Aus der Amazon.de-Redaktion
Die 90er Jahre waren keine gute Zeit für B-Pictures und kleinere Action-Filme. Diese sind immer mehr aus den Kinos verschwunden, landen nun gleich in den Regalen der Geschäfte und Videotheken. Eine Entwicklung, deren Auswirkungen von den Stars des Genres besonders Steven Seagal getroffen hat. Nach
Alarmstufe: Rot galt er noch als der neue Hoffnungsträger unter den Action-Helden, aber seit den Spät-90ern ist er nur noch ein Sonderling, dessen Filme selbst in Amerika meist nicht mehr ins Kino kommen. Durch seinen privaten, programmatischen Versuch, buddhistische Zen-Religiösität mit extrem harten Gewalt-Exzessen zu verbinden, ist er immer ein Außenseiter gewesen, doch spätestens seit seinem Regiedebüt
Auf brennendem Eis hat er sich durch seine Hinwendung zu ökologischen Themen und zur Idealisierung der amerikanischen Ureinwohner ganz von den typischen Ideen und Haltungen seines Genres entfernt. Mit dem von ihm selbst produzierten
The Patriot treibt er diese von persönlichen Obsessionen geprägte Entwicklung noch einen Schritt weiter.
Steven Seagal ist Wesley McClaren, ein außerordentlicher Arzt und Wissenschaftler, der lange für die Regierung an der Entwicklung biologischer Waffen gearbeitet hat und zurückgezogen in einer Kleinstadt in Montana praktiziert. Als rechtsradikale Terroristen einen tödlichen Virus freisetzen, wird er zur einzigen Hoffnung der Stadt. The Patriot ist ein faszinierend seltsamer Film. Er entzieht sich jeder klaren Einordnung, da der als Kameramann berühmt gewordene Regisseur Dean Semler typische Action-Elemente mit ruhigen Western-Szenen und die Vision von einem nationalistischen Bürgerkrieg mit dem Horror-Szenario eines Viren-Outbreak mischt. Dabei ist es gerade diese etwas abstruse, genau genommen auch nicht wirklich geglückte Verbindung unterschiedlichster Motive, die den Film reizvoll macht und aus der Masse der direct-to-video-Produktionen heraushebt. --Sascha Westphal
Amazon.de DVD-Bewertung
Die DVD enttäuscht allerdings ziemlich. Der Film ist zwar wie angekündigt im Letterbox-Format, hat aber nicht das ursprüngliche Scope-Format. Außerdem wurden in die angegebene Gesamtspielzeit sage und schreibe 20 Minuten Trailer eingerechnet.
--Sascha Westphal