück existiert bereits eine hervorragende Aufnahme von Janet Baker. Angesichts des atemlosen Entsetzens der Kleopatra, die durch den selbst herbeigeführten Tod ihr blühendes Leben aushaucht, ist Véronique Gens im Vergleich die deutlich jüngere, während Baker abgeklärter und gefasster klingt. Die tiefen Passagen machen Gens nicht die geringste Mühe, im Gegenteil: Gern hört man den weiten, offenen Klang ihres Brustregisters, das niemals isoliert hervorsticht, sondern perfekt an die Mittellage angeschlossen ist.
Drei weitere Orchesterlieder von Berlioz ergänzen diese Aufnahme, die keinerlei Wünsche offen lässt. Den Hörer erwartet ein wunderbares Beispiel für die Qualität der gegenwärtigen Gesangskultur. CDs wie diese lassen einen mit Freude zu einer Neuaufnahme statt zu den bewährten Standardeinspielungen greifen. --Michael Wersin
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