Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Klasse Film - leider jedoch wird BL falsch dargestellt , 3. Juni 2007
Ich finde diesen Film klasse. Die Psychatrie ist keineswegs (wie ich hier schon des öfteren lesen durfte) "übertrieben" oder "unrealistisch" dargestellt. Man berücksichtige die Zeit in der der Film spielt. In dieser Zeit war es so und es wird auch heute noch ähnlich praktiziert. Der Psychatriealltag ist auch wunderbar in Bildern wiedergegeben denn man bekommt Einblicke das die "Insassen" zwischen Ernst, Drama, Spaß, Verzweiflung schwanken. Ebenso wie auch ich die Erfahrungen in einer solchen Einrichung erlebt habe. Was mir negativ aufgefallen ist ist das falsche und absolut unrealistische Bild das sie der Schauspielerin die eine Borderlinerin sein soll, geben. Wäre DAS Borderline würden nicht so viele Menschen ihr Leben lang darunter leiden. Als "geheilt" eine Klinik zu verlassen ist und war meines Erachtens nah am "Schwachsinn"!
Fazit: Ein sehr gelungener Film bis auf die Schilderungen der BL. (Wohlmöglich Folge der Überarbeitung da man in den "nicht verwendeten Szenen viel mehr Einblicke in die Welt des BL gewinnen kann.)
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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Leider nicht wahrheitsgemäß, 28. Januar 2009
Einen Punkt gibts dafür, dass der Film ganz interessant ist.
4 Punkte Abzug gibts dafür, dass Borderline in diesem Film echt falsch dargestellt wird.
Ich bin selbst Betroffen und finde den Film nicht gut, weil viele so ein falsches Bild bekommen.
Borderline ist weit mehr als hier dargestellt.
Und vorallem: Das Mädchen ist 17. Um Borderline diagnostiziert zu bekommen muss man mindestens volljährig sein (18) , meistens wirds aber erst mit 21 diagnostiziert.
Gut, das ist Jahr, aber deswegen ist der Film schon unrealistisch, weil sowas nicht sein darf-dem Therapeuten/Psychiater würde die Zulassung entzogen werden....
Ist ne Kurze Rezension, aber mehr kann man dazu echt nicht sagen....
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37 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mal ein wirklich verdienter Oscar!, 1. August 2006
Susanna (Winona Ryder) spülte drei Schachteln Aspirin mit Wodka herunter. Gegen ihr Kopfweh, sagt sie. Ihre Eltern und ihr Arzt gehen jedoch von einem Selbstmordversuch aus und schicken sie mit dem Taxi nach 'Claymoore' - "einer der besten Einrichtungen dieser Art", und das ganze auch nur 30 Minuten entfernt. Susanna fühlt sich hintergangen, aber lässt sich auf den "Besuch" ("Ich bin nur hier, um mich auszuruhen!") in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie ein.
Besonders krank fühlt sich die 17jährige Susanna, die gerade ihren Schulabschluss machte, eigentlich nicht. Bis auf die Kopfschmerzen, die plötzlich einschießenden Gedanken und dem Gefühl, sich einfach nicht anpassen zu können. Ok, ab und an fühlt sie ihr Handgelenk nicht mehr - die Hand hat dann keinen Muskel mehr. Und da wären noch die Suizidgedanken. Diese quälen sie wirklich, zudem kann sie mit niemandem darüber reden. Als sie versucht mit Toby, den sie gerade kennen lernte, darüber zu sprechen, meint dieser nur, sie solle mit dem "dämlichen" Thema aufhören. Oder sei er etwa nicht "cool", weil er sich "nicht umbringen" will? Unmöglich, solche Menschen. Als ob man gerne solche Gedanken hat (Susanna: "Wenn es einmal in deinem Kopf drin ist ...").
Empfangen in Claymoore wird Susanna von einer Pflegekraft (Whoopi Goldberg), die ihr die Einrichtung zeigt und beginnt, die Mädchen vorzustellen. Susanna ist geschockt von dem, was sie sehen muss und glaubt noch immer, am falschen Ort zu sein. Sie versucht dennoch, sich auf die Behandlung einzulassen, allerdings kommt bald Mitpatientin Lisa (Angelina Jolie) von einem Ausbruch-Versuch zurück. Und erst mal kommt alles anders ...
