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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das beste Album aller Zeiten?, 21. August 2002
Zugegeben, dieses Album ist keine leichte Kost, selbst für Dream Theater-Verhältnisse. Ich habe etliche Durchläufe gebraucht, um mit der Scheibe warmzuwerden, aber die Mühe hat sich mehr als gelohnt. Schon die ersten 3 Tracks machen dem Hörer klar, dass er es hier nicht mit einem normalen Album zu tun hat - das übergeordnete Konzept der CD betrifft nicht nur den Text, auch musikalisch zieht es sich wie ein roter Faden durch das ganze Album. Die Musik spiegelt wirklich die Stimmung und Atmosphäre der momentanen Situation der Konzeptstory wieder, ist wirklich eine Umsetzung der Handlung in Musik - und das ist selbst für ein Konzeptalbum keine Selbstverständlichkeit (Queensryches "Operation Mindcrime" z.B., mit dem "Scenes..." häufig verglichen wird, geht meiner Meinung nach dieser musikalische rote Faden gänzlich ab). Die Musik selbst ist natürlich, wie von Dream Theater gewohnt, sehr komplex. Stellenweise ("Beyond this Life", "Fatal Tragedy", vor allem aber "Dance of Eternity") strapazieren die minutenlangen Instrumentalpassagen durch ihre häufigen Rythmuswechsel, ungeraden Takte und Soloeinlagen die Nerven des Hörers bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus. Gerade in diesen Passagen ist die Dichte an brillianten Melodien, Hooks und Riffs aber unglaublich hoch, andere Bands könnten mit den Melodien und Ideen aus 2 Minuten dieses Albums mindestens 2 komplette CDs aufnehmen... deshalb braucht es auch so lange Zeit, bis der Hörer die Songs auch ganz erfasst hat - die Musik ist einfach extrem kompakt. Die Fähigkeiten der Band und des Sängers James LaBries sollten hinlänglich bekannt sein, die teils wahnwitzigen Rythmen und Soli könnten die meisten anderen Bands dieses Planeten schlicht und einfach nicht spielen. Aber den Kritikern, die behaupten, Dream Theater hätten außer beeindruckender Instrumentaltechnik nichts zu bieten, sollte spätestens dieses Album jeglichen Wind aus den Segeln nehmen - was hier kompositorisch und lyrisch geschaffen wurde, stellt für mich den musikalischen Höhepunkt der gesamten Rockgeschichte dar. Das ist sicher sehr, sehr subjektiv, aber mich beruhigt, dass ich mit dieser Meinung zumindest nicht ganz allein zu sein scheine, wenn ich mir hier die restlichen Rezensionen durchlese... *g*
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kompliziert, aber genial, 11. Juli 2003
Dream Theater gehören spätestens seit ihrem Erfolgsalbum images & words zur Speerspitze des Progressive Rock/Metal. Meiner Meinung nach einer der stärksten Songs auf diesem besagten Album ist Metropolis Pt.1: the miracle and the sleeper. Metropolis Pt.2: scenes from a memory stellt sich also, auf den ersten Blick, als verheißungsvoller Nachfolger da. Ein Blick auf das Layout läßt erkennen, dass sich Dream Theater wieder auf etwas dunkleres Terrain gewagt haben. Das äußere Erscheinen prägen ein Gesicht, eines Mannes, das zusammen mit vielen kleinen Fotos zu einer Art Mosaik verschmilzt, sowie ein altes, schwarz weißes Haus auf der Rückseite der CD und eine Zeitung, beim Aufschlagen der Hülle, die beim genaueren Hinsehen, den Songtext des Dreh- und Angelpunktes, dieses grandiosen Albums darstellt. Die Tonträger selbst ist in schlichtem schwarz gehalten. Beim Aufschlagen des Booklets dann die Enttäuschung...weißer Hintergrund, und hintereinanderweg alle Songtexte drin. Wenig spektakulär, aber wie der Hörer bald sehen wird, wissen diese vier Ausnahmemusiker wie sie ihre Musik für sich selber sprechen lassen können.Hörer anspruchsvoller Musik wissen was jetzt kommt. Die zeremonielle Vorbereitung auf das