Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein phantastisches Album mit intelligentem Dance-Pop.
Beaucoup Fish kombiniert stampfende Rhythmen mit wuchernden binären Traumwelten zu einer zusammenhängenden himmlischen Erleuchtung. Auch hier findet sich wieder Karl Hydes Singsang ("Push Downstairs"), der über DJ Darren Emersons sehnigen, housemäßigen Rave-Ups ("King of Snake") schwebt -- ein Sound, der sie seit dem 1993er Dubnobasswithmyheadman auszeichnet. Auf
Beaucoup Fish umspült dieser Sound allerdings Tracks, die nicht nur geduldig auf die nächste dicke Schicht von Rhythmen warten; so entsteht aus einfachen Songs ein episches digitales Ganzes. Ab und zu bricht ekstatisch melodisches hervor (z.B. bei "Jumbo"), zuckende Dance-Tracks wie "Bruce Lee" öffnen ganz neue Alleen für herausbrechende Schichten rhythmischer Atmosphäre. Underworld werden auf ewig von "Born Slippy" verfolgt werden (das durch den Trainspotting-Soundtrack so populär wurde), die erste internationale Raverhymne, aber
Beaucoup Fish geht weiter über so ein vergängliches Phänomen hinaus: es will die elektronische Musik von den Fesseln des Computerzeitalters befreien.
--Matthew Cooke
INTRO
Underworld sind ein Phänomen. Seit 1993 sind sie kräftig dabei, und man könnte den Eindruck bekommen, daß alles, was sie anfassen, auch automatisch zum Erfolg führt. Sie haben es in den letzten zwei Jahren geschafft, sowohl die exklusive Schar der reinen Elektronikfreunde zu begeistern als sich auch bei der breiten Masse der Alleshörer ins Wohnzimmer zu spielen. Es ist immer noch merkwürdig, daß über den "Trainspotting"-Soundtrack ausgerechnet das äußerst bretterige "Born Slippy" und via "Batman" das nicht minder harte "Moaner" einem sonst vielleicht nicht so wohlgesonnenen Publikum zugänglich gemacht werden konnte. Das haben bisher nur wenige geschafft, aber der Grund liegt mit Sicherheit auch bei ihrer massiven und umjubelten Bühnenpräsenz auf Festivals wie dem "Universe" (GB). Underworld gehen als Band durch und sammeln dafür Pluspunkte bei Leuten, die mit puren Knöpfchendrehern nichts anfangen können. Zuzuschreiben ist das in großen Teilen dem charismatischen Auftreten von Sänger und Frontmann Karl Hyde. Er ist derjenige, der die Sounds aus den Händen von Rick Smith und Darren Emmerson - ansprechend, kraftvoll und lyrisch verpackt - an den Mann bringt und der Band ein Gesicht gibt. Aber auch ohne Live-Feeling, im Club oder zu Hause, kriecht Hyde förmlich in einen hinein, so daß "Beaucoup Fish" - genauso wie der Vorgänger "Second Toughest In The Infants" - ein sehr eingängiges Werk ist. Es lebe die bollernde Bassdrum, und gesegnet seien die trancigen Flächen.
Daniel Karg / © Intro - Musik & so
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