Aus der Amazon.de-Redaktion
Wer hätte das gedacht? Alphaville, Deutschlands erfolgreichste Elektro-Pop-Band der Achtzigerjahre meldet sich nach Jahren mit ihrem ersten und elektrisierenden Live-Album
Stark Naked And Absolutely Live zurück. Cover und Albumtitel erinnern nicht von ungefähr an die Doors. Was Sänger Marian Gold mit der bestens eingespielten Konzertband bietet, ist hervorragendes, aufregendes Rocktheater. Die Live-Mitschnitte, in allen Herren Ländern entstanden, sind weit entfernt von den glattpolierten Studio-Versionen ihrer größten Hits wie "Sounds Like A Melody", "Big in Japan" oder "Forever Young". Gold spielt mit allen Facetten seiner Stimme, fröhlich, böse, basstief und opernhaft bis zum Tenor. "Sounds Like A Melody" verwandelt er in eine fast siebenminütige Gesangsimprovisation, bricht aus dem Popkonzept aus, führt die Band samt Synthi-Samples zu gewagten Soli. Ob das markige "A Victory Of Love", das hymnische "Jerusalem" oder romantisch-sakrale "Flame" -- der Sänger beherrscht mit dramatischem Gespür die Szene und fegt alle Vorurteile über eine selbstverliebte Studioband von der Bühne. Nach dem Publikumschor am Schluss von "Forever Young" nicht abschalten! Denn es folgt noch die versteckte Piano-Ballade "Apollo". Ein echtes, rundum gelungenes Überraschungsei.
--Ingeborg Schober
INTRO
Hoppla, Alphaville. Ein Lebenszeichen der mittlerweile Wahl-Londoner auf ihrem eigenen Label: in Form eines (des ersten) Alphaville-Live-Albums. Die Band, die schon zu aktiven Zeiten immer Probleme darin sah, ihre E-Pop-Herrlichkeit in ein Bühnenkonzept zu bringen, bestätigt hiermit nur, daß ihre schönsten Momente tatsächlich artifizieller Natur waren, also aus dem Studio stammten. “Stark Naked And Absolutely Live” offeriert auffallend wenig geschönten Live-Sound und eine Band, die ihre kühlen Melodien dem angestrengten Gestus von “jetzt geht’s ab” zum Fraße vorwirft. Die Nähe zu Acts wie Scooter adelt sicher diese, zieht Marian Gold und Co. aber ordentlich runter. Eher etwas für Sammler und Freunde von Indifferenz, aber in jedem Fall mit Hits wie “Sounds Like A Melody”, “Big In Japan”, “Jerusalem” oder “Guardian Angel”.
Linus Volkmann / Intro - Musik & so
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