Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Polanskis Meisterwerk und Meilenstein des modernen Horrors, 6. Januar 2009
Wird die hübsche junge Rosemary vom Teufel persönlich geschwängert, befindet sie sich in den Fängen eines bizarren Kults, der ihr ungeborenes Baby für seine Rituale benötigt, oder bildet sich die streng katholisch erzogene Rosemary vielleicht alles nur ein?
Viele Fragen in einem vielschichtigen Meisterwerk der Filmgeschichte. Für mich einer der besten fünf Horrorfilme aller Zeiten (zu denen ich auch Polanskis "Mieter" zähle), sowie einer der wichtigsten amerikanischen Filme der 60er, der weltweit ein Riesenerfolg wurde und noch heute Regisseure beeinflusst: ROSEMARY'S BABY von Roman Polanski aus dem Jahr 1968. Produziert von William Castle, der beinahe selbst die Regie übernommen hätte, hält Polanski stets die Balance zwischen Horror und psychologischem Thriller, kommerziellem Mainstream und eigenwilligem Arthaus sowie dem alten und dem "neuen" Hollywood der kommenden 70er. Ebenso wie es Hitchcock in "Psycho" meisterhaft verstand, Gothic Horror mit modernem Alltag zu kombinieren, fügt Polanski alles Unheimliche und Mysteriöse in eine banale Alltagswelt. So treffen Urgesteine des Hollywood-Kinos wie Ralph Bellamy und Maurice Evans auf die ultramoderne Mia Farrow mit Vidal Sassoon-Haarschnitt. Das unheimliche Wohnhaus, das Rosemary bewohnt, steht im sonnigen New York. Polanski bleibt dabei der Romanvorlage von Ira Levin bis ins Detail treu - das geht soweit, dass Kleidermuster und Einrichtungen aus dem Buch übernommen werden. Seine größte Stärke aber liegt in der Vieldeutigkeit. Tatsächlich gibt es keinen Beleg im Film für das Vorhandensein irgend etwas Übernatürlichen. Alles, was Rosemary erlebt, könnte sich aufgrund einer wachsenden Schwangerschafts-Paranoia auch in ihrem Kopf abspielen, wo sie nebensächlichste Details wie das Mousse au Chocolat von Nachbarin Ruth Gordon als Giftmischung fehlinterpretiert. Begleitet von den beunruhigenden Klängen Krzysztof Komedas verbreitet ROSEMARYS BABY eine derart nervenzerrende, bedrohliche Sogwirkung, dass der geneigte Zuschauer (der mehr Wert auf Atmosphäre als herumfliegende Körperteile legen sollte) atemlos mit der armen Rosemary mitfiebert, die von Mia Farrow unglaublich authentisch und zerbrechlich dargestellt wird. Als groteske Nachbarin, die gerne unaufgefordert klingelt und vorbeischaut (wieder ein "realer" Horror, mit dem sich viele Zuschauer identifizieren können), reißt Ruth Gordon ("Harold und Maude") jede Szene an sich und hat einen verdienten Oscar (sowie den Golden Globe) erhalten. Der Film selbst gehört zum Besten, was Hollywood in den späten 60ern produziert hat. Ich empfehle ihn besonders denen, die sonst um Horrorfilme einen großen Bogen machen, denn er ist so viel mehr, schlicht ein Meisterwerk der Spannung, großartig gespielt, extrem publikumsfreundlich und mit seinen vielen Subtexten auch nach unzähligem Sehen immer ein neues Erlebnis. Fünf Sterne sind viel zu wenig.
Die DVD von Paramount präsentiert ROSEMARY'S BABY in guter Bildqualität und liefert noch einen 20-minütigen Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten sowie Interviews dazu. Der Film ist übrigens ungeschnitten (!), das möchte ich hier betonen. Wer im Finale die "teuflischen Augen" vermisst, dem sei gesagt, dass diese in Rosemary's Traumsequenz als Überblendung vorkommen, und sonst nirgendwo. Interessanterweise glauben aber viele, dass sie am Ende zu sehen sein müssten, was die starke Wirkung des Finals belegt.