Hören. Das Zimmer wird abgedunkelt, der Discman wird aufs Bett gelegt, die CD wird sanft zu Grabe getragen, denn sie wird den Discman für eine lange Zeit nicht mehr verlassen, und dann macht man es sich bequem, holt noch einmal tief Luft, drückt den Play Knopf und versinkt in einer andere Welt. Die Fahrt kann beginnen. Stille... Plötzlich das Ticken einer Uhr... Tick...Tack...Tick...Tack... Plötzlich eine angenehme Stimme. „Close your eyes and begin to relax..." Scheinbar willenlos folgt man dem Befehl. „Take a deep breath and let it out slowly", fährt die Stimme fort. "Concentrate on your breathing. With each breath you become more relaxed. Imagine a brilliant white light above you focusing on this light as it flows through your body." Die Uhr verschwindet langsam mit zunehmendem Echo und von der Ferne hört man eine eingängige akustische Gitarre. Weiterhin dominierend fährt die Stimme fort: „Allow yourself to drift off, as fall deeper and deeper into a more relaxed state of mind. Now as I came back from 10 to 1 you feel more peaceful and calm." Während des Countdowns, der die Spannung auf das was folgen mag steigert und zugleich angenehm beruhigend wirkt, kommen die Gitarren immer klarer durch und die Stimme verschwindet langsam und leitet mit dem kleinen Wörtchen „one" zu James Labries gefühlvollem Gesang über. Und plötzlich wird einem wieder bewußt auf was man sich da eingelassen hat. Nach diesem zweiminütigen Intro findet ein fließender Übergang in das atemberaubende Instrumentalstück „Overture 1928" und eh man sich versieht befindet man sich inmitten einer grandiosen Story wieder, über einen jungen Mann, der eine Rückführung erlebt um herauszufinden warum ihn seit einiger Zeit Alpträume plagen. Schnell findet er die Antwort und findet sich in einem Drama aus Liebe, Betrug, Eifersucht, Mord und bizarren Gestalten wieder. Ehe man sich jedoch dessen bewusst ist, wird man durch das nachfolgende „Strange Deja Vu" aus den Träumerein gerissen, das wieder fließend aus dem vorhergehenden Stück resultiert. Druckvolle Gitarren begleiten diese faszinierende Reise durch die Psyche eines jungen Mannes, der jedes mal wenn er die Augen schließt in eine andere, und dennoch vertraute Welt eintaucht. Seine Geschichte ist geprägt von unzähligen Hochs und Tiefs, die er während seiner Rückführung durchlebt. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle wird perfekt durch die Musik unterstützt, die vor Breaks und Soli nur so strotzt, ohne allerdings den Gesang zu verdrängen. Nach 5.12 Minuten folgt wieder ein fließender Übergang, der sich beim weiteren Anhören als typisch für dieses nahtlos ineinander verwebte Konzeptalbum erweist, welches eigentlich ein riesiger Song ist, in die ruhige Ballade „Through my words", das trotz seiner Kürze von 1.02 Minuten eines der schönsten Lieder ist, das Dream Theater jemals geschrieben haben. Im Anschluss auf diese Verschnaufspause gibt es dann, das von vielen Fans als liebstes Stück angesehene „Fatal Tragedy", das sehr markante Riffs enthält und auf eine absolut coole Weise rüberkommt, bis es eingeleitet von einem Chor in eine wunderschöne Hard Rock Ballade auszuarten droht, sich aber sofort wieder fängt und unterlegt von einer spärlich eingesetzten Bass Drum sich in jedes Herz fräst. Wieder balladesk und sofort danach sperrfeuerartig ist dieses Lied das perfekte Beispiel für die oben genannte Vielseitigkeit dieses Meisterwerks. Das Lied endet mit einem Knall, markierend für den Todesschuß, der den folgenden Mordkomplex des Albums einleitet. Das sechste Lied, der vorher erwähnte Dreh- und Angelpunkt des gesamten Albums. Die Ermordung einer jungen Frau, durch ihren Freund, das zugleich härteste Stück des Albums. Ein einschneidendes Riff