Aus der Amazon.de-Redaktion
"Wenn du das Publikum berühren willst, musst du auf verständliche Art spielen." Nach dieser Maxime verfuhr Thierry Lang auf den ersten beiden Blue-Note-Alben
Thierry Lang und
Nan, und auch beim superben
Guide Me Home hält er sich wieder daran. Der Pianist aus der Schweiz bevorzugt hier ein weiteres Mal einen mühelos zugänglichen, neo-traditionellen Jazzstil in der Nachfolge seines Idols Bill Evans, der auf avantgardistische Experimente gänzlich verzichtet, ohne deswegen allzu simpel zu spielen, ohne sich mit einfachen Lösungen beim Publikum oder den Kritikern anzubiedern.
Der in Romont geborene Eidgenosse hält bei dieser zauberhaften Piano-Solo-Platte gekonnt die Balance zwischen Einprägsamkeit und künstlerischer Freiheit. Er verleiht dem Klassiker "It Never Entered My Mind" vom Autorenteam Rodgers/Hart eine romantische Note, die direkt ans Herz geht, ohne dabei kitschig zu wirken. Er bewahrt bei "The Days Of Wine And Roses" den Kern von Henry Mancinis Vorlage und findet doch zu einer Spaß bringenden, individuellen Ausdeutung mit einfallsreichen Melodiewendungen. Er berührt in der Eigenkomposition "Prelude To Sadness" mit impressionistischen Schwärmereien, die bis hin zu den Akkordmodulationen an den frühen Keith Jarrett erinnern. Und er packt den Zuhörer bei "Irish" auf Anhieb mit einem selbst für ungeübte Ohren nachvollziehbaren Aufbau sowie einem ansteckenden Rhythmus.
Auf der beigelegten Bonusdisc erstaunt Thierry Lang mit vier eigenwilligen Interpretationen von Songs aus der Feder des verstorbenen Freddie Mercury. Diese Titel hat der Mann aus den helvetischen Bergen ursprünglich für das Filmporträt Freddie Mercury -- The Untold Story überaus originell eingespielt. So verwandelte er zum Beispiel den unvergessenen Hit "Bohemian Rhapsody" in ein fast klassizistisches Klavierstück, als wäre es ein Werk von -- sagen wir -- Chopin oder Liszt. Da werden die Queen-Fans aber staunen! --Harald Kepler