INTRO
Was haben Robbie Williams mit Barry White, Mariah Carey mit Cameo oder Stardust mit Chaka Khan zu tun? Die Hits der einen von "Rock DJ" bis "Music Sounds Better With You" basieren auf den Stücken der anderen - wie meine Besprechung dieser Kompi auf dem Info-Hit der Plattenfirma. Dort steht, sicher in erklärender Absicht verfasst: "'Sampled' bedeutet in der im Musikbusiness eigenen Sprache: Man bedient sich an alten Songs, schneidet ein Stück davon heraus und bastelt davon neue Hits." Die "alten Songs", aus denen für die neuen Hits "ein Stück" herausgeschnitten worden ist, sind, das sei schon vorweggenommen, die Anschaffung dieser Doppel-CD wert. Wer Quincy Jones, Chic oder Herbie Hancock in seine Gerätschaften digitalisiert, das sollte sich bei der Rezeption des Tonträgers einem jeden erschließen, muss sich nicht wundern, wenn er/sie sich in den Charts wiederfindet. Aber neben den "Soul Bossa Novas" und "Cantaloupe Islands" bietet die CD noch eine Menge garantiert von den wenigsten je konsumierte Glücksbringer vielerlei musikalischer Couleur. Wer schon immer mal wissen wollte, woher Dr. Dre Eminems "My Name Is" holte, wem sich noch nicht eröffnet hat, dass The Prodigy ihren Durchbruch einem Reggaetune der Premier League verdanken, oder wer bisher dachte, Moby habe ja eigentlich eine gute Stimme, weil er bei "Natural Blues" so inbrünstig intoniert, der sollte sich vergnüglich weiterbilden. Auch wem Bellinis "Samba De Janeiro" suspekt ist, ohne dass er/sie weiß warum, um nach dem Genuss der Samplequelle festzustellen, dass sich Misstrauen und -gunst auf respektlosen Umgang der Bellinischen Mannschaft mit dem Original begründen, sollte zugreifen. Das alles aber nur unter dem Vorbehalt, dass das Presseinfo nicht der Platte beiliegt.
Gautsch / Intro - Musik & so
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