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Virgil Thomson studierte Komposition unter der Anleitung von Nadia Boulanger in Paris. Er blieb dort fast zwei Jahrzehnte, bis ihn die Invasion der Deutschen Armee zur Flucht zurück über den großen Teich nach New York zwang, (wo er zum scharfzüngigen Musikkritiker der
Herald Tribune wurde). Seine
Symphony on a Hymn Tune (1928) liefert einen geistreichen Mix von Musik aus amerikanischen Regionen (Hören Sie sich einmal die beiden Favoriten der Baptisten der Südstaaten an: "How Firm a Foundation" und "Yes, Jesus Loves Me") mit der surrealistischen Pariser Kühle von Erik Satie und Les Six. Es ist ein einnehmendes, unberechenbares Werk, stellenweise heiter und fröhlich und faszinierender als die Second Symphony, die zwei Jahre später entstand(auch wenn diese durchaus schön gestaltet ist). Die Third Symphony wurde ursprünglich 1932 als String Quartet No.2 präsentiert und war in ihrer Orchesterversion erst zu hören, als sie 1972 zur Ballettmusik für seine Oper
Lord Byron umfunktioniert wurde. Sie werden deren niveauvolle Einfalt lieben oder verdammen. Es bleibt noch der Essay
Pilgrims and Pioneers aus dem Jahre 1964, der nach einem vielversprechenden Start an Qualität verliert. Sie finden hier wirklich gute Interpretationen unter der gefühlvollen Leitung von James Sedares und gelungene Aufnahmen ebenfalls.
--Andrew Achenbach