zu Anfang, eine grandiose Double Baß, hier schlägt das Metal Herz höher und höher. Ein bombastischer 11 Minuten Song, der in meinem Freundeskreis schon Kultstatus erreicht hat. Nach diesen beiden Krachern wird dem Zuhörer dann eine Pause gegönnt. Eingeleitet von einer wunderschönen Frauenstimme und einem orchestralem Klanggemälde wird langsam die wohl schönste Ballade in der Geschichte der Musik aufgebaut. „Through her eyes" ihr Titel. Jegliche Beschreibung verbietet sich, da sie dieses Meisterwerk nur verschmähen würde. Manchem kommen hier die Tränen. Nach langsamen Ausklingen heben die fünf Mannen noch mal zu zwei Brechern an, die vergeblich nach Konkurrenz Ausschau halten. Das sich langsam aufbauende „Home" mit einer stolzen Spielzeit von 12.53 Minuten überschlägt sich selbst, im weiteren Verlauf, vor Dynamik. Die Jungs übertreffen sich mal wieder an Genialität und zeigen allen Pseudomusikern im folgenden Instrumentalstück, das auf den Namen „The Dance Of Eternity" hört, was eine wirkliche Gitarren- Keyboardschlacht ist. Beim ersten Durchhören dieses Liedes mag man erschlagen sein durch die zahlreichen Melodie- und vor allem Taktwechsel, aber nach mehreren Durchläufen kommt man wohl oder übel zu dem Entschluss, dass dieses Stück das perfekte Instrumentallied ist und eine derartige musikalische Professionalität äußerst selten ist. Manche sagen, dass sei pure Angeberei. Ich sage, aus ihnen spricht purer Neid. Dann folgen die letzten drei Stücke. Wem es bis hierher gefallen hat, mag leicht melancholisch werden, vor allem weil der 10. Titel „One Last Time" mit einem genial traurigem Klavier Intro anfängt, aber keine Sorge, ihr habt noch 22.15 Minuten vor euch. Trotz des genialen Refrains ist „One Last Time" jedoch einer der unauffälligeren Songs, wahrscheinlich weil er genau zwischen den bombastischsten Liedern dieses Albums liegt, denn die zwei letzten Songs heben zu einem überaus fulminanten Ende an, welches an niemandem ohne Eindruck vorbeizieht. „The Spirit Carries On", eine großartige Rockballade, legt die Moral dieser Geschichte zugrunde. Der Verlust der Angst vor dem Tod, durch die Erkenntnis das der Geist eines jeden Menschen über den Tod hinaus existiert. Uff wie philosophisch! Hilfe, ich brauche eine Verschnaufpause!!! Keine Sorge man wacht in etwa 12 Minuten wieder auf. Das Intro des letzten Stücks „Finally Free" beginnt wieder mit dem Hypnotiseur vom Anfang, der seine Gastauftritte stellenweise während des Albums fortführt. Nicholas, der Hauptcharakter, wacht auf, steigt in sein Auto und fährt nach Hause, begleitet von der wieder einmal bombastischen Musik des Quintetts. Doch was ist das? Das Lied fängt gar nicht so Happy End mäßig an, wie man sich einen gelungen Abschluss vorgestellt hat. Donner, Regen, Wind. In Gedanken sitzt man auf dem Beifahrersitz des alten Mustangs, die schottrige Straße erhellt von zwei Scheinwerfen, sonst ist man umgeben von bedrohlicher Schwärze. Doch dann fängt Nicholas neben einem an zu lächeln, die Musik befreit sich von ihrer Beklommenheit bis sie einstürzt. Der Mord kommt wieder, Schüsse hallen durch die Nacht, eine Frau schreit, eine weiteres qualvolles Deja vu, gefolgt von dem genialen Refrain zu „One Last Time" und einem instrumentalen Epos. Schließlich bremst der Wagen in der Einfahrt, die Musik verstummt, das Radio ist aus. Nicholas geht ins Haus. Der Fernseher oder das Radio ist zu hören, das von einer Katastrophe berichtet. Es wird ausgeschaltet. Ein Drink wird eingeschüttet, das Knistern einer Schallplatte ertönt. Plötzlich die Stimme des Hypnotiseurs „Open your eyes Nicholas!", ein Schrei folgt, die Nadel der Schallplatte verschiebt sich in einem unangenehmen Quietschen. Dann nur noch statisches Rauschen...
