Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gratwanderung, 22. April 2003
Es gibt wohl kaum ein anderes Thema, an dem man so famos scheitern kann wie am Holocaust. Darf man darüber Witze machen, darf man darüber überhaupt reden, wo einem doch die Sprache buchstäblich im Halse stecken bleibt angesichts so einer perfide geplanten Vernichtung von Leben - diese Frage stellt sich die Kunst schon seit langem und auch heute ist diese Frage gleichermassen unbeantwortet. Man kann sich dem Thema Holocaust auf viele Weise nähern. Man kann es mit einem politisch erziehenden Gestus tun wie es etwa Brecht getan hat, man kann es auf höchst sentimentale Weise tun wie es Spielberg in Schindlers Liste getan hat, man kann es humoristisch tun wie es Charlie Chaplin getan hat oder wie es hier Benigni tut; allen wurde gleichermassen von ihren Kritikern Scheitern vorgeworfen und das lässt wohl schon ahnen wie nah am Scheitern man immer ist, wenn man das Leiden das keine Sprache hat thematisiert.Der vorliegende Film begibt sich nun auf sehr dünnes Eis, weil die Annäherung über den Humor meines Erachtens die schwerste ist. Hier kann es sehr leicht zu Peinlichkeiten kommen, zu Tabubrüchen, zu Kränkungen, zu Verharmlosungen. Aber Benigni meistert dies mit Bravour - er redet sich um Kopf und Kragen um die Illusion seines Sohnes, die Welt sei gut, aufrechtzuerhalten. Er tut Dinge die völlig unrealistisch sind, aber dies ist eben auch kein realistisches Portrait des KZ-Lebens, sondern eine Überzeichnung zugunsten einer Botschaft. Die Faschisten sind überzeichnete Figuren, die Insassen sind im Grunde Statisten, und wirkliche Charaktere sind nur die drei Familienmitglieder, die aus Liebe das Unfassliche tun: Dora geht freiwillig mit ins KZ, und Guido lügt das Blaue vom Himmel, weil er weiss dass es keinen Weg gäbe um einem Kind zu erklären wie grausam der Mensch ist. Die Komik in diesem Film erinnert nicht selten an die melancholische Naivität Charlie Chaplins. Und sicher ist Benigni ein Komiker, der für deutsche Verhältnisse nervtötend sein kann, einfach weil der italienische Wortwitz nur selten mit der Synchronfassung korrespondiert und weil das südländische Gestikulieren den ein oder anderen Zuschauer hierzulande strapazieren muss. Aber das gelungene an dieser Komik ist, dass sie nie wirklich fröhlich, nie wirklich witzig im Sinne einer satirischen Ausbeutung eines sensiblen Themas ist, sondern immer bitter. Das Lachen bleibt einem buchstäblich im Halse stecken. Grandios der Sohn, der mit glücklichen Kinderaugen durch die Hölle spaziert, ganz beschützt von den Märchen seines Vaters. Das Ende ist für mich auch keine Schwachstelle. Es setzt das unglaubliche grausame, nämlich den Verlust den man eigentlich nicht wahrhaben wollte, in direkten Kontrast zur wiedergewonnenen Freiheit, zum märchenhaften Neuanfang, zur Rettung durch die Lüge. Das ist so ein herber Kontrast, dass einem dabei buchstäblich schlecht werden kann. Aber dieses Gefühl ist eben das was diesen Film so wertvoll macht und durch den sich der Aufschrei den viele angesichts der Komik offenbar nicht hören wollten oder konnten, erhält. Dass man die Hoffnungslosigkeit inmitten der Hoffnung filmisch zeigen kann, hat Benigni bewiesen. Oder eben die Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit. Das ist wohl eine Frage der Betrachtung. Die DVD verdient durchaus einige Kritik wegen der Specials die nicht gerade erste Sahne sind und wegen der nicht ausblendbaren Untertitel, aber es gibt Filme die man trotzdem haben muss und dieser gehört dazu.
