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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk, 20. Juni 2003
Von Ein Kunde
Ob dies nun ein echtes Pink Floyd Album ist oder nicht, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich finde es jedenfalls ein Meisterwerk, und dieses Wort verwende ich jeweils sehr sparsam. Als ich es vor 20 Jahren zum ersten Mal hörte, hat mich vor alem die Musik begeistert, heute ist es der Text, der mich mit dieser Musik immer wieder packt.Meiner Meinung nach hat Waters hier so gut getextet, wie nie wieder. Einmal beissend ironisch ("By the cold and religious we were taken in hand, shown how to feel good and told to feel bad"), dann wieder poetisch traurig ("In quiet desperation, knuckles white upon the slippery reins, she bravely waves the boys good-bye again") und zwischendurch zornig und zynisch ("and now adding colour, a group of anonymous latin american meat packing glitterati"). Das Album ist ein Auf-und Ab von Stimmungen, mal leise und sanft, dann wieder aufbrausend und dramatisch. Ich weiss nicht, ob man Rockmusik je als zeitlos bezeichnen kann, aber diese Musik könnte so was Ähnliches sein. Die im Text genannten Reagan, Thatcher und Begin muss man schliesslich nur durch Bush, Blair und Sharon ersetzen, und statt der lateinamerikanischen Diktatoren gibt es zuhauf andere von überall her, die man an deren Stelle setzen könnte, und schon ist man wieder bei der Tagesaktualität. Gut, man kann kritisieren, dass es vielleicht etwas gar düster geraten ist. Aber vielleicht muss man es auch im Kontext sehen. Die Band war zu diesem Zeitpunkt längst unversöhnbar zerstritten, und der Plattfirma musste man aus vertraglichen Gründen noch eine Scheibe abliefern. In späteren Werken setzt er oftmals wieder einen optimistischeren Schlusspunkt (man denke an "The Tide is turning" oder "Flickering Flame"). Fazit: Grossartig, Roger!
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