Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Komponist Alan Rawsthorne (1905-1971) hatte eine Ausbildung zum Zahnarzt hinter sich, als er sich der Musik zuwandte, und bei seinem Werk erinnert immer noch etwas an die Zahnarztpraxis. Qual, Sorge und Erleichterung durchziehen sein Lebenswerk, von denen drei Stücke hier präsentiert werden. Das beste von ihnen ist "Symphonic Studies" aus dem Jahr 1939, das zu seinem ersten großen internationalen Erfolg werden sollte. Hier arbeitet das Royal Scottish National Orchestra unter der Leitung von David Lloyd-Jones das weinende, deprimierende, chromatische Thema aus, das aus einem Satz und einer Sequenz von Variationen besteht, die durch ihre Sprunghaftigkeit und durch ihre Farbgebung schon fast filmhafte Wirkung erzielen. Das Oboenkonzert (1947) ist ein bescheideneres Werk, das den klagenden und elegischen Ton des Instrumentes bis hin zu dem letzten Satz klingen lässt, der dann aber so unglaublich unbekümmert daher kommt wie eine Dosis Lachgas. Stéphane Rancourt spielt seine Soli mit Bravour. Das Cellokonzert (1966) ist das am wenigsten attraktive Werk, obwohl es auf dem CD-Cover einen Ehrenplatz erhalten hat. Trübsal durchzieht den ersten Satz, ein finster tickendes Motiv den zweiten und eine irgendwie schwerfällige und altersschwache Gangart das Finale. Der Solist Alexander Baillie tut sein bestes, um all dies zu überwinden. Seine Kadenzen sind poetisch, bis die Triangel hereinkommt und wie bei einer Quiz-Show klingelt, um mitzuteilen, dass die Zeit jetzt vorbei ist.
--Rick Jones