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54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verdient hätte es 10 Sterne!, 3. April 2002
Leider, leider hab ich "Das Leben ist schön" erst vor kurzem im TV gesehen!! Da hab ich ja lange was verpasst!Ich habe auch Filme wie "Schindlers Liste" gemocht, aber dieser Film ist noch so viel besser als alle Hollywood Filme über den Holocaust. Ich finde es erstaunlich, wie realistisch und einfühlsam die ganze Situation geschildert wird. Roberto Benigni ist einfach perfekt in dem Film! Ich denke auch, dass der erste Teil, in dem es ja sehr humorvoll zugeht, sehr wichtig ist. Mal davon abgesehen, dass ich selten so viel gelacht habe, erfahren wir ja in dem Teil, was für ein fröhlicher Mensch Guido (Benigni) ist und wie viele verrückte Ideen er hat. Würde man das nicht wissen, könnte man nie verstehen, wie er es geschafft hat, selbst im KZ seinen Humor zu bewahren. Auch das Ende, dass mir bei Filmen fast nie gefällt, finde ich hier so passend und so ... toll! Der ganze Film ist einfach spitze! Sorry, wenn diese Rezension jetzt nicht mehr ganz sachlich ist, aber "Das Leben ist schön" vermittelt so einen ungeheueren Lebensspirit, dass es mir schwer fällt, mich überhaupt ruhig zu verhalten, wenn ich davon rede (und nicht wie Roberto wie verrückt mit meinen Armen zu fuchteln - was ihn unter anderem übrigens so einzigartig unter allen Schauspielern macht). Ich habe nie so richtig begriffen, was das Wort "Lebenskünstler" eigentlich sein soll, aber nach diesem Film weiß ich es. Ich empfehle jedem diesen Film von ganzem Herzen; er bringt einen zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken! Und niemals vergessen, Leute: "La Vita é Bella"!
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Modernes Meisterwerk, 7. September 2000
Ein Film, der viele verschiedene Emotionen auslöst. Beobachtet man zunächst mit einem Schmunzeln Guidos Streiche und erfreut sich an seiner Unbekümmertheit, kann man sich wenig später vor Lachen kaum halten (wunderbar die Orchestrierung der Tricks, mit denen er Dora verzaubert). Und auch wenn einige Vorboten des Unheils zu erkennen sind (die Zwillinge mit Namen "Adolpho" und "Benito"), so fühlt man sich doch beschwingt durch diese Komödie vor romantischer italienischer Kulisse. Doch dann schlägt das Schicksal zu, und das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Der lebensfrohe Guido wird zum Held, um seinen Sohn durch die Zeit in einem Vernichtungslager zu bringen, dessen Grausamkeit gerade genug angedeutet wird, um als Dokument des dunkelsten Punktes in der Geschichte des 20. Jahrhunderts bestehen zu können (Benigni arbeitete eng mit jüdischen Gemeinschaften zusammen, um keine groben Fehler in der Darstellung zu machen). Doch das Thema des Films ist die Liebe; die Liebe zwischen Guido, Dora und ihrem Sohn und die Liebe zum Leben schlechthin. Und das versteht Benigni so gut, daß es kaum einen Zuschauer geben wird, der bei der Schlußszene nicht den Tränen nahe ist.Horst Buchholz gibt einen in seiner Gleichgültigkeit erschütternden deutschen KZ-Arzt. Nicoletta Braschi, von manchen als Schwachpunkt des Films genannt, findet genau die richtigen Nuancen für die Rolle der Dora. Daß sie weder die strahlende Schönheit noch das komische Talent ist, macht die Liebesgeschichte erst glaubhaft und bewahrt sie vor Kitschigkeit. Man bedenke, daß sie im ersten Teil den Part des "Straight Man" für den Komiker Benigni übernimmt, im zweiten Teil dann die Emotionen zeigen muß, die Benigni selbst nicht ausdrücken kann Die DVD bietet hervorragende Bild- und Klangqualität. Warum die deutschen Untertitel im italienischen Original nicht ausblendbar sind, ist allerdings nicht nachvollziehbar. Die Specials bieten interessante Informationen, scheinen aber sehr lieblos zusammengeworfen. Dazu gehören ein Report von den Dreharbeiten ganz ohne Kommentar, nicht untertitelbare Interviews in meist englischer Sprache und schlecht geschnittene Splitter von Radiointerviews.
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