Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
...ein episches Geschichtsdrama als ein einfühlsames Zeitdokument, 5. November 2008
Im Dezember 1927 von Harry Frommermann in seiner Wohnung in Berlin gegründet und knapp 8 Jahre später auf der Höhe ihres Erfolges nach einem letzten Konzert in München im Rausch von politischen Absurditäten zerschlagen, zeigt dieses spielerische Dokument in zum Teil bewegenden Szenen direkt und ohne leise Zwischentöne oder feine Nuancen geschichtliche Anekdoten der Comedian Harmonists von nackter Existenzangst, glamourösen Erfolgen und erzwungenem, bedrückendem Ausstieg.
Szene für Szene sorgfältig balanciert, ohne Form von Theatralik als Fakten und Fiktionen plakativ aneinanderreihend inszeniert Vilsmaier, bei allen intra- und interindividuellen Problemen, Spannungen und Schicksalen der Ensemblemitglieder, als eigentlichen Motor des Filmes jedoch die einzigartige, mitreißende Musik dieser weltberühmten, deutschen A-Capella-Gruppe, von den 6 klug ausgewählten Hauptdarstellern fabelhaft, gewitzt und mit einem wunderbaren Gefühl für die Belle-Epoche gespielt.
"In einem kühlen Grunde" - "Ich kann das nicht!" - ein ehrlicher und gekonnter, deutscher Beitrag zur deutschen Musik(er)geschichte
*** Die Mitglieder des Ensembles:
1. Tenor: Ari Leschnikoff (1897 - 1978)
2. Tenor : Erich A. Collin (1899 - 1961)
3. Tenor : Harry Frommermann (1906 - 1975)
Bariton: Roman Cycowski (1901 - 1998)
Bass: Robert Biberti (1902 - 1985)
Pianist: Erwin Bootz (1907 - 1982)
Wie zu sehen überlebten alle sechs Mitglieder den Zweiten Weltkrieg, traten aber nie wieder gemeinsam auf.
*** Bekannte Lieder /u.a.:
1930 Ein Freund, ein guter Freund (Heymann/Gilbert)
1930 Ich hab' für Dich 'nen Blumentopf bestellt (Bootz/Karlick)
1930 Liebling mein Herz läßt Dich grüßen (Heymann/Gilbert)
1930 Veronika, der Lenz ist da (Jurmann/Rotter)
1931 Das ist die Liebe der Matrosen (Heymann/Gilbert)
1932 Der Onkel Bumba aus Kalumba (Hupfeld/Rotter/Robinson)
1932 Irgendwo auf der Welt (Heymann/Gilbert)
1932 Schöne Isabella aus Kastilien (Bootz/Karlick)
1933 Kleiner Mann, was nun? (Bootz)
1933 So ein Kuß kommt von allein (Grothe)
1934 Gitarren spielt auf (Schmidseder/Siegel)
1934 Mein kleiner grüner Kaktus (Dorian/Herda)
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51 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Guter Film, leider unvollkommene DVD!, 13. Oktober 2003
Man kann Joseph Vilsmaier als Regisseur/Kameramann mögen oder nicht (ich mag ihn eher nicht) - "Comedian Harmonists" gehört glücklicherweise eher zu den Werken, die nicht so stark unter seinem oft in die Irre führenden Stilwillen leiden (wie etwa "Stalingrad"). Über mangelnde Sorgfalt bei Ausstattung und allem drumherum konnte man sich bei Vilsmaiers Filmen ja noch nie beklagen - im Gegenteil - doch gerade über dieser eher technisch/visuellen Akribie (der Mann zeichnet schließlich fast immer auch als Bildgestalter verantwortlich!), wurden Figuren und Schicksale oft vernachlässigt, wirkten hölzern oder im schlimmsten Fall unglaubwürdig.Nicht so bei den "Harmonists" - das Ensemble ist so großartig, daß nicht einmal der Regisseur etwas kaputtmachen konnte, der Film ist durchweg unterhaltend und hinterläßt auch nach mehrmaligem Sehen keinen faden Nachgeschmack. Wer sich wirklich für die Harmonists interessiert, dem würde ich als perfekte Ergänzung die TV-Dokumentation "Comedian Harmonists - Sechs Lebensläufe" von Eberhard Fechner aus dem Jahre 1976 empfehlen, in welcher noch