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Scenes from a progressive Masterpiece, 14. Juni 2003
Bei dem mittlerweile 5. Studioalbum wagen sich Dream Theater erstmals an ein Konzeptalbum. Ein Silberling mit einer Menge komplexer Musikverschachtelung, instrumentaler Perfektion und großartiger Produktion - soweit die Dinge, die ohnehin jeder von Dream Theater erwartet. Natürlich wird er sie auch diesmal finden.Thematisch erleben wir die Session eines gewissen Nicholos bei einem Psychater, durch dessen Betreung er hofft, seine verwirrenden Träume besser zu verstehen. Träume, in denen er immer wieder von einem Mädchen namens Victoria heimgesucht wird, die bereits vor langer Zeit verstorben ist. Auf den insgesamt 77:14 Minuten erfolgt nun eine musikalische Reise durch Nicholas Unterbewusstsein. Dass Dream Theater gerade jetzt zu einem Konzeptalbum neigt, scheint eine logische Konsequenz. Das Vorgängeralbum "Falling Into Infinity" stieß, für Dream Theater ungewohnt, erstmals auf negative Kritiken. Die Musik sei "selbstverliebt" und "angeberisch" titelte zB. der Musical Express. Natürlich - Mike Portnoy beweise wieder einmal, dass er der wohl beste Drummer der Welt sei (und der größte Angeber noch dazu) und auch Petrucci und Myung lieferten eine instrumentelle Meisterleistung - doch darüber hinaus habe Dream Theater das Schreiben der Songs vergessen. "Musik der Selbstdarstellung willen" warf der "Metal Observer" den Amerikanern vor. "Musikalische Onanie" sogar. Ob diese Kritik nun berechtigt war, oder nicht - Dream Theater schien sie zum Anlass genommen zu haben, noch abstraktere Themen musikalisch umzusetzen. Die Reise eines Mannes durch seine Psyche. Spirituelle Todeserfahrung, Reinkarnation, psychologische Abgründe - darunter machen sie es nicht. Und so erleben wir, einmal mehr, Mike Portnoys brilliantes Drumspiel, Petruccis perfekte Gitarrenskits, Myungs fantastische Bassbeherrschung und Rudess' Zauberei am Keyboard. Nichts neues soweit. Und wieder ist da dann noch jemand der singt: James LaBrie - gut, aber eben nicht überragend und somit das schwächste Glied der Dream Theater Kette. Fähig, die Qualität des Instrumentalen zu erhalten, aber nicht fähig, dem Ausnahmespiel von Portnoy, Petrucci, Myung und Rudess noch etwas hinzuzufügen. Hatte man bei "Falling Into Infinity" teilweise tatsächlich noch den Eindruck, dass die Songs nur eine musikalische Präsentationsbühne für instrumentalen Extremsport waren, so erleben wir hier ein rundum verbundenes Werk. Wenn James LaBrie zwischen Keyboard und Drumsolo in einer anfänglich an Pink Floyd erinnernden Ballade "Fatal Tragedy" "Without faith, Without hope, There can be no peace of mind" in die Gehörgänge des Hörers schmettert, dann passt alles zusammen. Die Harmonien, die Modulationen, die Kontrapunkte - alles scheint perfekt gesetzt und fügt sich in das Gesamtbild. Dream Theater führen uns durch Nicholas' psychologische Tiefen und spätestens wenn die orientalischen Melodien vom musikalischen Mittelstück "Home" verklungen sind und sich der Song mit eingebauten Samples zu orgiastischen Instrumental-Passagen steigert, kann man sich der Magie der Musik kaum entziehen. Das folgende, 6-minütige "Dance Of Eternety" schwelgt im gleichen Rausch weiter, steigert diesen gar noch in ungeahnte Höhen und Dream Theater erreichen ihren komplexen Höhepunkt. Bereits wenig später erklingt die Schlussnummer "Finally Free", in der noch einmal tragende musikalische Motive des Albums aufgegriffen werden und eine Reise zu Ende geführt wird. Eine Reise vierer Ausnahmemusiker mit Sänger, die Kritik nur noch ihrer selbst Willen zulassen wird. Entsprechend hilflos waren Dream Theater Gegensprecher diesmal und flüchteten sich in nichtssagende Argumenationen. So entblödeten sich einige Kritker nicht, erneut darauf hinzuweisen, Dream Theater wolle zu viel und habe vor lauter musikalischer Brillianz das vergessen, worauf es ankommt. Keine dieser Stimmen konnte jedoch, vielsagender Weise, wirklich aufzeigen, wo der Schwachpunkt dieses Albumbs genau liegen soll. Wie Keyboarder Rudess später in Interviews preisgab entstand "Scenes from a memory" völlig ohne Einwirken der Plattenfirma, welches bei dem ungeliebten Vorgänger ausartend der Fall gewesen sei. Mag dies nun der Grund sein, oder auch nicht. Gab es jemals eine kreative Krise bei Dream Theater, so ist sie überwunden. "Metropolis Part II - Scenes from a memory" erreicht genau das, was ein gutes Progressive Album ausmacht. Beim ersten Hören bleibt kaum etwas hängen, ausser Überwältigung und der Gewissheit, so eben etwas Großes gehört zu haben. Desto öfter man jedoch die Play Taste seines CD-Spielers betätigt, desto mehr Freude findet man an diesem Album. Und so hört man es immer und immer wieder, entschlüsselt es mehr und mehr und entdeckt immer mehr von seiner Schönheit. Eine Schönheit, die schlichtweg überwältigend ist. So überwältigend, dass bei der Benotung kein Spielraum bleibt.
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