Aus der Amazon.de-Redaktion
Andrea Bocelli erinnert sich noch gut daran, dass er in seiner Jugendzeit ganz besonders von der Sakralmusik der Tenorlegende Franco Corelli fasziniert und inspiriert wurde. Bocelli - der inzwischen selbst Millionen von stürmischen, treuen Fans erobert hat - kehrt nun zu dieser Art von Musik zurück, die bei
Sacred Arias das Leitmotiv bildet. Die Veröffentlichung dieser CD fällt zusammen mit dem Erscheinen seiner ersten Biografie in englischer Sprache. Diese Interpretationen sind erfüllt von der für ihn so typischen, inzwischen berühmt gewordenen Singweise: Sein Gespür für lange, sanft schwebende hohe Noten und der dezente Sinn für Abstufungen, die er in eine Melodie einbringt.
Es ist ein Missverständnis, einen Widerspruch zwischen Bocelli, dem Sänger im "opernhaften" Stil und dem im "volkstümlichen" Stil aufzubauen: In Wahrheit ist sein Ansatz im Grunde genommen immer der gleiche. Schwachpunkte bleiben der Mangel an Klangfarbe und die fehlende Steuerung der Phrasierung, aber die emotionale Wirkung von Boceli steht außer Frage. Die Arien dieser Sammlung sind ein Querschnitt durch die bekanntesten religiösen Werke: Schuberts "Ave Maria" und Mozarts feierliches "Ave Verum" ebenso wie das Arrangement von "Silent Night"("Stille Nacht"), bei dem Bocelli sein Englisch testet.
Es gibt aber auch eine ausgesprochen seltsame Auswahl von Werken, die in die Rubrik "Sakralmusik" einsortiert wurden, wie zum Beispiel ein Lied aus Wagners "Wesendonck Lieder" (hier ist der "Engel" mit einer überaus starken erotischen Anziehungskraft versehen) und Händels bildhafte Ode an einen Baum "Ombra mai fu". Dennoch, Bocelli singt mit unverfälschter Direktheit, und dies wird seine bereits unglaublich große Anhängerschar noch einmal erweitern. --Thomas May
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