Wie man schon lesen konnte, handelt es sich bei den Schauspielern des Filmes "Durchgeknallt - Girl, interrupted" um ein Staraufgebot der Extraklasse: Winona Ryder, Angelina Jolie, Whoopi Goldberg. Auch Brittany Murphy (spielte z.B. in "8 Mile") spielt eine Mitpatientin Susannas (sozusagen das "Hühnchen mit Essecke"). Angelina Jolie hat für ihre Darstellung der an dissozialer Persönlichkeitsstörung leidenden Lisa einen Oscar bekommen. Und bei der Umsetzung dieser Rolle handelt es sich wirklich um einen verdienten Oscar. Als wir einen Ausschnitt von "Durchgeknallt" in unserer "Klinische Psychologie"-Vorlesung an der Uni gezeigt bekamen, meinte auch unser Professor mit einem Lächeln: "So kann man nur spielen, wenn man selbst eine Persönlichkeitsstörung hat." :) Auch ich bin dieser Ansicht (ebenso bei Winona Ryder, die sich ja im wirklichen Leben schon als Kleptomanin zeigte); von daher sind mir beide in besonderer Weise ans Herz gewachsen. Aber auch den anderen Schauspielern muss man danken, dass sie sich mit diesem Thema befasst haben!
Die wahre Geschichte der Susanna Kaysen wurde perfekt dargestellt. Nichts ist übertrieben, oder "typisch Hollywood", wie manche annehmen. Ebenso kann ich keinen "American Style" erkennen (im Gegensatz zu "Einer flog über's Kuckucksnest"!!!). Die Geschichte spielt zwar nicht heute, aber ich kann nicht wirklich einen großartigen Unterschied zu einem Psychiatrie-Alltag von heute erkennen. Ok, man gibt vielleicht andere Medikamente ... aber dennoch könnte "Durchgeknallt" zu jeder Zeit und an (fast) jedem Ort spielen! Auch die Darstellungen der Krankheiten sind lobenswert. Ab und an wird die Borderline-Darstellung von Winona Ryder kritisiert, aber meiner Meinung nach zu unrecht. Eine Borderline-Störung ist eine Art der emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen und hier gibt es selbstverständlich verschiedene Ausprägungen. Leichtgradig würde man wohl bei Susanna diagnostizieren. Besonders gelungen ist auch der dargestellte Zusammenhalt unter den Patienten. Ich liebe beispielsweise die Szene in der Eisdiele; genau so etwas habe ich auch schon einmal erlebt, um jemanden zu vertreiben. Meinen kläffenden Freunden danke ich hiermit (gell, Jana?).
Ebenso gelungen sind die Szenenübergänge: Susanna springt nämlich in ihren Gedanken und ihrer Wahrnehmung und wir dürfen an den Vergangenheit-Gegenwart-Sprüngen teilhaben! Gelungen ist auch die Besetzung der Patienten-Rollen. Niemand anderes hätte beispielsweise Susanna so gut darstellen können wie Winona Ryder mit ihren großen braunen Augen, in denen man quasi den Schmerz lesen kann.
"Durchgeknallt" sah ich nun mindestens zum dritten Mal, das erste Mal (2001) war ich begeistert, das zweite Mal (2004) war ich mir nicht mehr so sicher (was aber auch daran liegen könnte, dass eine Art "Toby" neben mir saß - jemand ohne Verständnis für den (Patho-)Psychologisches), jetzt, nach dem dritten Anschauen und dem zehnten Semester Psychologie-Studium, habe ich mit dem Film wieder vollkommen Frieden geschlossen! Nun sollte auch mal das Buch von Susanna Kaysen ("Durchgeknallt, Seelensprung - Ein Leben in zwei Welten"), auf dem der Film basiert, in Angriff genommen werden! Falls Susanna wirklich (wie es im Film heißt) Schriftstellerin werden wollte, ist ihr das ja hiermit gelungen ;) Und noch etwas: die CD zum Film ist absolut empfehlenswert! Alle Lieder das Filmes sind hierauf enthalten.
Das einzige, was ich zu bemängeln habe ist einer der letzten Sätze von Susanna: "Ein Jahr meines Lebens habe ich verschwendet (...)!" Ok, ein Jahr Aufenthalt in Claymoore war vielleicht ein bisschen zu viel (der Taxifahrer sagte schließlich schon, sie solle dort nicht "überwintern"), aber kann man denn von "verlorener" Zeit sprechen? Darüber lässt sich diskutieren ... Aber sie antwortet Toby auf seine Bemerkung "Die sind irre!" auch "Wenn sie es sind, bin ich es auch!". Und auch in folgender Aussage über ihre Mitpatientinnen gebe ich Susanna recht: "Sie waren nicht perfekt - aber sie waren meine Freunde. (...) Es vergeht kaum ein Tag, an dem mein Herz nicht zu ihnen spricht!"
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