Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Bandname ist neu, die Mitglieder sind jedoch bestens bekannt. Reinhold Heil schrieb als Keyboarder der Nina Hagen-Band, aus der Spliff hervorgegangen sind, deutsche Pop-Geschichte mit. Johnny Klimek trat als Produzent des Loveparade-Initiators Dr. Motte in Erscheinung. Und von Tom Tykwer stammt
Lola rennt.
Bei diesem Welterfolg zeichnet das Triumvirat bereits für den Score verantwortlich und so ist es naheliegend gewesen, daß es auch anläßlich Tykwers Der Krieger und die Kaiserin wieder zusammenarbeitete. Maßgabe war, den Inhalt des Drehbuchs, das eine teils romantisch-heroische, teils schmerzlos-aussichtslose Liebe zwischen Sissi (Franka Potente) und Bodo (Benno Fürmann) schildert, in Musik widerzuspiegeln.
Während des Entstehungsprozesses der Kompositionen hatten die "Blassen Drei" eine innovative Idee: Sie arrangierten einen Teil der den Film untermalenden Instrumentals für die CD zu Songs samt Text um. "Dann kann der Zuhörer", sagt Tykwer, "die Gefühle und Motive der Handlung erheblich besser nachempfinden, wenn er die Musik ohne die Bilder konsumiert!" Und weil in seinem Streifen eine Frau die treibende Kraft darstellt, wurden als Interpreten der fünf Midtempo-Tracks ausschließlich Vocalistinnen engagiert.
"You Can't Find Peace" singt Skin, die charismatische Frontlady der Alternativerocker Skunk Anansie. Beim dezent pulsierenden, federleichten "The Tunnel" kommt Beth Hirsch zum Einsatz, die als Stimme des Air-Hits "All I Need" populär wurde. Den schleppenden, hypnotischen Track "Why Don't You Fly With Me?" spricht Franka Potente. "Just Another Day" zeigt das britische Industrial-Duo 12 Rounds von seiner soften Seite. Und beim lasziv-morbiden "Four Days" betört Anita Lane, die unter anderem mit Nick Cave und den Einstürzenden Neubauten gearbeitet hat.
Nach dem "Song Part" folgt der Score, der stellenweise unter Mitwirkung des Gitarristen Michael Brook (Eno, David Sylvian) sowie dem 40 Mann starken Hausorchester der Universal Studios in Los Angeles aufgenommen wurde. Herausgekommen ist ein modernes, sehr atmosphärisches Album mit stark melancholischer Note, das den Anspruch seiner Macher optimal erfüllt: Auch ohne Optik die Story eines Films, in dem Gefühlsschwankungen und Träume eine große Rolle spielen, auf rein emotionalem Level zu vermitteln. --Thomas Hammerl