Aus der Amazon.de-Redaktion
Teil drei der so genannten "Harvest"-Trilogie. So zumindest ließ Neil Youngs Plattenfirma verlauten. In der Tat:
Silver And Gold schließt nahtlos an seine Vorgänger "Harvest" von 1972 und "Harvest Moon" von 1992 an. Die zehn neuen Songs werden von akustischen Instrumenten dominiert, die Zutaten sind dieselben wie einst: Klampfe, Mundharmonika, dezente Rhythmusgruppe und natürlich Neils charakterischer Gesang. Gaststars wie Emmylou Harris gibt's als willkommene Zugabe. Ein neues "Heart Of Gold" ist zwar nicht dabei -- aber das gibt's schließlich auch schon. Nach dem ebenso überraschenden wie erfolgreichen Comeback mit seinen Alt-Kumpels Crosby, Stills und Nash nun also eine herrliche Songsammlung, die Neil Youngs kommerziellen Peak als Solokünstler in Erinnerung ruft. Fehlt nur noch die Reunion mit seiner legendären 60s-Band Buffalo Springfield. Und siehe da, die bringt der Meister höchstselbst ins Gespräch -- eine Nummer auf
Silver And Gold heißt "Buffalo Springfield Again".
--Kati Hofacker
INTRO
Neil Young war schon immer einer, der es verstand, in formal schlichten Versen große Dinge auszusprechen und mit einigen wenigen Akkorden und simplen Weisen die Welt zu umarmen. Heuer ist er aber dazu nicht so recht in Stimmung. "Auf der Straße gibt es kein Zuhause", singt Neil Young in "Razor Love". Für das Jahr 2000 hat er deshalb mit ein paar alten Freunden wie Ben Keith, Spooner Oldham, Donald Dunn, Linda Ronstadt und Emmylou Harris die Rückkehr zur Scholle aufs Programm gesetzt. "Silver & Gold" stellt dabei weniger eine freiwillige und friedvolle Rückkehr ins Private dar. In "Without Rings" singt er von einem Krieg der Bilder in seinem Kopf: "My software's not compatible with you." Deshalb wohl das Bedürfnis nach der eigenen Vergangenheit in "Buffalo Springfield Again" - der simple Spaß von damals, bevor alte Wegbegleiter sich in Eitelkeit entzweiten oder selbst zerstörten. Der Gedanke, der Welt zu zeigen, was damals nicht funktioniert hat, weshalb auch immer. Verlust und Nostalgie durchziehen, dieserart offenbaren sich die zehn neuen Songs von Neil Young, von denen zwei genaugenommen und allerdings so neu nicht sind. "Silver & Gold" und "Razor Love" lagen aber bislang zumindest noch nicht in Studio-Versionen vor. Ohne den Lärm von Crazy Horse, zurück zu den Wurzeln, knüpft Young hier an "Harvest" und "Harvest Moon" an. Weniger ein Klassiker denn ein Akt der Rückbesinnung.
Andreas Schnell / Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de