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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Hach ja, die guten alten Zeiten..., 9. Oktober 2003
1998 kannte kaum jemand die Band HIM. Zwar feierten die fünf Finnen große Erfolge in ihrem Heimatland, doch internationale Erfolge waren nicht vorhanden. Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass die Band nur ein Jahr später den internationalen Durchbruch schaffen würde. Doch ob dieser wirklich der „besseren" Musik wegen zustande kam, bleibt fraglich, schließlich muss sich die Band um Leadsänger Ville Valo des öfteren den Vorwurf gefallen lassen, die Band sei kommerziell ausgerichtet. Davon kann beim Debütalbum „Greatest Lovesongs Vol. 666" glücklicherweise nicht die Rede sein. Die HIMschen Wurzeln liegen nämlich ganz und gar nicht im Pop-Rock-Bereich, sondern im düsteren, melancholischen, harten Goth-Rock. Wer die Band erst mit dem kommerziellen Superhit „Join Me" kennen und lieben gelernt hat, der wird sich beim Debütalbum auf viele Überraschungen einstellen müssen. Der erste Track „Your Sweet 666" zeigt auch gleich, in welche Richtung sich das Album bewegt: rockig, laut, dunkel und herzzerreißend. Liebe und Tod sind die Kernthemen der Platte, was speziell in der wunderschönen, traurigen, schwermütigen Ballade „When Love And Death Embrace" zum Vorschein kommt. Harte Gitarren und gewaltiger Bass treffen permanent auf die zerbrechliche, schmachtende Stimme Ville Valos. Der Höhepunkt kommt jedoch erst am Ende, nämlich im achten Track „(Don't Fear) The Reaper", wo Valo im Duett mit der finnischen Sängerin June Hyde musiziert. Ein herausragendes Lied, welches thematisch an Romeo und Julia erinnert. Die beiden Stimmen ergänzen sich wunderbar zueinander und es ist mehr als bedauerlich, dass HIM bis heute nicht ähnlich experimentierfreudig gewesen sind. Auch die Coverversion von Chris Isaacs „Wicked Game" ist den Finnen wirklich hervorragend gelungen. Sie haben dem Lied einen rockigeren Charakter verliehen, klingen rauer aber dennoch melodiös. Der Titel geht schnell ins Ohr, was bei kaum einem anderen Track der Fall ist. Meistens sind die Songs ähnlich strukturiert. Valos zerbrechliche Stimme trifft auf gewaltige Instrumenten-Wälle, was besonders bei „Our Diabolical Rapture", „It's All Tears" und auch „The Beginning Of The End" auffällt. Allesamt gute Tracks, die von Schwermut und Melancholie geprägt sind. Abschließend kann ich sagen, dass die Musik von HIM mir in den Anfangsjahren eher entsprach, als sie es heute tut. „Greatest Lovesongs Vol. 666" ist in meinen Augen authentischer als alle nachfolgenden, erfolgreicheren Alben. Die Kombination aus finnischer Melancholie, verruchter Düsterheit, harten Klängen, einer sinnlichen Stimme und den sehnsüchtigen, traurigen und faszinierend bedrückenden Texten ist einfach superber als das, was HIM heute machen. Das werden wohl viele anders sehen, doch in meinen Augen war die Anfangszeit die beste, auch wenn HIM damals noch nicht so medienpräsent waren, wie heute. Dieses düstere Machwerk ist absolut empfehlenswert, speziell für diejenigen, die abends gern mit einem Gläschen Rotwein und vielen Kerzen schönen Klängen lauschen. Valos schön inszenierter Herzschmerz macht's möglich. Anspieltipps: "Wicked Game", "(Don't Fear) The Reaper"
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