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77 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich hatte einen furchtbaren Traum ..., 5. März 2003
...entgegnet Rosemary Woodhouse Ihrem Mann Guy am Morgen nach dem romantischen Abendessen in der neuen Wohnung. Wie Kenner wissen, war es kein Traum sondern grausame Realität. Roman Polanskis Film ist heute nach 35 Jahren noch genauso verstörend als damals bei seinem Erscheinen. Wer natürlich auf hirnlose Splatterfime steht, ist hier falsch aufgehoben den hier zeigt sich der Horror von einer ganz neuen Seite. Zusammen mit Filmen wie „Shining", „Der Exorzist" oder auch „Das Omen" ist dies einer der gruseligsten Filme die je gedreht wurden. Ein Film der nicht mit blutigen Splatterszenen schockiert, sondern ein Film bei dem das Grauen langsam aber dafür umso heftiger Einzug hält. Polanskis Film steht bis heute auf der schwarzen Liste des Vatikans, was ich für vollkommen falsch halte, den wer an Jesus Christus glaubt, der glaubt automatisch an seinen Widersacher, den leibhaftigen Teufel. Mit Mia Farrow und John Cassavettes fand Polanski zwei hervorragende Darsteller für seinen Film und selbst in den Nebenrollen ist der Film noch erstklassig besetzt. Bei der Party mit Ihren Freundinnen ist übrigens auch Polanskis damalige Ehefrau Sharon Tate, welche kurz darauf von der Charles Manson Bande im hochschwangeren Zustand ermordet wurde, zu sehen. Der Film zeigt uns das der Teufel wirklich im Detail steckt und besticht durch eine Bilderflut die seinsesgleichen sucht. Nur ansatzweise ist der leibhaftige Teufel zu sehen als er seinen Nachfolger zeugt. Auch am Ende des Films, wo man gespannt auf einen ersten Blick wartet, sieht der Zuschauer nichts. Gerade dies ist es aber, was den Film so außergewöhnlich macht. Polanski verzichtet vollkommen auf die Darstellung von Schockeffekten und trotzdem sorgt er für eine Gänsehaut und dafür das man den Film nicht mehr vergisst. Der Film gehört auf jedenfall in die absoluten Top Ten der Horrorfilme und war richtungsweisend für nachfolgende Filme wie „The Astronauts Wife" und einigen anderen. Nun zur DVD, welche ich jeden den der Film interessiert ans Herz legen möchte. Sie besticht im Vergleich zu anderen Filmen aus diesem Zeitraum durch ein glasklares Bild und eine ausgezeichnete Tonqualität. Es befinden sch Interviews und eine Art „Making Of" als Bonunsmaterial mit auf der DVD. Dies ist äußerst interessant da unter anderem gezeigt wurde, das Polanski während der gesamten Dreharbeiten großen Wert darauf legte, das am Set im Vergleich zum Film eine heitere und ausgelassene Stimmung herrschte. Jeder Anhänger dieses Films oder allen die es werden möchten kann ich diese DVD nur wärmstens empfehlen.
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15 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Wegbereiter für ein modernes Horrorkino, 24. Februar 2006
Der Film ist das- was ich einen Genremeilenstein nenne. Schauspielerisch exzellent wird hier die Geschichte von der Vereinnahmung des Bösen dargestellt. Mia Farrow als ahnendes Opfer, das eine Verschwörung wittert und immer wieder durch ihr Umfeld zurückgewiesen wird. Die eindeutige Theatralik des Mimen- und Gebärdenspiels wird zum parallelen Element eines düsteren Ambientes. Letztendlich kann man Rosemary's Baby als Kammerspiel bezeichnen, da der Film schwerpunktmäßig an einem Ort stattfindet. Polanski zelebrierte schon in „Der Mieter“ die Gefahr aus dem Menscheninneren, die zur Veränderung führte. In seinem Film „Ekel“ war es die Äußere Gegebenheit- der Anblick, der in den Wahn führte. Bei Rosemary's Baby ist es das Böse selbst, das das Menscheninnere steuert, welches ein schauriges Ambiente erzeugt. Der Zuschauer sieht die Geschichte mit Rosemary´s Augen, er kann zwar Zusammenhänge erahnen, aber keine eindeutigen Beweise finden. Er ist genau wie Rosemary auf das Finale des Films angewiesen. Hier wird ihm das nahe gebracht, was er eigentlich schon wusste und auch wiederum nicht wusste… Rosemary's Baby war und ist ein exzellenter Film, der schlechte Nachahmer folgen ließ (Wiege des Bösen, Wiege des Schreckens, Wiege des Grauens) Die DVD ist durchschnittlich, was die qualitative Seite anbelangt. Der Ton wird von einem Rauschen dominiert, das Bild (1.85:1 – anamorph) ist allerdings recht gelungen. Fazit: Trotz kleiner technischer Fehler ist die DVD ein Pflichtkauf.
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