vier der ursprünglich sechs Mitglieder selbst zu Wort kommen. Aus ihren Erzählungen und dem Bogen, der sich von ihrer Ruhmeszeit (die prächtigen Filmbilder im Kopf!) bis hin zur Gegenwart spannt (ein Leben in totaler Armut am Beispiel von Ari Leschnikoff) setzt sich das bewegende Mosaik ihrer einzigartigen Geschichte zusammen. Die Umsetzung auf DVD ist weitgehend geglückt - bis auf ein für mich entscheidendes Detail, daher leider nur ein Stern: Joseph Vilsmaier hat den Film im Scope-Format gedreht und ich verstehe beim besten Willen nicht, warum hier ein Transfer im Format 1.85:1 getätigt wurde. Das ist ungefähr so, wie wenn man eine Orange kauft, der links und rechts zwei Scheiben fehlen! Viele stört es vielleicht nicht, wenn man von Personen, die am Bildrand stehen, nur die Nasenhaare sieht, obwohl man auf der Kinoleinwand auch den Rest ihres Körpers bewundern konnte - ich aber würde - gerade im Zeitalter der DVD - gesteigerten Wert darauf legen, das ganze Bild zu sehen und nicht nur Ausschnitte. An dieser Stelle kann ich nur die US-DVD empfehlen, bei welcher der Film korrekt in 2.35:1 codiert wurde...
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stimmiges Zeitbild!, 28. März 2007
Wer sich von der grandiosen Eberhard Fechner Dokumentation lösen kann, hat an diesem Film sicher Freude.
Denn Vilsmayer gelingt es, ein wirklich stimmiges Zeitbild zu zeichnen.
Dieser Film ist bis in das kleinste Detail liebevoll ausgestattet und die Besetzung auch der kleinsten Nebenrollen ist wirklich gelungen!
Der Film beginnt mit jener legendären Anzeige von Harry Frommermann, in der er zur Jahreswende 1928 "schöne Stimmen" sucht, um musikalisch etwas Neues auf die Beine zu stellen. Inspiriert durch die "Revellers" denkt er an ein Vokalensemble mit anspruchsvollen Arrangements, die jedoch ganz leicht und fröhlich daher kommen sollen. Schnell sind sechs junge Männer beisammen, die bereit sind, hart zu proben ohne anfangs zu wissen, ob die Idee Frommermanns überhaupt Erfolg hat. Nach steinigen Anfängen haben die "Comedian Harmonists" schließlich Erfolg, der auf jeden einzelnen sehr unterschiedlich wirkt. Der Bassist Robert Biberti - glänzend gespielt von Ben Becker - setzt sich schnell als Leithammel durch. Dennoch gelingt es den sechs Männern, als Ensemble trotz einiger Querelen weiterhin erfolgreich zu sein. Doch dann ergreifen die Nazis die Macht und da drei Mitglieder jüdischer Herkunft sind, ist bald klar, dass die "Harmonists" in Deutschland keine Zukunft haben...
Dieser sehr an der durch den Film Eberhard Fechners und dessen gleichnamiges Buch verbürgten Wahrheit orientierte Film ist ein Genuss! Lediglich die Liebesgeschichte Frommermanns mit "Erna" ist wohl der künstlerischen Phantasie Vilsmayers zuzuschreiben. Damit will er den später noch viele Jahre schwelenden Konflikt Bibertis und Frommermanns unterstreichen, der erst kurz vor Frommermanns Tod beigelegt werden konnte.
Am meisten beeindruckt die schauspielerische Leistung - Vilsmayer konnte wirklich die erste Garde deutscher Schauspieler verpflichten (neben Ben Becker Ulrich Noethen, Kai Wiesinger, Heino Ferch, Otto Sander, Meret Becker und weitere) - und die liebevolle Ausstattung neben den eingespielten Gesangsdarbietungen. Und er hat gut daran getan, für diesen Film nur die Zeit zwischen Gründung und Verbot zu verarbeiten. So ergänzen sich die legendäre Eberhard Fechner-Dokumentation und dieser Spielfilm auf besondere Art und Weise!
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