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30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Meisterwerk der Melancholiker, 17. Dezember 2004
Nachdem Element of Crime mit "Damals hinterm Mond" die Sprache gewechselt hatten, fanden sie auf "Weißes Papier" endgültig ihren Stil. Musikalisch gereifter als sein Vorgänger, hält dieses Album wunderschöne Stücke mit wundervollen, aus der Seele sprechenden Texten bereit. Zumeist geht es natürlich wieder um die Liebe: In "Weißes Papier" wird das Ende einer Beziehung aus Sicht des Verlassenen besungen, in "Du hast die Wahl" wird die Adressatin vor die folgenreiche Entscheidungen gestellt, ob sich der Sänger vom Zug überfahren lassen soll oder sie ihn lieber als Geliebten nimmt. "Kann sein, dass das irgendwie blöd ist, doch nichts ist so öde wie ein Sommer allein". Über allen Songs trohnt jedoch "Draußen hinterm Fenster". Vermutlich ist dies der beste deutsche Popsong. Das Intro kommt aus einem Hinterhof daher geweht, dann kommen die Gitarren, schießlich setzt alles ein, Trompeten, Akkordeon, Schlagzeug, und kreiert eine Atmosphäre wie in einem Schwarzweißfilm der späten Zwanziger. Dazu Sven Regeners herrlich verschrobener Text ("vom Freibad kommen die, die nicht ertrunken sind"), der in dem wundervollen Refrain "Wir sitzen hier fest, was auch immer geschieht - verwirrt, träge und verliebt" gipfelt. Am Ende dreht sich alles heraus, ziehen sich die Instrumente aus dem Gehörgang hinaus ins Nichts. (Nebenbei: Wahnsinn, welch tolle musikalische Entwicklung die Elements durchgemacht hatten seit 1985...)Mir fehlen die Worte, um dieses Lied adäquat zu beschreiben, es ist schlicht wunderschön. Nach diesem Album ist häufig der Vergleich zu Brecht/Weill bemüht worden. Andere reden vom Geist von Nick Cave oder Lou Reed. Letztlich hilft jedoch nichts darüber hinweg, anzuerkennen: "Weißes Papier" ist eines der großartigsten Rockalben überhaupt und es ist wahrscheinlich das größte Werk dieser Art in deutscher Sprache. Ganz nebenbei ist es auch das Album, das mir in meinem Leben am meisten gegeben hat... (P.S.: Im übrigen ist Element of Crime keine "Ossi-Band", vielmehr stammen alle Musiker aus der alten BRD - das ändert an der Qualität des Albums freilich nichts...)
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach nur gut, 20. Januar 2000
Von Ein Kunde
"Element of Crime" haben ihren Stil gefunden. Die Musik klingt immer etwas spröde und irgendwie sehr "deutsch". Hat aber sehr viel Charme und macht süchtig nach mehr. Die Texte berühren und man hört wirklich gerne hin - immer wieder. EoC steht bei vielen für melancholische Musik, die zu Herzen geht. Dabei wird völlig übersehen, daß auf "Weißes Papier" wirklich tolle Songs sind. "Sperr mich ein", "Immer unter Strom" und "Sommerschlußverkauf der Eitelkeit" taugen vielleicht nicht gerade zum Tanzen, aber doch zumindest zum Mitsingen und werfen ein heiteres Licht auf unsere graue Welt.Für alle EoC Fans ist "Weißes Papier" ein Muß. Für die anderen ist es das Album, um die Band kennen und lieben zu lernen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Klasse für sich, 31. August 2007
Meinen ersten Kontakt zu Element of Crime hatte ich, wie sicher die meisten, mit "Weißes Papier". Eine Freundin spielte mir das Lied vor und als ich nach mehreren Monaten immer noch fast den kompletten Text auswendig kannte, war klar: diese CD muss ich mir kaufen.
Und ich wurde nicht enttäuscht. EoC sind keine gewöhnliche Band, wie man sie an jeder Ecke findet. Das Besondere der Sprache lässt sich zum Beispiel an den Menschen zeigen, die Sven Regeners Welt bevölkern: "ein alter Zausel" oder "ein sittenstrenger Milchmann", die ihr Gesicht mit Klingen zerschaben oder Jagd auf ein Kind machen. Immer etwas verschroben, oft hart und sarkastisch, manchmal resignativ und nie Standard. Die Musik unterstreicht das ganz vortrefflich mit ungewohnten Instrumenten wie Akkordeon, Trompete und Co.
So entstehen im Gesamteindruck Lieder, die einen ganz und gar gefangennehmen. Besonders hervorzuheben sind für mich "Weißes Papier", "Und du Wartest", "Draußen hinterm Fenster" und "Das alles kommt mit". Die ersten beiden als brutale nach-der-Trennung-Lieder, die je nach Lage wirklich kaum zu ertragen sind, "Draußen hinterm Fenster" als tolle Stimmungsnummer und "Das alles kommt mit" als das wohl positivste Lied des Albums - eine wahre Liebeserklärung, wie man sie selten formuliert findet.
Insgesamt dürfte "Weißes Papier" wohl eines der besten deutschsprachigen Alben sein und gewinnt seinen Status dabei vor allem durch seine Individualität, die nicht Selbstzweck und künstlerischer Alleingang ist, sondern einfach nur Klasse!
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